Gastkommentar
"Kein Wunder, dass soziale Unruhen ausbrechen"

Die Politiker müssen sich bei der Bekämpfung der Euro-Krise endlich zusammenzuraufen. Die Lage wird immer schlimmer. Fürs Zögern bleibt keine Zeit mehr.
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Zur Beschreibung der sich immer mehr verschlimmernden Krise Europas wurden viele Metaphern verwendet. Für manche ist es fünf Minuten vor zwölf, andere sehen Europa als ein Auto, das mit Vollgas in Richtung Abgrund rast. Alle sehen eine existenziell gefährliche Situation.

Optimisten glauben, bei einer wirklich kritischen Entwicklung würden die Politiker die Dinge umkehren und Europa zurück auf den Weg von Wirtschaftswachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen und finanzieller Stabilität bringen. Aber die Anzahl und der Einfluss der Pessimisten haben immer mehr zugenommen.

Sie sehen, wie politische Hilflosigkeit mit finanziellem Chaos einhergeht, was die ursprünglichen Fehler bei der Gestaltung der Euro-Zone noch weiter verstärkt. Je mehr sich die Reaktion der Politik auf die Krise verzögerte, desto drängender wurden die Fragen über die Zukunft Europas. Dass die Währungsunion der 17 Mitglieder weiter besteht, ist nicht mehr selbstverständlich.

Immer mehr und immer lauter wird davon gesprochen, dass Griechenland und andere Staaten austreten könnten. Und nur beinharte Idealisten verkennen das zunehmende Risiko einer völligen Auflösung der Euro-Zone. Trotz alledem sehen viele Veteranen der europäischen Integration über ihrem Projekt einen Silberstreifen am Horizont.

Ihrer Ansicht nach kann nur eine Krise die Politiker davon abhalten, weiter Flickwerk zu betreiben, und sie stattdessen dazu bringen, die notwendigen politischen Initiativen in den Bereichen Haushalt, Bankwesen und politischer Gemeinschaft voranzutreiben. Aber diese Sichtweise hat ihre eigenen Risiken.

Es wird angenommen, dass die Politiker, wenn es wirklich hart auf hart kommt, tatsächlich das Nötige tun - die Frage nach der Bereitschaft. Ferner setzt sie voraus, dass sie dies auch können - die Frage nach der Fähigkeit. Und in letzter Zeit hat die Unsicherheit über die zweite Frage drastisch zugenommen.

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Politiker dürfen nicht zögern

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  • Letztlich geht es Schäble und CO sowie seinen Komplizen doch darum in Brüssel eine Finanzdiktatur einzuführen mit willkürlichen Finanzregeln die durch den ESM sogar noch legalisiert werden sollen.

    Jetzt schnell ein Europischer Justizminister ins Amt gestellt werden, dem zur Seite muss ja dann wohl auch daraus folgend eine ausführende Gewalt bereitgestellt werden.

    usw....usw...

    Demokratie wird abgebaut, Zentralregierung in Brüssel aufgebaut, nur leider keine Demokratische sondern eher eine Diktatorische.

    Einige wenige sollen dann (rechenschaftsfrei, rechtlich unantastbar, im Hintergrund in Brüssel) über alle Euroländer hinweg regieren.




  • @Rechner
    Man stelle dem Volk folgende Frage: Wollen sie, dass der Euro
    bankrott geht und ihre Ersparnisse und Lebens- und Direktversicherungen flöten gehen? Was meint Ihr im Blog dazu? Plötzlich sind vielleicht 80% für den Euro, obwohl die
    Masse ihn ablehnt.
    MfG
    Walter Schmid

  • Sehe ich ganz genau so. Danke für Ihren Kommentar!

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