Gastkommentar Helfen mit Augenmaß

Europa soll der Heimatmarkt für Deutschland bleiben. Deshalb fordert der ehemalige Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Friedrich Merz, dass deutsches Steuergeld nur zielgenau für die Euro-Rettung ausgegeben wird.
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Friedrich Merz war Chef der Unionsfraktion im Bundestag. Quelle: dapd

Friedrich Merz war Chef der Unionsfraktion im Bundestag.

(Foto: dapd)

Vor wenigen Wochen veröffentlichte das World Economic Forum den Bericht zur globalen Wettbewerbsfähigkeit der Industriestaaten in den Jahren 2010 und 2011. Drei relativ kleine Staaten stehen auf dem olympischen Siegerpodest: die Schweiz, Schweden und Singapur. Wettbewerbsfähigkeit bemisst sich nach den Kriterien des WEF über die Leistungsfähigkeit der staatlichen Institutionen, die Infrastruktur, das makroökonomische Umfeld, das Gesundheits- und Erziehungssystem, Markteffizienz einschließlich des Arbeitsmarktes, die Entwicklung der Finanzmärkte, technologische Fähigkeiten sowie die Größe und Qualität der Märkte.

Nach den Anstrengungen, die Europa und Amerika in den letzten Jahrzehnten unternommen haben, um ihre Wirtschaft voranzubringen, ist es doch erstaunlich, dass drei kleine Staaten in diesem Ranking jetzt vorn liegen. Woran liegt das? Offensichtlich sind kleine Staaten besser und schneller in der Lage, auf globale Herausforderungen zu reagieren als große Nationen oder große Staatengemeinschaften. Im Gegensatz zu den USA und Europa sind die drei führenden Länder relativ homogen in ihren Strukturen, sie sind politisch und administrativ einfacher zu führen, und sie gehören keinem größeren Währungsraum an.

Nun stehen auch die USA und zahlreiche Mitgliedstaaten der EU in ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit nicht so schlecht da. Deutschland ist in den zwei Jahren seit dem letzten Report sogar von Platz sieben auf Platz fünf vorgerückt. Aber die Abstände zwischen den Mitgliedstaaten der EU, auch zwischen den Mitgliedern der Währungsunion, werden größer, und die USA sind von Platz zwei auf Platz vier zurückgefallen. So zeigt sich, dass Europa und Amerika nicht nur ein großes finanzpolitisches Problem, ihre extrem hohe Staatsverschuldung, lösen müssen; beide Kontinente müssen sich zugleich darauf konzentrieren, an der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie zu arbeiten.

Wir brauchen uns nicht zu entschuldigen
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7 Kommentare zu "Gastkommentar: Helfen mit Augenmaß"

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  • Die Chinesen werden uns ebnfalls über den Tisch ziehen wollen. Die USA und EU haben es vorgemacht. Es liegt an unseren Politikern, die anstatt Rückgrat nur Fett oberhalb des Arsches haben. Solange Tabus unsere Politik knebeln und Vergangenheitsbewältigung mit Duckmäusertum erkauft wird, sind wir angenehme Zeitgenossen. Ansonsten Nazis. Es ist Irrsin uns auf Europa alleine zu Fokusieren. Die Musik und die Vermehrung der Nachfrage findet auf asiatischen und Lateinamerikanischen Märkten statt - eventuell auch mal in Afrika. Europa ist doch weitgehenst saturiert. Hier herrscht gebremste Nachfrage nur bei Harzern und dem Präkariat - aber denen wollen wir Steuerzahler nichts abgeben. Unsere Politiker sind da mehr ausgerichtet auf PigStaaten und exGroßmächte, denen die Nuklearbewaffnung den letzten schäbigen Rest einer GroßmachGlorie bewahren soll. Und das auf unsere Kosten.
    Wer ist schon Merz - ein Advokat der sich nicht mal gegen eien Frau ohne wirtschaftlichen Sachverstand durchzusetzen getraute. Schwanz einkneifen und abtauchen - und dann noch die dicke Lippe riskieren. Ist der Löwe lendenlahm kommen die Geier und Hyänen.

  • Diese Meinung liegt auf meiner Linie.
    Fakt ist doch, ich bin lieber auf die Exporte in Nachbarländer angewiesen als auf die nach China.
    Mit dem Euro kam zu schnell zu billiges Geld in die Nachbarstaaten. Aber dadurch haben diese auch die Möglichkeit erhalten ihre Strukturen und ihre Wettbewerbsfähigkeit schneller zu verbessern. Was Deutschland auch wieder hilft.
    Das Augenmaß besteht genau darin was jetzt passiert, Schulden zurück fahren, Haushalt in Ordnung bringen, Banken sanieren und ganz wichtig, eigene Stärken heraus arbeiten. Alles keine Aufgaben die von heute auf morgen zu bewerkstelligen sind, aber durchaus zukunftsträchtiger sind als der Versuch China aufzukaufen. Ein europäischer Markt kann wesentlich mehr leisten, zum Wohle aller, auch zum Wohl der Schwellen- und Entwicklungsländer.
    Wobei man gut an Griechenland üben kann :)

  • Ach Herr Merz,

    Es weis doch jedes Kind, der Euro ist dem Untergang geweiht. Es sei denn die EZB inflatiert den Euro in den Himmel. Aber dann ist der Euro am Ende auch tot. Die feuchten Träume von der Weltreservewährung sind ein Witz.

    Die Dynamiken der Leistungsbilanzen zwischen den Euroländern sind ungebrochen und werden nur durch fortgesetzte Regelbrüche und versteckte Bailouts der Zentralbanken via Target2 und ELA finanziert.

    Solange Deutschland weiterhin darauf verzichtet, für seine Exporte in die Eurozone bezahlt zu werden, ist natürlich alles in bester Ordnung. Aber es wird sich kein privater Kapitalgeber mehr finden, der die permanenten Leistungsbilanzdefizite der PIIGS finanziert. Da bleibt nur noch die EZB mit ihren dicken Bertas, Zins-Pegs usw.

    Der Euro ist aber vor allen Dingen ein politisches Projekt und deshalb sind ökonomische Kollateralschäden einkalkuliert und ggf. erwünscht.

  • Wem sagt er das?
    Die Deutsche Politik hat in ihrem Interesse, der deutschen Exportwirtschaft die Märkte zu öffnen, zu viel Europa akzeptiert und Konditionen zugestimmt, die jetzt gegen Deutschland verwendet werden. Und akzeptiert weiterhin nachteilige Verträge wie den ESM. Jezt wird Deutschland in allen EU-Gremien überstimmt und Deutschland hat nur noch für Schulden und Garantien der anderen EU-Staaten zur Verfügung zu stehen. Mit Augenmaß helfen ist da nicht mehr. Jetzt herrscht Selbstbedienung an den deutschen Steuerkassen. Und Änderungen gibt es nur noch mit Gewalt. Durch Einstellung aller Zahlungen und Garantien Deutschlands. Gemeinsamkeit gibt es nur noch gegen Deutschland!

  • Es wäre schön, dazu mehr zu lesen als unangemessene historische Vergleiche, die das Klima vergiften und die die politische Unterstützung für Europa auch in Deutschland schwinden lässt.
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    Ja, alles richtig. Nur werden die historische Vergleiche bemühenden Staatschefs in Europa von demokratisch nicht legitimierten "Eliten" in Brüssel sekundiert, die - wie Barroso, Juncker oder Schulz - wie die Chroknaben in den lasziven Gesang von Monti, Rajoy und Samaras einstimmen. Die also ganz explizit UNSER STEUERGELD "fordern", ohne auch nur ansatzweise dazu berechtigt zu sein. Diese Forderungen zeigen uns Deutschen täglich, dass wir uns in falscher Gesellschaft befinden. Denn eine Nation, die von anderen Geld in diesen exorbitanten Größenordnungen "fordert", ohne auch nur eigene Anstrengungen zu präsentieren, ist keinen Schuss Pulver bzw. keinen Euro wert!

  • Bei diesem Artikel sollte meines Erachtens über das wir nachgedacht werden. Ist mir wir Deutschland und seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gemeint, so ist die Aussage sich nicht entschuldigen zu müssen selbstverständlich nachvollziehbar.
    Sind mit wir diejenigen gemeint die eine gemeinsame Währung auf den Weg gebracht haben, welche die Stimmrechte in der EZB zu verantworten haben, welche die Stabilitätskriterien verletzt und Betrüger in die Währungszone aufgenommen haben, dann ist eine Entschuldigung längst, längst überfällig!

  • "Wir bleiben auch niemandem dafür etwas schuldig, allerdings haben wir ein großes Interesse daran, dass gerade für unsere Unternehmen die Märkte offen bleiben und zu allererst Europa und nicht Deutschland allein unser Heimatmarkt bleibt."

    Blöder weise wird der markt in Europa gerade durch Sparpakete trocken gelegt, und was trotzdem noch innerhalb Europas exportiert wird, das zahlen wir über Target-Salden selber. Abgesehen davon sank der Export in die Eurozone seit Einführung dieser "Währung" nachweisbar.

    Wenn die Schweiz als kleiner Staat mit eigener Währung glänzend da steht, sollte uns das doch allen zu denken geben.

    Gebt den toten Gaul Euro endlich auf und tragt ihn zu Grabe. Und schafft endlich diese unselige Bürokratie in Deutschland und EU auf, weniger ist mehr!

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