Gastkommentar
Mehr Anstrengung!

Der Trend für die älteren Arbeitnehmer ist eindeutig positiv - und sie sind fitter, als es noch in Generationen zuvor der Fall war. Franz Müntefering verteidigt die Rente mit 67 - und erklärt, warum.
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Als Ende 2005 CDU, SPD und CSU ihren Koalitionsvertrag vereinbarten, war darin auch für 2012 der schrittweise Einstieg in die Rente mit 67 vorgesehen. Dazu gehörte ein Prüfauftrag, vor Einstieg und alle vier Jahre wieder, was die sinnvolle Umsetzbarkeit des Vorhabens angeht. Denn wir sahen die Notwendigkeit der Rente mit 67, wussten aber auch um die Schwierigkeiten älterer Jahrgänge am Arbeitsmarkt.

Wir hatten vor allem drei Dinge im Blick: die Konsequenzen der demografischen Entwicklung, also eine stark wachsende Zahl von Menschen im Alter von 65 und mehr im Vergleich zu denen zwischen 20 und 64 Jahren. Dieser sogenannte Altenquotient hat sich von 1:6 (1960) auf heute 1:3 verändert und wird 2030 bei 1:2 liegen. Zweitens ging es um die aufkommende Fachkräfteproblematik angesichts magerer Zahlen bei den Schulabgängern. Die Potenziale der Älteren, ihr Wissen und Können, schienen uns wertvoll und unverzichtbar für unser Land. Drittens die Finanzstruktur der gesetzlichen Rentenversicherung; sie ist sehr beansprucht, weil der Berufseinstieg erst mit durchschnittlich 21 Jahren erfolgt, die Rentenversicherungsbeiträge aber nicht explodieren sollen, sie sollen bis 2030 auf maximal 22 Prozent steigen, und weil trotzdem immer mehr Menschen immer länger Rente erhalten. 80 Milliarden Euro schießt die Bundeskasse in diesem Jahr zu.

Mit diesen Herausforderungen waren wir und sind wir konfrontiert. Auf was sollten wir warten? Nichts tun hieße, alle Last den kommenden Generationen hinzuschieben.

Es gab aber 2005 auch Grund, zuversichtlich zu sein. Die zu rot-grüner Zeit eingeleiteten Maßnahmen wirkten, das faktische Renteneintrittsalter stieg. Statt 36 Prozent der 55-Jährigen und Älteren im Jahre 1998 waren bald 50 Prozent in Beschäftigung, heute sind es deutlich über 60 Prozent. Die Bereitschaft wuchs. Direkte und indirekte Förderungen halfen. Zunächst stieg die Beschäftigungszahl bei den Jahrgängen 55 bis 59. Denn die gingen nicht mehr in Frühverrentung. Die Beschäftigungsquote in dieser Altersgruppe stieg zwischen 2000 und 2009 auf rund 70 Prozent.

Ebenso wächst diese Zahl bei den 60- bis 64-Jährigen. In der Wirtschaftskrise 2008 bis 2010 wurden sie nicht entlassen. Im Gegenteil, die Chancen dieser Gruppe am Arbeitsmarkt wachsen. Was die Unternehmen nicht von der Pflicht entlastet, sich noch mehr anzustrengen. Aber es gibt auch gute Beispiele.

Kommentare zu " Gastkommentar: Mehr Anstrengung!"

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  • 4.6 Die Rentengesetze enthalten zum Teil Bestimmungen über die Erstattung von
    beitragsfremden Leistungen (§ 290 SGB VI ff.). Es ist aber nirgends zu erkennen,
    dass derartige spezielle Erstattungen erfolgen. Die Organe der Rentenversicherung
    weisen die Fremdleistungen gar nicht nach.

    Jaja. Die Politiker sind manchmal schon ein wenig vergesslich. Aber ich helfe gern auffrischen.
    Es ging damals unter Kohl und Blüm um die Eingliederung von neuen Bundesbürgern in die Rentenkasse, z. B. aus Polen, Russland, etc.
    Man nannte es artfremde Leistungen oder auch beitragsfremde Leistungen. Die Ausgleichszahlung in die Rentenkasse hat der Bund garantiert.
    Soweit zu den 80 Milliarden. Herr Müntefering

    Schönen Tag noch.

  • Werter Hr. Müntefering,

    Sie sind ein Roßtäuscher wie die meisten Ihrer Politdarstellerkollegen (oder auch Ex-).

    Was wollen Sie uns sagen mit: "80 Milliarden Euro schießt die Bundeskasse in diesem Jahr zu."?

    Aus welchem Grund denn?

    Das hier im Einzelnen auszuführen, würde den Rahmen sprengen, daher sei jedem an der Rentenproblematik Interessierten folgender Link empfohlen:

    http://altersdiskriminierung.de/download/Schwarzbuch-RV.pdf

    Viel Spaß beim Lesen. Es wird so manchem ein Lichtlein aufgehen u. der Kamm schwellen.

  • Alles Maulhelden und Schaumschläger die noch nie wahre Werte geschaffen haben und sich selber völlen bis zum erbrechen, aber volle Härte und Verzicht für andere fordern.

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