Gastkommentar
Autoren nehmen Veröffentlichungen selbst in die Hand

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Mehr Einnahmen bei kleinerer Auflage

Laut Krisch wird man damit nicht reich. „Aber um dieselben Einnahmen bei einem regulären Verlag zu erzielen, müsste man etwa dreieinhalb Mal so viele Exemplare absetzen. Und das geht dann schon in Dimensionen von mehreren Tausend Exemplaren, die im Fachbuchbereich vor allem Bestsellerautoren vorbehalten sind.“

Krisch zeigt, wie digitale Profis ihre Inhalte monetarisieren können. Blogger oder Journalisten, die im Netz eine Marke mit großer Gefolgschaft sind, haben den direkten Draht zu ihrer Zielgruppe und schaffen es mühelos Aufmerksamkeit für ihr Buch zu generieren.

Thorsten Nesch kennt sich aus im Kulturbetrieb. Schon Anfang der 90er Jahre arbeitete er als Kultur-Journalist, war Filmemacher und arbeitete in Museen, bevor er hauptberuflicher Buchautor wurde. 2010 erschien dann sein prämierter Jugendroman „Joyride Ost“ im Rowohlt Verlag. Sein neuestes Buch, „Verkehrt!“, erschien Anfang Februar, ebenfalls bei Rowohlt. Darüber hinaus ist Thorsten Nesch auch als Self-Publishing-Autor aktiv. Sein Verlag erlaubt ihm das. Allein 2011 veröffentlichte er so drei Romane und ein Sachbuch – im klassischen Verlagsbetrieb hätte das nicht funktioniert.

Nesch ist der Prototyp einer neuen Generation Autoren. Während mancher Schreiber seine Arbeit mit der Abgabe des Manuskripts als beendet sieht, fängt er danach erst richtig an. Täglich widmet er sich der Pflege seiner Social-Media-Auftritte, organisiert Lesungen und hält Workshops für den schreibenden Nachwuchs. Er ist unabhängig und bewirbt seine Bücher aktiv selber.

Es ist durchaus üblich, dass ein Verlag nicht alle Manuskripte eines Autors veröffentlichen kann, sei es, weil die Kapazitäten fehlen oder weil der Inhalt nicht ins Verlagsprogramm passt. Neschs Hybrid-Modell aus klassischer Verlagsveröffentlichung und Self-Publishing wird zukünftig wohl öfters zu sehen sein.

Kommentare zu " Gastkommentar: Autoren nehmen Veröffentlichungen selbst in die Hand"

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  • Vor langer Zeit veröffentlichte ich Artikel in Fachzeitschriften. Die Honorare waren (und sind wohl bis heute) lächerlich und decken bestenfalls den Aufwand ab, den man bei der Kommunikation mit dem Verlag hat - der Artikel deutet das ja an.

    Heute veröffentliche ich meine Texte dann und so, wie ich das für sinnvoll halte - in meiner Website. Dort kann ich sie so lange verfügbar halten, wie ich das für sinnvoll halte. Manche aktualisiere oder überarbeite ich von Zeit zu Zeit.

    Über die VG Wort komme ich jedes Jahr auch noch zu ein paar 100 EUR dafür. Das wichtigste Ergebnis dieser Aktivitäten sind aber die Links auf meine Website. Denen verdanke ich eine Google-Pagerank von 5 "oben" und 3 tief "unten" in meiner Website. Ergebnis: Für so manchen Suchbegriff tauche ich ganz vorne in den Trefferlisten auf.

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