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Gastkommentar: Gefährliche Radikalkur für Südeuropa

Die Reformen in den hochverschuldeten Ländern Südeuropas bürden den Bürgern und Unternehmen große Lasten auf. Die Strategie könnte in einer Sackgasse münden - wenn die Politik nicht neue Anreize setzt.

Jean Pisani-Ferry leitet den Brüsseler Think-Tank Bruegel. Quelle: Fred Guerdin/Reporters/laif
Jean Pisani-Ferry leitet den Brüsseler Think-Tank Bruegel. Quelle: Fred Guerdin/Reporters/laif

Der Kampf um die Rettung des Euros wird derzeit vor allem in Italien und Spanien geführt. Die Refinanzierungsbedingungen haben sich in beiden Ländern in der zweiten Jahreshälfte 2011 verschlechtert. Beide Länder sind so groß, dass ihre Rettung den Euro-Raum und den IWF arg strapazieren, wenn nicht überstrapazieren würde. Beide haben neue, reformfreudige Regierungen bekommen. Und beide kämpfen darum, an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen, das Wachstum zu fördern, die Finanzpolitik wieder auf eine solide Grundlage zu stellen und die Bankbilanzen zu bereinigen.

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Europa bringt einen neuen Fiskalpakt auf den Weg, der sicherstellen soll, dass die Länder strenge Budgetregeln einführen und umsetzen. Man nimmt (vor allem in Deutschland) an, dass ein Schutz vor dem Druck der Märkte die notwendigen Anpassungen und Reformen hemmen würde und dass nur starker Zwang die notwendigen Anreize setzt, um innenpolitische und soziale Hindernisse zu überwinden, die öffentlichen Ausgaben zu senken und die Arbeitsmärkte zu reformieren. In Südeuropa wird es ohne Schmerzen keine Fortschritte geben: Eine tiefe Rezession und ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit könnten der Preis für eine dauerhafte Verbesserung der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit sein.

Diese Strategie ist allerdings hochriskant. Regierungen brauchen wohl Anreize zum Handeln, doch sie müssen auch in der Lage sein, ihren Bürgern zu zeigen, dass sich Reformen auszahlen. Wenn nach einigen Monaten der fiskalischen Anpassung und schmerzhafter Reformen die Wirtschaftsleistung geringer, die Arbeitslosigkeit höher und der Ausblick düsterer ist also zuvor, können Regierungen schnell die öffentliche Unterstützung verlieren. Dann können die Reformen zum Stillstand kommen, wie wir in Griechenland gesehen haben.

Diese Risiken werden noch verstärkt durch die Notwendigkeit, in mehreren Ländern gleichzeitig Reformen einzuleiten. Hier liegt ein Fehler im aktuellen Ansatz. Südeuropa macht ein Drittel der Wirtschaftsleistung der Euro-Zone aus. Wenn man Frankreich hinzurechnet, das ebenfalls sparen und Strukturreformen einleiten muss, kommt man schon auf mehr als 50 Prozent. Zwar ist es wahr, dass der Wettbewerb um Investitionen ein Anreiz ist, endlich tätig zu werden. Doch die Wechselwirkung zwischen Makroökonomie und Fiskalpolitik kann den Erfolg gefährden, wenn die Reformländer sich in einem düsteren Umfeld aus stagnierender oder fallender Nachfrage bewegen.

  • 09.02.2012, 11:19 UhrAnonymer Benutzer: whoknows

    Der Think-Tank Bruegel ist mir ziemlich suspekt.
    Der Autor hat zusätzlich das weit verbreitete Problem der Betriebsblindheit. Er will die Eurokrise durch noch mehr Defizit Spending und Monetary Easing erreichen. Also genau die keysianische Methodik, die uns in diese Krise geführt hat. Wenn es nicht funktioniert hat, war halt das Spending und Easing nicht groß genug.

    Der Euro ist im übrigen Teil des Problems, und nicht Teil der Lösung. Bis diese Erkenntnis in den Köpfen der Politiker reift, fliessen aber noch einige Billionen Euro den Rhein runter.

  • 09.02.2012, 11:15 UhrAnonymer Benutzer: peer

    wo bitte ist das Problem???

    Wer verliert, muss immer böse bluten dafür. Wir Deutschen kennen das seit 1945

  • 09.02.2012, 09:10 UhrAnonymer Benutzer: Weg-mit-dem-Euro

    Was der Bruegel-Hannes hier von sich gibt heißt nichts Anderes, als dass der Euro nicht funktionieren kann. Das ist das Problem, das gelöst werden muss. Der Euro muss weg. So einfach ist es.

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