
Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, meint, ein Staatsbankrott Griechenlands und dessen sofortiger Austritt aus dem Euro-Währungsgebiet sei das Gebot der Stunde. Die Härten eines solchen Schritts werden in Ansätzen sehr wohl gesehen. Daher wird auch gefordert, die eigentlich für die Bedienung der griechischen Staatschulden vorgesehene Summe lieber zu nutzen, um den mit der Wiedereinführung der Drachme absehbaren Zusammenbruch des griechischen Bankensystems aufzufangen.
Mit einem solch dramatischen Schritt soll dann – wie im vergangenen Jahrzehnt Argentinien – die griechische Wirtschaft auf den Weltmärkten wieder wettbewerbsfähig werden, da die neue griechische Währung entsprechend stark abwerten würde. Im Gegensatz zu bisher praktizierten Strategie immer neuer Rettungspakete sei dies ein tragfähiges Vorgehen. Glaubt Herr Sinn.
Wie schon häufiger in den vergangenen zwei Jahren haben sich die Finanzminister der Eurogruppe nicht an derartige Empfehlungen gehalten. Vielmehr haben sie Griechenland erneut Kredite zur Verfügung gestellt, und zwar zu nochmals günstigeren Konditionen. Allerdings ist unverkennbar, dass die Geduld mit der bisherigen Rettungsstrategie auf allen Seiten extrem strapaziert ist. Die Geberländer beklagen, dass ihre Mittel in ein Fass ohne Boden flössen, da sich derzeit die wirtschaftliche Lage nicht einmal in Ansätzen bessere.
Schon im vergangenen Juli hatten die Europartner Griechenland ein zweites Rettungspaket zugesagt. Nach vier weiteren EU-Gipfeln und einem letzten, 13-stündigen Verhandlungsmarathon der Finanzminister bis zum Dienstagmorgen stehen die Einzelheiten fest.
Die Privatgläubiger erlassen Griechenland 53,5 Prozent der ausstehenden Kredite. Wenn sich ausreichend Banken beteiligen, sinkt die Schuldenlast um 107 Milliarden Euro.
Der Rest der Privatschulden wird in neue Anleihen mit Laufzeiten von elf bis 30 Jahren umgetauscht. Dafür erhalten die Banken geringe Zinsen von zwei bis 4,3 Prozent. Insgesamt spart Athen dadurch in den kommenden acht Jahren 150 Milliarden Euro ein.
Die internationalen Geldgeber „versüßen“ den Banken den Schuldenumtausch, indem sie die neuen Anleihen mit 30 Milliarden Euro absichern.
Athen erhält neue Notkredite von 100 Milliarden Euro. Ob der Internationalen Währungsfonds (IWF) davon - wie bei den Programmen für Portugal und Irland - jeweils ein Drittel übernimmt, ist noch nicht klar. IWF-Chefin Lagarde will den Beitrag auch davon abhängig machen, ob die Eurozone ihren dauerhaften Rettungsfonds aufstockt.
Die nationalen Notenbanken geben die Gewinne aus ihren Griechenland-Krediten an Athen zurück. Das soll die Schuldenlast Athens um 1,8 Prozentpunkte senken.
Die Zinsen für die bereits gewährten Notkredite werden auf 1,5 Prozentpunkte oberhalb des Euribor gesenkt.
Der Schuldenerlass und die neuen Finanzspritzen sollen es Athen ermöglichen, seine Gesamtverschuldung bis 2020 von mehr als 160 auf 120,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zu senken.
Ein Teil der neuen Kredite fließen auf ein Sperrkonto, damit Athen seine anfallenden Schulden künftig auch zurückzahlen kann. Der Schuldendienst hat Vorrang vor anderen Staatsausgaben. Auf dem Konto muss ausreichend Geld für die Schuldentilgung der folgenden drei Monate liegen.
Die Umsetzung des Spar- und Reformauflagen wird von Experten der EU-Kommission permanent in Athen überwacht. Deutschland ist bereit, dazu Fachpersonal zu entsenden.
Im Gegenteil: Griechenland befindet sich in einer anscheinend hoffnungslos tiefen wirtschaftlichen Depression. Dies alles spräche gegen das bisherige Vorgehen, da die Vorgaben von Griechenland offenkundig nicht erfüllt würden. In Griechenland wird genau das gleiche Faktum aus einer anderen Perspektive beklagt. Die bisherige Rettungsstrategie habe Not und Elend hervorgerufen. Ein Strategiewechsel sei unvermeidlich. Dies zeigt schon, dass das bisherige Vorgehen an Grenzen stößt. Erodiert die politische Zustimmung, können weder die Staatsfinanzen in Griechenland konsolidiert noch weitere finanzielle Mittel in den Geberländern mobilisiert werden. Hat Sinn also Recht? Wäre das Ende mit Schrecken eine Alternative?

Das liebe ich so an den Euromantikern: Die völlige Verdrehung nicht etwa nur von Tatsachen, nein auch dem politischen Gegner, oder auch dem Kollegen aus der Wissenschaft, wird das Wort im Mund herumgedreht. Wer also wagt, den Sinn und Zweck des Rettungs-Irrsinns auch nur in Zweifel zu ziehen, ist automatisch ein böser Anti-Europäer, wenn nicht gleich ein Nationalist - dabei weiß jedes Kind, dass das "Retten" so nicht funktionieren wird. Komisch nur, dass das exakt die Methoden sind, mit denen man auch bei der Euro-Einführung alle warnenden Stimmen hämisch niedergemacht hat - dabei hatten die Professoren, die das jetzige Desaster präzise vorhergesagt haben, durchaus die europäische Idee im Blick. Und dieser Idee, werter Herr Professor Horn, würde es heute deutlich besser gehen, wenn man auf Ihre "Gegner" gehört hätte. Warum also sollten wir jetzt ausgerechnet wieder auf die hören, die offenbar unter komplettem Realitätsverlust leiden?! Ich bin dagegen, denn wissenschaftliche Auseinandersetzung geht anders, Demokratie übrigens auch. Gut 65 Prozent der deutschen Bevölkerung sind gegen den Rettungs-Wahn, rund 90 Prozent der Abgeordneten stimmen dafür, teilweise trotz eigener bedenken - da stimmt doch etwas nicht, oder?

Außer Erhard hat kein Bundeskanler was von wirtschaft verstanden,bzw. haben sich von Gewerkschaften und Staatsbediensteten die Gehirne weichklopfen lassen.
Alles Schuldenkanzler , die dem Kaynes Mythos verfallen waren bzw. sind.
shootinggirl.blog.de

Immer dies Gerede von Krise. Hätte man die Marktwirtschaft
das richten lassen , dann wäre jetzt Ruhe. Griechenland pleite, die Deppen, die einem Staat Geld geliehen hatten ,etwas ärmer. Die dot.com Krise ging ja auch schnell vorüber , eben weil niemand eingegriffen hatte. Eine solche effiziente Lösung paßt den Politikern, Gewerkschaften und Wählern der anderen Euro Staaten nicht ,weil diese Lösung auch ein schnelles Ende der auch dort kreditfinanzierten Wohltaten bedeuten würde.
http://shootinggirl.blog.de/
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