Gastkommentar Sieben Schritte zur Rettung des Euro

Die Euro-Zone hat es trotz zahlreicher Krisengipfel nicht geschafft, die Krise einzudämmen. Die Staats- und Regierungschefs müssen ihre Strategie grundlegend ändern. Diese sieben Schritte sind dafür notwendig.
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Prof. Dr. Gustav A. Horn ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Er lehrt an der Universität Duisburg-Essen. Quelle: dpa

Prof. Dr. Gustav A. Horn ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Er lehrt an der Universität Duisburg-Essen.

(Foto: dpa)

Europa hastet von Krisengipfel zu Krisengipfel. Immer wieder scheint die Überwindung der Krise des Euroraums so nah – und entpuppt sich dann doch wieder als so fern. Keine von all den zahlreichen mit hohen politischen und finanziellen Risiken verbundenen Maßnahmen hat die Krise endgültig zu stoppen vermocht. Immer mehr Länder flüchten unter den Rettungsschirm. Die Sorgen kreisen schon längst nicht mehr nur um Griechenland, sondern mittlerweile ergreift die Furcht vor dem wirtschaftlichen Kollaps auch Spanien und Italien. Die Krise des Euroraums hat damit nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ein neues, extrem gefährliches Stadium erreicht. Was also muss geschehen, um die Krise schnellstmöglich zu stoppen?

Am Anfang muss die allgemeine Erkenntnis stehen, dass die bisherige Strategie, jedes Land als Einzelfall jeweils individuellen Versagens zu behandeln, gescheitert ist. Der Euroraum befindet sich in einer Systemkrise. Folglich muss auch eine systemische Reaktion auf die Krise erfolgen.

Vor allem muss die politische Kommunikation der Regierungen auch der eigenen Bevölkerung zu erklären versuchen, dass es nicht um einzelne Länder geht, sondern um den Euroraum als Ganzes mit einem gemeinsamen Fehlverhalten als Ursache. Daraus ergeben sich sieben Schritte, die zur Rettung des Euro gemacht werden sollten. Und zwar ohne weitere Umwege.

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61 Kommentare zu "Gastkommentar: Sieben Schritte zur Rettung des Euro"

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  • Die Pöbeleien und die Polemik weitgehend anonymer „Kommentatoren“ sprechen nur für Positionen von Prof. Gustav Horn und für sein Engagement zur Bewältigung der EU-Krise.
    Eine entscheidende, aktuelle Ursache dieser Krise liegt in der gezielten Spekulation gegen die wirtschaftlich schwächer aufgestellten Staaten der Euro-Zone. Diese Spekulation gilt es nachhaltig zu beenden. Ein unverzichtbarer Beitrag dazu ist eine schrittweise, an Reformauflagen gekoppelte, also konditionierte Einführung von kurzfristigen Euro-Bills und von Euro-Bonds. Dies hat die EU-Kommission offiziell vorgeschlagen und es wird indessen auch von einsichtigen CDU-Europapolitikern wie Elmar Brok unterstützt. Bisher scheitert es vor allem an der deutschen FDP und der wirtschaftspolitisch uneinsichtigen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die offensichtlich eher eine katastrophale Verschärfung der EU-Krise in Kauf nehmen, als von ihren dogmatischen Positionen abzugehen.
    Deutschland und weitere wirtschaftlich besser aufgestellte Staaten der Euro-Zone könnten sich nach den Vorschlägen der EU-Kommission weiterhin über nur national garantierte Staatsanleihen finanzieren, so dass Zinserhöhungen für deutsche Staatsanleihen kaum zu befürchten sind. Dies wird von Politikern, aber auch Wirtschaftswissenschaftlern häufig zu wenig herausgestellt.
    Zu Hintergründen der Spekulation empfehle ich zudem die Beiträge von Wilfried Herz, Wie aus der Finanz- eine Schuldenkrise gemacht wurde, in: Cicero Online vom 12. Mai 2012, und von Rudolf Hickel, Zerschlagt die Banken. Zivilisiert die Finanzmärkte, Berlin 20122.
    Norbert Fabian, Duisburg

  • "Vor allem muss die politische Kommunikation der Regierungen auch der eigenen Bevölkerung zu erklären versuchen, dass es nicht um einzelne Länder geht, sondern um den Euroraum als Ganzes mit einem gemeinsamen Fehlverhalten als Ursache," meint Prof. Dr. Gustav A. Horn.

    So - also "gemeinsames Fehlverhalten" ist die Ursache der Krise.

    Abscheinend sind in Deutschland die Beamteneinkommen in den letzten 10 Jahren um 71,7 % gestiegen, und nicht in Griechenland.

    Abscheinend sind in Deutschland die Sozialausgaben in den letzten 10 Jahren um 109 % auf 4360 € pro Nase gestiegen, und nicht in Griechenland.

    Anscheinend haben Deutsche die Betonruinen in Irland und Spanien hingeklotzt, und nicht die Iren und Spanier.

    Das einzige was man Deutschen hier vorwerfen kann ist doch wohl daß sich deutsche Banken an der Finanzierung dieses Wahnsinns beteiligt haben.

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    Wie hier Täter und Opfer unter der Rubrik "gemeinsames Fehlverhalten" in einen Topf geworfen werden ist ein besonders widerwärtiges Exempel sozialistischer Demagogie.

  • "Am Anfang muss die allgemeine Erkenntnis stehen, dass die bisherige Strategie, jedes Land als Einzelfall jeweils individuellen Versagens zu behandeln, gescheitert ist," behauptet Prof. Dr. Gustav A. Horn.

    Schon das ist vollkommen verkehrt.

    Die Haushaltskrisen der Länder haben keinerwegs überall die gleichen Ursachen, und können deshalb auch nicht gleich behandelt werden.

    Während in Griechenland groteske Verschwendung und Korruption der Grund der Staatsschuldenkrise ist, und in Italien das gleiche aber weniger und dafür länger das Problem ist, haben Irland und Spanien mit den Folgen einer Immobilienblase zu tun.

    Alle Krankheiten mit der gleichen Medizin zu behandeln kann nur einem Prof. soz. einfallen.

    Zu glauben daß man nach einer Behandlungsdauer von zwischen 2 Jahren (Griechnland) und 2 Tagen (Spanien) schon ein Urteil über den Erfolg der Behandlung fällen kann ist ebenso vermessen. Bis jetzt kann man im Fall Griechenland nur konstatieren daß der Patient sich weigert die Medizin zu nehmen und bessere Krankenhauskost fordert. Hier stimmt was nicht mit dem Patienten - die Wirksamkeit der Behandlungsmethode kann man bei einem derartigen Patienten gar nicht feststellen.

    Die Ablehnung individueller Verantwortung - hier 'mal bei Ländern - ist sozialistische Ideologie und hat mit Wissennschaft nichts zu tun.

    Bei dem Prof. Dr. Gustav A. Horn handelt es sich offensichlich um einen der Vertreter seiner Zunft die sich in den Wissenschaftsbetrieb eingeschlichen haben um ihre unwissenschftliche Ideologie pesudowissenschaftlich zu verbrämen.

  • "Als langfristige Lösung wird statt des Fiskalpakts ein Stabilitätspakt beschlossen, der die Mitgliedstaaten verpflichtet, in Zukunft auf ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu achten und eine entsprechende Stabilisierungspolitik durchzuführen."

    Au Backe - mit vagen Absichtserklärungen will der Prof. Dr. Gustav A. Horn der Korruption und dem Schlendrian im Club Med beikommen?

    Diese Art von weltfremdem Unfug hatten wir doch schon 20 Jahre lang in Brüssel.

    Und eine solide Haushaltspolitik ist in der Phantasiewelt unserers Professor wohl auch nicht von Nöten - also weg mit dem Fiskalpakt und seinen lästigen Ausgabenbegrenzungen!

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    Herrlich zu sehen daß sich die Bildungsklatastrophe in Deutschland inzwischen habilitiert hat.

  • Herr Horn,
    Ihr neuer bürokratischer Reparaturbetrieb wird genauso unterlaufen, wie die EU-Bürokratie!

    Warum laufen wir eigentlich hinter dem alten Euro-Modell hinterher?
    In einer globalisierten Welt braucht die deutsche Wirtschaft eine stabile Weltleitwährung: US-Dollar : Fehlanzeige!
    Wir sollten die Gunst der Stunde nutzen und einen neuen Weltleitwährungskorb mit Brics, USA, Aus und UK verhandeln.
    Nur so befreien wir uns vom Petrodollar!
    China und Japan sind bereits auf diesem Weg!
    Wenn F und I mitspielen wollen, gut! Wenn nicht auch gut!

    Tip: Der Rep Ron Paul tritt der FED und der Wall Street mächtig auf die Zehen ( Focusartikel)!

  • Schritt 1: Die Steuer in Deutschland wird abgeschafft
    Schritt 2: Wir schlüpfen unter den Rettungsschirm
    Schritt 3: Wir schenken unseren EU-Partnern unsere Schulden
    Schritt 4: Wir leben in Saus und Braus
    Schritt 5: Wir berufen einen Kriesengipfel ein
    Schritt 6: Wir berufen einen weiteren Krisengipfel ein
    Schritt 7: Wir beauftragen eine namhafte Kanzlei mit der Ausarbeitung eines neuen Europas
    Ach, wie ist das schön!

  • Bitte jetzt ein Lied - und schön kakophonisch.
    Und wenn alle Euro-Länder aus eigener Kraft oder mit Hilfe der anderen pleite sind, singen wir gemeinsam und schön kakophonisch das Lied :"Völker hört die Signale" !
    Das wär dann auch mein Vorschlag für die neue EU-dssR Hymne.

  • @miklasross
    Sind Sie Ökonom? Dann ab nach Brüssel, dort wird tatkräftige Hilfe dringend benötigt.

  • Stimmt. Im Kommentarbereich des HB, findet sich täglich die Weltelite der Weltökonomen. Immer wieder köstlich, hier rein zu schauen.
    Ich Dummerchen dachte immer, dass solche Leute in Hinterdumpfbackenhausen säßen und keinen PC hätten. So kann man sich täuschen.

  • Zitat "solala"
    "Alle weitere Ausführungen zu den Ausführungen sind ermüdend. Dem HB ist zu empfehlen, nur von echten Ökonomen Meinungen abzudrucken bzw. vorher dies qualitätszusichern."

    Warum sollte das HB das machen ? Selbst Sie dürfen Ihren Seim hier hinrotzen.

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