Integration von Migranten: Was nach den Sarrazin-Thesen zu tun ist

Integration von Migranten
Was nach den Sarrazin-Thesen zu tun ist

Niemand muss das Rad neu erfinden, um Migranten zu fördern. Es geht nur darum, eine Vielzahl von Veränderungen, vor allem im Schulbereich, endlich umzusetzen. Ein Gastkommentar des Ökonomen Ulrich Pfeiffer
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Die Sarrazin-These von der fehlgeschlagenen Integration vieler muslimischer Einwanderer hat eine Eruption der Emotionen und pauschalen Forderungen zur Folge gehabt. Doch was ist zu tun? Die Einwanderer sind hier und werden samt Kindern bleiben. Nur durch eine wirksame Integrationsstrategie werden wir Schaden vermeiden. Drei Bereiche sind wichtig: Erziehung/Bildung, Arbeit und allgemeine Einstellungen.

Die Dreiklassenschulen sind besonders integrationsfeindlich. Beim Übergang aus den Grundschulen in die Gymnasien entstehen vor allem für Migranten zu viele Risiken. Sie brauchen Gemeinschaftsschulen als Ganztagsschulen mit Ganztagslehrern und eigenem Arbeitszimmer in der Schule. Natürlich muss dann auch die Lehrerdichte steigen. Den Gymnasialeltern muss demonstriert werden, dass den Bildungsinteressen besonders begabter oder weniger begabter Kinder in gemeinsamen Schulen mit hoher Binnendifferenzierung am besten gedient ist.

Integration entsteht vor Ort. Das erfordert auch mehr Verantwortung, Kontrolle und Unterstützung vor Ort. Schulen mit Integrationsaufgaben müssen verbindlich auf der Grundlage gesetzlicher Regeln mit den Kommunen zusammenarbeiten. Heute herrscht zu oft der Zufall. Schulleiter müssen stärker örtlichen Gremien und den Eltern verantwortlich sein.

Wir wissen: Sprachförderung sollte möglichst früh praktiziert werden. Tatsächlich gelingt es noch immer nicht, befriedigend mit Müttern kleiner Kinder zusammenzuarbeiten, damit ihre Kinder vor Eintritt in eine Kita Deutsch praktizieren. Unterstützende Müttervereine mit unterschiedlich integrierten Mitgliedern können helfen. Man kann in Wohngebäuden nahe bei den Familien Spielwohnungen mit deutschsprechenden Tagesmüttern einsetzen, um die Schwellen zu senken. Man könnte aber auch gesetzliche Verpflichtungen zum frühen Deutschlernen schaffen, wenn die Eltern nicht Deutsch sprechen. In einer positiven Diskriminierung sollten Kinder aus Migrantenfamilien für Kitas mit überwiegend deutschen Kindern bis zu einer festgelegten Grenze einen privilegierten Zugang erhalten. Mischung bringt automatisch Sprachförderung.

Viele Jungen gerade auch aus muslimischen Einwandererfamilien wachsen in dicht verbauten Innenstädten auf. Bewegungsmangel im Zeitalter der Computerspiele wird dann zu einer regelrechten Seuche. Gerade Jungen mit ihrer hohen Aggressivität, Ungeduld und im Durchschnitt schwachen Lernerfolgen müssen sich austoben können, damit Konzentrationsfähigkeit steigt und Gewaltausbrüche zurückgehen. Hier kann ein tägliches körperlich erschöpfendes Training in schulischen Fitnesszentren zu Entlastung führen – eine nützliche Praxis, mit der in den USA Schulen Erfolge erzielten.

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  • Zum Thema Asyl: lt. www.bernerzeitung.ch/region/bern/berner-KoksHandel-fest-in-nigerianischer-Hand/story/14943152 werden 99,5% der nigerianischen Flüchtlinge straffällig. Der Artikel handelt zwar von der Schweiz aber in meiner Sadt geht es ähnlich zu.

  • Die Grünen könnten in berlin auf Grund von Prognosen
    den nächsten bürgermeister/in stellen. Das könnte die Künast werden die aber noch abwiegelt. Dann liebe berliner alles Glück der Welt eine Teilung habt ihr ja schon erlebt. Die Multikultitruppe von Löw hat demnächst ein schweres Auswärtsspiel gegen die Türken in berlin. 80000 Tausend Türken, werden ihre Maannschaft nach vorne schreien und man denkt, wie ungerecht. Hätte man doch Gretsiel als Austragungsort gewählt. So geht es jeden Tag ein Stück abwärts.

  • Jetzt geht es mit dem dummen Gutmenschegebabbele schon wieder weiter.

    Wann sehen wir endlich ein, das nicht integrationswillige, eher uns beherrschen wollende, Schichten nicht mit Geld und guten Worten zu überzeugen sind sich für statt gegen unsere Wert einzusetzen.

    Aber die Warmduscher sind schon wieder dabei tolle neue - aber wie bekannt wirkungslose - Lösungswege zu ersinnen.

    Wo der andere nicht will, da gibt es keinen Weg.

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