Gastkommentar
„Social Media hat die Langeweile getötet“

Wir haben ein Paralleluniversum geschaffen, in dem wir außerhalb unseres Ichs präsent sein müssen, um uns im digitalen Strom zu behaupten, sagt der Online-Pionier Ibrahim Evsan. Damit haben wir die Langeweile verbannt.
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Wir haben uns eine zweite Welt geschaffen, außerhalb unseres eigenen Ichs, die digitale Welt aus Bits und Bytes. Aber das interessiert uns nicht mehr. Es funktioniert. Der internet-normierte Mensch, wir nennen ihn Fluid, tut nach Watzlawick alles, um „nicht nicht zu kommunizieren”. Wir lassen ein zweites Ich auf die Menschheit los, das sich durch unsere Online-Arbeit mit digitalem Leben füllt. Wir befüllen die „Maschine” Internet mit unseren Daten. Dabei lernen wir, die Maschine zu bedienen ohne dabei die Algorithmen zu verstehen. So handeln wir auch im Internet, besonders in Social Media. Die Maschine wird unser Lebensraum.

Wir haben uns verlängert um das Internet. Die Hülle des Menschen, die ihn überall hin mit verfolgt. Schleichend, und ohne dass wir es uns bewusst sind, haben uns Maschinen die Arbeit abgenommen, aber auch die Arbeitswilligen zusammen gebracht. Crowdsourcing – die Verteilung der Aufgaben ins Netz ist heute für die fluiden Nutzer selbstverständlich.

Wie immer im Leben müssen wir zwischen dem Eigenbild und dem Fremdbild unterscheiden. Das Eigenbild ist ein Abbild dessen, was wir in uns und um uns herum erblicken, alles, was wir uns geschaffen haben, um zu die Persönlichkeit zu werden, die wir sind. Das Netz kategorisiert uns, und wir helfen ihm dabei (z.B. Klout.com). In jeder Form der Kommunikation argumentieren wir von diesem Eigenbild aus, wir können gar nicht anders. In der direkten Kommunikation „face-to-face”, erkennen wir die Reaktionen auf das was wir sagen, was wir sind und können reagieren, wenn wir missverstanden werden. In der digitalen Welt haben wir keinerlei Kontrolle mehr über das, was von uns wahrgenommen wird.

Kommentare zu " Gastkommentar: „Social Media hat die Langeweile getötet“"

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  • Ich habe Ibrahim Evsan beim Kölner medien Forum live erlebt und fand das nicht erbärmlich. Bald starte ich mit einem eigenen Blog und hoffe ehrlich gesagt auf konstruktivere Kommentare.

  • Das Niveau von Handelsblatt wird immer erbärmlicher, ich muss wohl mein Abo doch noch kündigen und zur FTD wechseln.

  • So ein Blödsinn :) - Ich war heute noch zur Gast beim Vorstand :)

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