Gastkommentar: Neuer Glanz für Europa

Gastkommentar
Neuer Glanz für Europa

Trotz Währungskrise und Wirtschaftsflaute: Die Staatengemeinschaft hat Grund genug, stolz auf ihre Leistungen zu sein. Die europäische Integration war ein Erfolgsprojekt. Damit es weiter wirkt, sind aber Reformen nötig.
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Europa stünde mehr Selbstbewusstsein gut zu Gesicht. Das mag überraschen, denn viele europäische Volkswirtschaften sind zum Ende 2011 sogar leicht geschrumpft. Doch Europas wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den letzten sechs Dekaden ist eine Erfolgsgeschichte in dreierlei Hinsicht.

Erstens ist Europa eine „Konvergenzmaschine“. Kein anderer Kontinent der Welt hat es geschafft, in gleicher Weise ärmere Nachbarstaaten durch wirtschaftliche Integration zu reichen Industrienationen zu machen. Wer weiß heute noch, dass Griechenland nach dem Ende der Militärherrschaft 1974 gerade mal ein Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet 2050 Euro pro Jahr hatte? Heute sind es, trotz Krise, immer noch zehnmal so viel. Polen lag 1990 sogar unter 1600 Euro pro Kopf – heute sind es 9200 Euro.

Der Schlüssel dieser Erfolge: die europäische Integration. Aber nicht nur Süd- und Osteuropa haben profitiert. Ein Gutteil des deutschen wirtschaftlichen Erfolgs der letzten zwei Jahrzehnte lässt sich auf die clevere Arbeitsteilung mit den osteuropäischen Nachbarn zurückführen.

Zweitens steht Europa auch heute noch für Qualität, elegantes Design und eine Wirtschaftspraxis, die Profit und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden sucht. Steve Jobs hat sich von europäischem Design inspirieren lassen. Politiker vieler Schwellenländer, von Brasilien bis China, beschwören eine sozial ausgerichtete Marktwirtschaft. In vielen Branchen, vom Automobil- und Flugzeugbau bis zur Feinmechanik, sind europäische Unternehmen weiterhin Weltspitze.

„Made in Europe“ ist und bleibt anerkannt als internationaler Qualitätsmaßstab. Allerdings hat der Süden Europas im letzten Jahrzehnt stark an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Die Ungleichgewichte in Europa sind der Hauptgrund für die gegenwärtige Krise in der Euro-Zone.

Drittens hat wohl keine andere Region der Welt wirtschaftlichen Erfolg in gleicher Weise mit Solidarität gepaart, wie dies in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gelungen ist. Nirgendwo haben die Menschen so viel Freizeit bei gleichzeitig so hohem Wohlstand. Unter den 30 lebenswertesten Städten der Welt befinden sich nach einer Umfrage des „Economist“ mehr als zwei Drittel in Europa.

Kommentare zu " Gastkommentar: Neuer Glanz für Europa"

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  • Dem kann ich zustimmen.
    Es ist ja immer merkbarer, dass Europa keine Demokratie mehr ist und das muß wieder rückgängig gemacht werden

  • Das größte Problem sind Europas undemokratischen Strukturen

    Seien wir doch mal ehrlich, der EU-Bürger darf abstimmen, aber seine Stimme hat keinen Einfluss.

    Wie meinte kürzlich Pat Condell:
    "Wir sind die erste Generation von Europäern, die niemals ihre Freiheit verteidigen mussten. Infolgedessen sehen wir heute unsere Freiheit als was selbstverständliches an. Selbst wenn wir zuschauen, wie sie uns vor unseren Augen weggenommen wird, wir wollen es einfach nicht wahrhaben."

    Der sowjetischen Dissidenten Vladimir Bukowsky meinte im Jahr 2006, dass die politische Struktur der Europäischen Union ähnlich der des Obersten Sowjet und des Politbüros ist, und dass diese Ähnlichkeit beabsichtigt ist.
    So gesehen passt Ungarn ganz gut in die EU.

    Mehr dazu im Video "Europe needs a Revolution":
    http://www.youtube.com/watch?v=s3u9LB32YYM

  • Ja bla bla bla. Das wussten wir auch vorher alles schon.

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