Gastbeiträge

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Gastkommentar: „Social Media hat die Langeweile getötet“

Wir haben ein Paralleluniversum geschaffen, in dem wir außerhalb unseres Ichs präsent sein müssen, um uns im digitalen Strom zu behaupten, sagt der Online-Pionier Ibrahim Evsan. Damit haben wir die Langeweile verbannt.

Ibrahim Evsan zählt zu den wichtigsten Web-Gründern. Quelle: obs
Ibrahim Evsan zählt zu den wichtigsten Web-Gründern. Quelle: obs

Wir haben uns eine zweite Welt geschaffen, außerhalb unseres eigenen Ichs, die digitale Welt aus Bits und Bytes. Aber das interessiert uns nicht mehr. Es funktioniert. Der internet-normierte Mensch, wir nennen ihn Fluid, tut nach Watzlawick alles, um „nicht nicht zu kommunizieren”. Wir lassen ein zweites Ich auf die Menschheit los, das sich durch unsere Online-Arbeit mit digitalem Leben füllt. Wir befüllen die „Maschine” Internet mit unseren Daten. Dabei lernen wir, die Maschine zu bedienen ohne dabei die Algorithmen zu verstehen. So handeln wir auch im Internet, besonders in Social Media. Die Maschine wird unser Lebensraum.

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Wir haben uns verlängert um das Internet. Die Hülle des Menschen, die ihn überall hin mit verfolgt. Schleichend, und ohne dass wir es uns bewusst sind, haben uns Maschinen die Arbeit abgenommen, aber auch die Arbeitswilligen zusammen gebracht. Crowdsourcing – die Verteilung der Aufgaben ins Netz ist heute für die fluiden Nutzer selbstverständlich.

Wie schütze ich meine Daten vor Facebook?

  • Welche Daten sollte ich in sozialen Netzwerken veröffentlichen?

    Wer ein Profil in einem Netzwerk anlegen möchte, muss persönliche Daten preisgeben. Wichtig sind dabei zwei Entscheidungen: Welche Daten gebe ich an – und wer darf diese Daten lesen? Wer soziale Netzwerke zur Jobsuche nutzt, sollte einen kleinen Einblick in seine persönlichen Interessen geben. Kritisch können aber etwa Fotos aus dem Privatleben sein: Denn so weiß schnell auch der Arbeitgeber, was auf der Feier am vergangenen Wochenende geschehen ist. Der beste Datenschutz ist natürlich, Daten gar nicht erst zu veröffentlichen. Und: Das nachträgliche Löschen von Daten nützt nicht immer etwas – häufig finden sich irgendwo Spuren der alten Informationen oder Fotos.

  • Wie kann ich verhindern, dass Facebook mein Surfverhalten aufzeichnet?

    Seiten wie das Technikportal Heise.de binden den „Gefällt mir“-Knopf nicht direkt ein, sondern laden ihn erst, wenn der Nutzer das wünscht. Diese Funktion gibt es aber nur auf wenigen anderen Seiten. Wer die Datensammlung abwehren will, kann verhindern, dass der Facebook-Knopf geladen wird. Nutzer des Browsers Firefox können dazu den Werbeblocker AdBlock-Plus nutzen. Wie sie die Filterregeln richtig einstellen, lässt sich leicht mit einer Suchmaschine herausfinden. Das Verfahren funktioniert auch mit anderen Netzwerken wie Google+. Facebook-Mitglieder können auch ihre Cookies löschen, sodass der Server nicht erkennt, dass er ein Mitglied vor sich hat.

  • Welche Daten sammelt Facebook durch den „Gefällt mir“-Knopf?

    Viele Websites binden den „Gefällt mir“-Button von Facebook ein. Ob das Soziale Netzwerk beim Besuch einer solchen Seite Daten sammelt, hängt davon ab, ob der Nutzer ein Facebook-Konto hat. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt – sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind. Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird.

  • Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?

    Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.

Wie immer im Leben müssen wir zwischen dem Eigenbild und dem Fremdbild unterscheiden. Das Eigenbild ist ein Abbild dessen, was wir in uns und um uns herum erblicken, alles, was wir uns geschaffen haben, um zu die Persönlichkeit zu werden, die wir sind. Das Netz kategorisiert uns, und wir helfen ihm dabei (z.B. Klout.com). In jeder Form der Kommunikation argumentieren wir von diesem Eigenbild aus, wir können gar nicht anders. In der direkten Kommunikation „face-to-face”, erkennen wir die Reaktionen auf das was wir sagen, was wir sind und können reagieren, wenn wir missverstanden werden. In der digitalen Welt haben wir keinerlei Kontrolle mehr über das, was von uns wahrgenommen wird.

  • 06.07.2012, 22:38 Uhrraphaelwitte

    Ich habe Ibrahim Evsan beim Kölner medien Forum live erlebt und fand das nicht erbärmlich. Bald starte ich mit einem eigenen Blog und hoffe ehrlich gesagt auf konstruktivere Kommentare.

  • 14.03.2012, 17:22 Uhrpwnd-checker

    Das Niveau von Handelsblatt wird immer erbärmlicher, ich muss wohl mein Abo doch noch kündigen und zur FTD wechseln.

  • 14.03.2012, 16:30 UhrIbrahimEvsan

    So ein Blödsinn :) - Ich war heute noch zur Gast beim Vorstand :)

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