Gastkommentar
Die Wirtschaftswissenschaft braucht Werte

Die Ökonomik kann nach der Krise nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren. Sie muss sich für neue Methoden und Fachbereiche öffnen und zugleich Farbe bekennen, wo sie stehen.
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Die Finanz- und Wirtschaftskrise und die Staatsschuldenkrise haben das Ansehen der ökonomischen Wissenschaft schwer beschädigt. Die herrschende Lehre in der Ökonomik hat die Krise weder vorhergesagt noch erklärt. Noch schlimmer ist, dass sie Mitschuld an den Fehlentwicklungen trägt, die zu der Krise geführt haben. Das gilt insbesondere für die neoklassische Finanzmarkttheorie, die zwar die Institutionen des Finanzmarktes nicht erklären kann und will, aber vehement behauptet hat, dass sich auf den Finanzmärkten jederzeit faire Preise bilden, egal wie riskant die dort gehandelten Produkte sind.

Zugleich hat die Ökonomik gravierende Erkenntnislücken offenbart, vor allem hinsichtlich des Zusammenwirkens von Finanzsystem, industrieller Arbeitsteilung und Welthandel. Auch ist das viel zitierte „systemische Risiko“ nach wie vor eher ein leerer Begriff als ein theoretisch durchdrungenes Konstrukt. Nun geht es hier nicht um Anklage und Vorwurf, sondern um die Frage, wie die Ökonomik auf ihre Versäumnisse und Fehler am sinnvollsten reagieren sollte. Notwendig ist eine differenzierte, konkrete Kritik des ökonomischen Mainstreams, ohne ihn gleich völlig zu verwerfen.

Doch wer für eine solche Haltung plädiert, der gerät schnell von zwei Seiten unter Beschuss: einmal von den Vertretern des neoklassischen Mainstreams, die sich gerne mit Hinweis auf ihre Methodologie gegen Kritik immunisieren. Sie sehen den Fortschritt in Gefahr, den sie durch die Formalisierung wirtschaftlicher Abläufe ohne Zweifel erreicht haben. Auf der anderen Seite fordern Vertreter anderer methodischer Ansätze, die neoklassischen Modelle komplett zu verwerfen. Sie sehen meist nur den jeweils eigenen Ansatz als zukunftsfähig an.

Diese unversöhnlichen Positionen machen eines sichtbar: Sprachlosigkeit herrscht nicht nur zwischen den verschiedenen Disziplinen vom gesellschaftlich bedeutsamen Handeln des Menschen, wie der Soziologie und der Ökonomik, sondern ebenso zwischen den verschiedenen Schulen innerhalb der ökonomischen Zunft. Doch das führt zu nichts. Die Fundamentalkritiker müssen die Frage beantworten, was nach der Neoklassik kommen soll. Gerne wird da die Verhaltensökonomik als überzeugender Kandidat genannt. Sie meint, den Kern neoklassischer Theorie zu treffen, indem sie den zweckrationalen, eigennutzorientierten Homo oeconomicus infrage stellt.

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Die Ökonomik muss sich für andere Disziplinen öffnen

Kommentare zu " Gastkommentar: Die Wirtschaftswissenschaft braucht Werte"

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  • Ich habe die intergeneration-eqity Debatte in meiner Diss. aus 1988 komplett abgehandelt(ohne Ethik gehabt zu haben). In allen Foren publiziere ich die expliziten und die impliziten Staatsschulden von 7 Billionen. Ebenso das Versagen der Politik (Staatsversagen) bei der Bankenregulierung. Too big too fail darf nicht noch einmal passieren, wie ich letzte Woche im HB geschrieben hatte, mit dem Adresssaten Frau König (BAFin). Wenn jemand die grundsätzlichen Problem beim Namen nennt, so bin ich das. Teilweise habe ich auch zu den global econimics geschrieben.
    Die meisten Profs. sind leider grottenschlecht und sollten sich `mal an Prof. Sinn ein Beispiel nehmen. Die Modellwichser sind echt der Abschaum bzw. mainstream der Ökonomie.

  • @ Herr dr. Leineweber

    Falls dieLehre dumm ist sollte sie im Studiengang wegen der Generationengerechtigkeit verändert werden.In der VWL sind mittlerweile 2 Semester Ethik möglich.

    Zur Kooperation: Falls Sie selber kooperieren sind Sie doppelt frei ;-) Scherz beiseite, es geht darum, dass Schweizer Bankkaufleute, CS, und amerikanische Bankkaufleute, Citigroup und J.P. Morgan, über Regeln f r e i e i e r Kooperation diskutieren nach Christoph Spehr ( siehe Theorie der Freien Kooperatio, emanzipatorische Demokratisierung ) oder Freier Schuldenschnitt, oder freie Auswahl der Hochfrequenz- Kooperation-; Ein Aspekt des komplexen Themas "Being to big to fail.
    Deutschlands Industie ist global. Natürlich bedarf e s globaler Werte; "wir" rennen durch Schattenhaushalte und Schattenbanken in das kommende desaster.
    Tuen Sie ihr Bestes

  • Zum Versagen der ökonomischen Wissenschaften bestehen offensichtlich abenteuerliche Vorstellungen. Ich bin Dipl.Kfm. mit einer Diss. in VWL mit Summa.
    Demnach habe in mir selber kooperiert !
    - Einen Interessenkonflikt zwischen BWL und VWL gibt es nicht
    - "globale Werte" finden sich in den Zielsystemen (Wohlfahrt)
    - bevor man nach globaler politischer Ökonomie fragt, sollte man die polit. Ökonomie als solche beherrschen.
    - Die Studiengänge brauchen nicht verändert werden, weil es nicht am Studiengang liegt, sondern an den Profs. denen übergeornete polit-ökonomische Gedanken und Ordnungspolitik fremd sind.
    Sie brauchen nur alle meine FAZ Beitäge oder die im HB lesen. Oder eben meine Dissertation aus 1988. Da würde Ihnen die Kinnlade auf die Brust fallen, wie dumm die herrschende Lehre ist.
    Ansonsten hat Biedenkopf nicht verstanden, dass es um die Begrenzung der Freiheit geht (verpennte Bankenregulierung usw.) und nicht um Freiheit an sich.
    Auf meinen Beitrag zu Hüther "Die Wirtschaftswissenschaften brauchen Werte" sei verwiesen. Biedenkopf war zwar ein Querdenker, aber gleichwohl ein member der polit-ökonomischen Kaste, die gnadenlos versagt hat.

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