Gastbeiträge

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Gastkommentar: Regierung muss die Energiewende reformieren

Photovoltaik und Windkraft sollen die Zukunft gehören. Doch Sonne und Wind stehen nur begrenzt zur Verfügung, auch die Netze sind noch nicht entsprechend ausgebaut. Zeit für eine grundlegende Reform des Energie-Gesetzes.

Stephan Kohler ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Quelle: dpa
Stephan Kohler ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Quelle: dpa

Im Jahr 1980 hat das Öko-Institut die Studie zur Energiewende vorgelegt. Darin zeigte es auf, wie innerhalb von 50 Jahren durch Energieeffizienz der Energieverbrauch halbiert und dann ein Anteil von 50 Prozent durch regenerative Energieträger gedeckt werden kann. Waren die Mitarbeiter des Öko-Instituts damals nicht mutig genug, um einen 80- oder 100-prozentigen Anteil an regenerativen Energieträgern für möglich zu halten? Waren die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten damals noch nicht so wie heute? Oder stand schon damals die Erkenntnis im Vordergrund, dass es beim Ausbau und der Integration regenerativer Energietechnologien eine große Herausforderung ist, ein Industrieland sicher und preisgünstig mit Energie zu versorgen?

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Richtig ist, dass seit 1980 eine rasante technologische Entwicklung bei regenerativen Energietechnologien stattgefunden hat, die sich auch in einer starken Kostenreduktion dokumentiert. Im gleichen Umfang wie sich die Preise nach unten bewegten, stiegen bei den politischen Parteien die Erwartungen an den Ausbau der regenerativen Energieträger. Es fand praktisch ein Wettlauf statt, wer den höchsten Anteil bietet. Noch vor fünf Jahren galten zum Beispiel 30 Prozent regenerative Stromerzeugung als sehr hoher Wert. Dann kamen Gutachten vom Umweltbundesamt und vom Sachverständigenrat für Umweltfragen, die eine 100-prozentige regenerative Stromversorgung als möglich, ja sogar volkswirtschaftlich vorteilhaft darstellten, ohne dabei aber die Systemintegration im Fokus zu haben. Nach Fukushima waren dann nur noch 100-Prozent-Szenarien politisch korrekt. Gleichzeitig wurde der Ausbau durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einer 20-jährigen Abnahmegarantie stark gefördert und für den Investor praktisch risikolos.

Ein Jahr Energiewende Wer für den Atomausstieg zahlen muss

  • Ein Jahr Energiewende: Wer für den Atomausstieg zahlen muss
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Der große Fehler war, dass fast alle Szenarien eine rein mengenmäßige, also auf die Bereitstellung von Kilowattstunden bezogene Betrachtung durchführten. Die Besonderheiten der regenerativen Stromerzeugung aus Wind- und Photovoltaikanlagen wurden dabei nicht oder nur sehr wenig beachtet. Diese sind aber im höchsten Maße systemrelevant. Große Fluktuation, hohe Gleichzeitigkeit und nicht immer bedarfsgerechte Stromerzeugung sind die wesentlichsten Merkmale, gepaart mit einer geringen jährlichen Verfügbarkeit der installierten Leistung. Am Beispiel der Photovoltaik lässt sich dies gut dokumentieren. Um ein Prozent der deutschen Stromerzeugung mit Photovoltaik bereitzustellen, muss eine Leistung von 10 000 MW installiert werden. Diese steht aber nur dann zur Verfügung, wenn die Sonne scheint.

  • 23.08.2012, 10:14 Uhrusafan

    Frau AIgner hat Recht wenn Sie Einspruch erhebt, es kann nicht angehen, das immer allen Kosten zu Lasten des Verbrauchers gehen die andere verursachen. Es wurde niemand in Deutschland gefragt ob er die Energiewende wollte und wenn ja ob man bereit ist dafür soviel mehr zu zahlen. Es ist nicht nur der Steueranteil, es sind vielmehr die Energiekonzerne die die Preise immer weiter in die Höhe treiben und Milliardengewinne machen, denn wir zahlen ja brav. Selbstverständlich müssen diese Monopole zerstört werden um endlich gerechte Preise zu erhalten und da nützen auch ständige Anbieterwechsel kaum etwas, geht leicht, ja wird aber von neuen und alten Anbieter ständig behindert durch falsche Einstufungen oder falsche Weitergaben von Daten, denn man verliert ja einen zahlenden Kunden.

  • 22.08.2012, 19:01 UhrLBraren

    # Charly
    Wer hat den per ordre die Kraftwerke abschalten lassen?
    Enteignung von Tennet: Wollen Sie in Holland einmarschieren?
    Dieses unsägliche Gedankengut hatten wir schon einmal.
    Eigentlich sind die Extrema von Links und Rechts fast deckungsgleich. Beide enden in Gewalt.
    Bzgl. Reformation der Energiewende: Sie muß gänzlich abgeschafft werden!- Nicht bezahlbar und physikalisch nicht realisierbar.

  • 22.08.2012, 17:05 UhrSlimp86

    1. Verstaatlichen? Die einzige Folge der Einführung des iniffizienten Staatsapparates würde nur noch VIEL höhere Kosten für Strom zu Folge haben

    2. Manche meinen irgendwie, dass die Energiekonzerne mit 150% Gewinn durch die Welt fahren würden. Habt ihr euch jemals mal den Jahresgeschäftsbericht angeschaut? Vodafone, Audi, BASF ... nur ein paar Beispiele für Unternehmen, die genau so viel oder mehr Geld machen.

    3. Strompreise explodieren? Haben Sie sich JEMALS ihre Rechnung angeguckt? Versorger bekommen seit Jahren das gleiche, nur der Steueranteil steigt.

    4. Ausbau Netz? Die ganzen Naturbefürworter streuen sich doch schon gegen eine Stromleitung, wenn sie 10 km von deren Haus weg steht. Dank der Rechtschutzversicherungen kann dann jeder schön gegen klagen und schon verzögert sich der Ausbau um 5 Jahre oder kommt erst gar nicht zu Stande. (Alternative Kabelleitung ist keine Alternative, da bis zu 5 mal so teuer und durch kapazatives Verhalten sowieso nicht wirklich für den Zweck geeignet)

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