
Der Mittelstand ist der Job- und Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Doch der Motor beginnt zu stottern, die Wirtschaft ist hochgefährdet. Es mehren sich die Klagen, dass es mittelständischen Unternehmen schwerer fällt, neue Kredite zu erhalten. Auch bei den Anschlussfinanzierungen stockt es. Die Angst geht um. Und diese Angst führt dazu, dass Investitionen gebremst und Läger abgebaut werden. Wenn beispielsweise der deutsche Großhandel, um sich Liquidität zu verschaffen, seine Läger nur um 20 Prozent abbaut, so führt dies aber zu 70 Milliarden Euro weniger an Aufträgen für die Industrie. Hinzu kommt, dass der Großhandel eine wichtige Finanzierungsfunktion für seine Kunden hat; der Einzelhandel, das Handwerk, die Gastronomie nutzen die Lieferantenkredite des Großhandels. Wenn diese nicht mehr gestellt werden können, weil dem Großhandel selbst die Finanzierung fehlt, fällt ein Stein im Krisendomino.
Ein Schlüssel zur Überwindung der Krise wird in der Sicherstellung der Finanzierung des deutschen Mittelstands liegen. Staatliche Konjunkturprogramme bauen auf Multiplikatorenwirkungen auf. Ein Euro Staatsausgaben soll mehrere Euro effektive Nachfrage schaffen, doch ohne eine funktionierende Finanzierung des Mittelstands drohen die Konjunkturprogramme zu verpuffen.
Ansätze staatlichen Handelns sollten zum einen auf die regulatorische Entlastung von werthaltigen Mittelstandsfinanzierungen bei Banken zielen. Zum anderen geht es darum, die Mittelstandsfinanzierung über die Krise hinaus nachhaltig zu verbessern durch Schaffung eines sich selbst tragenden Marktes, aus dem der Staat sich auch in absehbarer Zeit wieder zurückziehen kann.
Was ist also zu tun? Jenseits der großen Frage der umfassenden Sanierung des Banksystems ist ein Bekenntnis der Regierung unerlässlich, die Probleme in der Mittelstandsfinanzierung schnell zu lösen. Zur Versorgung der Wirtschaft mit Krediten regen wir eine Verbriefung von Firmenkrediten in den Bankbilanzen an.