Gastkommentar
Sieben Schritte zur Rettung des Euro

Die Euro-Zone hat es trotz zahlreicher Krisengipfel nicht geschafft, die Krise einzudämmen. Die Staats- und Regierungschefs müssen ihre Strategie grundlegend ändern. Diese sieben Schritte sind dafür notwendig.
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Europa hastet von Krisengipfel zu Krisengipfel. Immer wieder scheint die Überwindung der Krise des Euroraums so nah – und entpuppt sich dann doch wieder als so fern. Keine von all den zahlreichen mit hohen politischen und finanziellen Risiken verbundenen Maßnahmen hat die Krise endgültig zu stoppen vermocht. Immer mehr Länder flüchten unter den Rettungsschirm. Die Sorgen kreisen schon längst nicht mehr nur um Griechenland, sondern mittlerweile ergreift die Furcht vor dem wirtschaftlichen Kollaps auch Spanien und Italien. Die Krise des Euroraums hat damit nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ein neues, extrem gefährliches Stadium erreicht. Was also muss geschehen, um die Krise schnellstmöglich zu stoppen?

Am Anfang muss die allgemeine Erkenntnis stehen, dass die bisherige Strategie, jedes Land als Einzelfall jeweils individuellen Versagens zu behandeln, gescheitert ist. Der Euroraum befindet sich in einer Systemkrise. Folglich muss auch eine systemische Reaktion auf die Krise erfolgen.

Vor allem muss die politische Kommunikation der Regierungen auch der eigenen Bevölkerung zu erklären versuchen, dass es nicht um einzelne Länder geht, sondern um den Euroraum als Ganzes mit einem gemeinsamen Fehlverhalten als Ursache. Daraus ergeben sich sieben Schritte, die zur Rettung des Euro gemacht werden sollten. Und zwar ohne weitere Umwege.

Kommentare zu " Gastkommentar: Sieben Schritte zur Rettung des Euro"

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  • Die Pöbeleien und die Polemik weitgehend anonymer „Kommentatoren“ sprechen nur für Positionen von Prof. Gustav Horn und für sein Engagement zur Bewältigung der EU-Krise.
    Eine entscheidende, aktuelle Ursache dieser Krise liegt in der gezielten Spekulation gegen die wirtschaftlich schwächer aufgestellten Staaten der Euro-Zone. Diese Spekulation gilt es nachhaltig zu beenden. Ein unverzichtbarer Beitrag dazu ist eine schrittweise, an Reformauflagen gekoppelte, also konditionierte Einführung von kurzfristigen Euro-Bills und von Euro-Bonds. Dies hat die EU-Kommission offiziell vorgeschlagen und es wird indessen auch von einsichtigen CDU-Europapolitikern wie Elmar Brok unterstützt. Bisher scheitert es vor allem an der deutschen FDP und der wirtschaftspolitisch uneinsichtigen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die offensichtlich eher eine katastrophale Verschärfung der EU-Krise in Kauf nehmen, als von ihren dogmatischen Positionen abzugehen.
    Deutschland und weitere wirtschaftlich besser aufgestellte Staaten der Euro-Zone könnten sich nach den Vorschlägen der EU-Kommission weiterhin über nur national garantierte Staatsanleihen finanzieren, so dass Zinserhöhungen für deutsche Staatsanleihen kaum zu befürchten sind. Dies wird von Politikern, aber auch Wirtschaftswissenschaftlern häufig zu wenig herausgestellt.
    Zu Hintergründen der Spekulation empfehle ich zudem die Beiträge von Wilfried Herz, Wie aus der Finanz- eine Schuldenkrise gemacht wurde, in: Cicero Online vom 12. Mai 2012, und von Rudolf Hickel, Zerschlagt die Banken. Zivilisiert die Finanzmärkte, Berlin 20122.
    Norbert Fabian, Duisburg

  • "Vor allem muss die politische Kommunikation der Regierungen auch der eigenen Bevölkerung zu erklären versuchen, dass es nicht um einzelne Länder geht, sondern um den Euroraum als Ganzes mit einem gemeinsamen Fehlverhalten als Ursache," meint Prof. Dr. Gustav A. Horn.

    So - also "gemeinsames Fehlverhalten" ist die Ursache der Krise.

    Abscheinend sind in Deutschland die Beamteneinkommen in den letzten 10 Jahren um 71,7 % gestiegen, und nicht in Griechenland.

    Abscheinend sind in Deutschland die Sozialausgaben in den letzten 10 Jahren um 109 % auf 4360 € pro Nase gestiegen, und nicht in Griechenland.

    Anscheinend haben Deutsche die Betonruinen in Irland und Spanien hingeklotzt, und nicht die Iren und Spanier.

    Das einzige was man Deutschen hier vorwerfen kann ist doch wohl daß sich deutsche Banken an der Finanzierung dieses Wahnsinns beteiligt haben.

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    Wie hier Täter und Opfer unter der Rubrik "gemeinsames Fehlverhalten" in einen Topf geworfen werden ist ein besonders widerwärtiges Exempel sozialistischer Demagogie.

  • "Am Anfang muss die allgemeine Erkenntnis stehen, dass die bisherige Strategie, jedes Land als Einzelfall jeweils individuellen Versagens zu behandeln, gescheitert ist," behauptet Prof. Dr. Gustav A. Horn.

    Schon das ist vollkommen verkehrt.

    Die Haushaltskrisen der Länder haben keinerwegs überall die gleichen Ursachen, und können deshalb auch nicht gleich behandelt werden.

    Während in Griechenland groteske Verschwendung und Korruption der Grund der Staatsschuldenkrise ist, und in Italien das gleiche aber weniger und dafür länger das Problem ist, haben Irland und Spanien mit den Folgen einer Immobilienblase zu tun.

    Alle Krankheiten mit der gleichen Medizin zu behandeln kann nur einem Prof. soz. einfallen.

    Zu glauben daß man nach einer Behandlungsdauer von zwischen 2 Jahren (Griechnland) und 2 Tagen (Spanien) schon ein Urteil über den Erfolg der Behandlung fällen kann ist ebenso vermessen. Bis jetzt kann man im Fall Griechenland nur konstatieren daß der Patient sich weigert die Medizin zu nehmen und bessere Krankenhauskost fordert. Hier stimmt was nicht mit dem Patienten - die Wirksamkeit der Behandlungsmethode kann man bei einem derartigen Patienten gar nicht feststellen.

    Die Ablehnung individueller Verantwortung - hier 'mal bei Ländern - ist sozialistische Ideologie und hat mit Wissennschaft nichts zu tun.

    Bei dem Prof. Dr. Gustav A. Horn handelt es sich offensichlich um einen der Vertreter seiner Zunft die sich in den Wissenschaftsbetrieb eingeschlichen haben um ihre unwissenschftliche Ideologie pesudowissenschaftlich zu verbrämen.

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