
Im Jahr 1980 hat das Öko-Institut die Studie zur Energiewende vorgelegt. Darin zeigte es auf, wie innerhalb von 50 Jahren durch Energieeffizienz der Energieverbrauch halbiert und dann ein Anteil von 50 Prozent durch regenerative Energieträger gedeckt werden kann. Waren die Mitarbeiter des Öko-Instituts damals nicht mutig genug, um einen 80- oder 100-prozentigen Anteil an regenerativen Energieträgern für möglich zu halten? Waren die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten damals noch nicht so wie heute? Oder stand schon damals die Erkenntnis im Vordergrund, dass es beim Ausbau und der Integration regenerativer Energietechnologien eine große Herausforderung ist, ein Industrieland sicher und preisgünstig mit Energie zu versorgen?
Richtig ist, dass seit 1980 eine rasante technologische Entwicklung bei regenerativen Energietechnologien stattgefunden hat, die sich auch in einer starken Kostenreduktion dokumentiert. Im gleichen Umfang wie sich die Preise nach unten bewegten, stiegen bei den politischen Parteien die Erwartungen an den Ausbau der regenerativen Energieträger. Es fand praktisch ein Wettlauf statt, wer den höchsten Anteil bietet. Noch vor fünf Jahren galten zum Beispiel 30 Prozent regenerative Stromerzeugung als sehr hoher Wert. Dann kamen Gutachten vom Umweltbundesamt und vom Sachverständigenrat für Umweltfragen, die eine 100-prozentige regenerative Stromversorgung als möglich, ja sogar volkswirtschaftlich vorteilhaft darstellten, ohne dabei aber die Systemintegration im Fokus zu haben. Nach Fukushima waren dann nur noch 100-Prozent-Szenarien politisch korrekt. Gleichzeitig wurde der Ausbau durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einer 20-jährigen Abnahmegarantie stark gefördert und für den Investor praktisch risikolos.
Der große Fehler war, dass fast alle Szenarien eine rein mengenmäßige, also auf die Bereitstellung von Kilowattstunden bezogene Betrachtung durchführten. Die Besonderheiten der regenerativen Stromerzeugung aus Wind- und Photovoltaikanlagen wurden dabei nicht oder nur sehr wenig beachtet. Diese sind aber im höchsten Maße systemrelevant. Große Fluktuation, hohe Gleichzeitigkeit und nicht immer bedarfsgerechte Stromerzeugung sind die wesentlichsten Merkmale, gepaart mit einer geringen jährlichen Verfügbarkeit der installierten Leistung. Am Beispiel der Photovoltaik lässt sich dies gut dokumentieren. Um ein Prozent der deutschen Stromerzeugung mit Photovoltaik bereitzustellen, muss eine Leistung von 10 000 MW installiert werden. Diese steht aber nur dann zur Verfügung, wenn die Sonne scheint.
Bisher war dies kein Problem, da Deutschland über ein robustes Elektrizitätssystem verfügt. Jetzt erreichen wir aber Systemgrenzen, die den weiteren Ausbau infrage stellen. Auf Anregung von Bundesumweltminister Altmaier wurde eine Obergrenze für den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf 52 000 MW festgelegt, die wir wahrscheinlich bereits im Jahr 2015 oder 2016 erreichen werden. Aber bereits für diese 52 000 MW ist unsere Infrastruktur heute nicht ausgelegt. Weder gibt es die dafür erforderlichen Netze mit der entsprechenden Transportkapazität noch die erforderlichen Speicherkapazitäten, noch die Möglichkeit, die Nachfrage an die Erzeugung anzupassen. Die Anpassung der Infrastruktur hält nicht Schritt mit der Geschwindigkeit des Ausbaus der regenerativen Energietechnologien.
Für ein Industrieland wie Deutschland ist eine ausreichende gesicherte Erzeugungsleistung unabdingbar. Wind- und Photovoltaikanlagen können diese Leistung nicht liefern. Deshalb braucht es gleichzeitig noch konventionelle Kraftwerke. Dies hat zur Folge, dass wir im Jahr 2022 Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 220 000 MW in Deutschland installiert haben werden, für die Abdeckung einer Höchstlast von rund 80 000 MW. Und hier tritt das nächste Problem auf. Natürlich schickt die Sonne keine Rechnung, sprich Wind- und Photovoltaikanlagen haben keine Brennstoffkosten. Aber allein die Kapitalkosten für 220 000 MW Kraftwerksleistung, den Netzausbau und die notwendigen Speicherkapazitäten verdeutlichen, dass die Strompreise weiter steigen werden, und dies nicht zu knapp.
Dies alles sind keine Argumente gegen die Energiewende, sondern ein Aufruf dafür, die Energiewende vernünftig zu machen. Das bedeutet, dass der Ausbau der regenerativen Energieanlagen nach energiewirtschaftlichen Parametern gesteuert werden muss. Deshalb muss das EEG grundlegend reformiert werden. Nur die Absenkung der Einspeisevergütung reicht nicht aus. Wind- und Photovoltaikanlagen dürfen nur in dem Umfang zugebaut werden, wie sie auch effizient ins System integriert werden können, und dies zu vertretbaren Kosten. Die Diskussion über hohe Strompreise sollte allen zu denken geben, die die Energiewende befürworten. Ohne Akzeptanz in der Bevölkerung ist die Energiewende kaum durchzusetzen.

Frau AIgner hat Recht wenn Sie Einspruch erhebt, es kann nicht angehen, das immer allen Kosten zu Lasten des Verbrauchers gehen die andere verursachen. Es wurde niemand in Deutschland gefragt ob er die Energiewende wollte und wenn ja ob man bereit ist dafür soviel mehr zu zahlen. Es ist nicht nur der Steueranteil, es sind vielmehr die Energiekonzerne die die Preise immer weiter in die Höhe treiben und Milliardengewinne machen, denn wir zahlen ja brav. Selbstverständlich müssen diese Monopole zerstört werden um endlich gerechte Preise zu erhalten und da nützen auch ständige Anbieterwechsel kaum etwas, geht leicht, ja wird aber von neuen und alten Anbieter ständig behindert durch falsche Einstufungen oder falsche Weitergaben von Daten, denn man verliert ja einen zahlenden Kunden.

# Charly
Wer hat den per ordre die Kraftwerke abschalten lassen?
Enteignung von Tennet: Wollen Sie in Holland einmarschieren?
Dieses unsägliche Gedankengut hatten wir schon einmal.
Eigentlich sind die Extrema von Links und Rechts fast deckungsgleich. Beide enden in Gewalt.
Bzgl. Reformation der Energiewende: Sie muß gänzlich abgeschafft werden!- Nicht bezahlbar und physikalisch nicht realisierbar.

1. Verstaatlichen? Die einzige Folge der Einführung des iniffizienten Staatsapparates würde nur noch VIEL höhere Kosten für Strom zu Folge haben
2. Manche meinen irgendwie, dass die Energiekonzerne mit 150% Gewinn durch die Welt fahren würden. Habt ihr euch jemals mal den Jahresgeschäftsbericht angeschaut? Vodafone, Audi, BASF ... nur ein paar Beispiele für Unternehmen, die genau so viel oder mehr Geld machen.
3. Strompreise explodieren? Haben Sie sich JEMALS ihre Rechnung angeguckt? Versorger bekommen seit Jahren das gleiche, nur der Steueranteil steigt.
4. Ausbau Netz? Die ganzen Naturbefürworter streuen sich doch schon gegen eine Stromleitung, wenn sie 10 km von deren Haus weg steht. Dank der Rechtschutzversicherungen kann dann jeder schön gegen klagen und schon verzögert sich der Ausbau um 5 Jahre oder kommt erst gar nicht zu Stande. (Alternative Kabelleitung ist keine Alternative, da bis zu 5 mal so teuer und durch kapazatives Verhalten sowieso nicht wirklich für den Zweck geeignet)
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