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Ian Campbell: Deutsche Arbeiter sollten mehr verdienen

Der Export hat Deutschland zügig und sicher aus der Krise geholt, weil andere Nationen fleißig konsumieren. Jetzt sollte Deutschland selbst konsumieren, indem die Arbeiter mehr Geld in der Tasche haben. Das findet jedenfalls Ian Campbell, Autor bei dem Kommentardienst Breaking Views.

Ian Campbell. Quelle: Pressebild
Ian Campbell. Quelle: Pressebild

Die Pessimisten lagen falsch mit Blick auf die Welt und auf Deutschland. Wir haben keine globale Depression. Stattdessen erholt sich die Weltwirtschaft recht schwungvoll - angeführt von China und den USA. Und das hat auch Deutschland nach vorn gebracht. Die Erholung der weltweiten Wirtschaft fällt genauso kräftig aus wie der Abschwung - es ist ein scharfes V.

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Angesichts der Tatsache, dass Deutschland einer der weltweit beliebtesten Handelspartner ist, hat das Land enorm davon profitiert. Und da die Exporte zugelegt haben, haben sich auch die Investitionen und die Binnennachfrage deutlich erholt. Aber es ist klar: Ohne die verstärkte Exportnachfrage wäre es nicht zu diesem kräftigen Wirtschaftsaufschwung im zweiten Quartal gekommen. Heißt das: Deutschland hat diesen Erfolg nicht verdient? Nein. Deutschland stellt exzellente Produkte her, die weltweit gefragt sind. Das ist etwas, worauf das Land stolz sein kann. Aber dennoch ist unklar, ob Deutschland dieses Wachstum aufrecht erhalten kann angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der hohen Exportabhängigkeit.

Es ist offensichtlich, dass die amerikanischen und die britischen Konsumenten ausgabefreudiger sind als die Deutschen. Davon profitiert die Bundesrepublik. Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren viel getan, um besser im Wettbewerb bestehen zu können - mit Erfolg. Aber die Früchte, die das Land als Exportnation erntet, müssten besser mit anderen geteilt werden. Die deutschen Arbeiter sollten mehr verdienen, so dass die deutsche Wirtschaft besser ausbalanciert wird und die Exportabhängigkeit nachlässt. Das würde auch den anderen Ländern in der Euro-Zone helfen. Während Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert hat, haben die Länder am Rand der Euro-Zone enormes Wirtschaftswachstum erlebt, das zu großen Lohnsteigerungen führt. Daher sind diese Länder im Vergleich zu Deutschland und dem Rest der Welt nicht mehr wettbewerbsfähig.

Deutschland könnte ihnen helfen, indem das Land etwas großzügiger mit seinen eigenen Arbeitern umgehen würde und damit deren Ausgabefähigkeit verbessern würde. Angesicht der hohen Exportnachfrage und der niedrigen Inflation könnte Deutschland sich dies leisten. Das würde bedeuten: Deutschland gibt mehr zurück an die anderen Ländern als nur die Bereitschaft, sich in Notfällen an Hilfspaketen zu beteiligen.

  • 17.08.2010, 14:13 UhrAnonymer Benutzer: W. Fischer

    Wer glaubt dieser Aussage? Und zu welchem Zweck wurde dies erklärt? Nur zum Eigennutz der USA oder nicht?
    Danke

  • Kommentare
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