Gastbeiträge

Mario Draghi legt Zuschauerrolle ab

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Rangliste der größten Sorgen Euro-Krise jagt Deutschen Angst ein

Eine Studie zeigt jetzt aufs Neue, dass die Angelsachsen mit der „German Angst“ grundsätzlich nicht falsch liegen: Auch 2012 wird in der Bundesrepublik wie eh und je gefürchtet. Anders als die Definition der „German Angst“ jedoch impliziert, sind es dabei aber keineswegs diffuse Ängste, die die Deutschen umtreibt. In der am Donnerstag veröffentlichten R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ erreichen in diesem Jahr ausschließlich wirtschaftlich-politische Sorgen Spitzenwerte.

Bild: ap

Draghi ist ein Falschmünzer

Mit der Bedingung, die EZB würde Anleihen nur aufkaufen, nachdem sie geprüft hätte, ob die Schuldnerländer den Programmen der Euro-Rettungsfonds nachkämen, schwingt sich Draghi zum politischen Oberaufseher auf. Die entscheidende Frage lautet dann aber: Kann er Schuldnerstaaten fallen lassen, wenn Regierung und Bevölkerung sich dort gegen solche Programme sträuben? Täte er es, bräche die Euro-Zone sofort auseinander. Den Vorwurf, einer inflationären Entwicklung Vorschub zu leisten, weist er zurück: Zusätzlich geschaffenes Geld würde durch Kompensationsmaßnahmen der EZB neutralisiert. Der Antwort auf die Frage nach dem Wie und Wo kann er sich mit der Bemerkung entziehen, dass er die Märkte mit solchen Ankündigungen nicht verunsichern wolle.

Merkels Wandlungen Die Kehrtwenden der Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem ARD-Interview Bundesbankchef Jens Weidmann ihre Unterstützung ausgesprochen. Sie sei dafür, „dass er möglichst viel Einfluss innerhalb der Europäischen Zentralbank hat“, sagte Merkel in „Bericht aus Berlin“. Aber offensichtlich können sich auch Weidmanns Kontrahenten noch stärker auf die Kanzlerin verlassen.

Bild: dpa

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hatte Draghi deshalb zu Recht einen Falschmünzer genannt. Im Mittelalter konnten die Fürsten sich höhere Staatsausgaben leisten oder Schulden zurückzahlen, wenn sie aus dem ihnen zur Verfügung stehenden Schlagschatz (meistens Silber) die doppelte Zahl an Münzen ausprägten. Die Verdoppelung der Münzproduktion bei gleichem Schlagschatz ist Münzbetrug. Und wer das tut, ist ein Falschmünzer.

Die Folge war Inflation, unter der im Mittelalter vor allem die arbeitende Bevölkerung litt. Heute besteht der Schlagschatz aus "Papier", der beliebig ausgeweitet werden kann. Es gibt langfristig nur eine Ursache von Inflation - die Finanzierung von Staatsdefiziten durch die Notenbank. Aktuelle rezessive Tendenzen mögen das noch überspielen. Aber dass daraus Inflation erwächst, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Mit Münzbetrug wird Draghi den Euro nicht retten können.

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Der Autor lehrt an der Universität Tübingen und ist Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft.

  • 11.09.2012, 20:46 UhrAhira

    @Arminus
    Einfache Mathematik, wer mehr produziert als er selber konsumiert, hat Überschuss, wer mehr konsumiert als er produziert hat ein Defizit.

    Ihre verquere Logik hat nichts mit Mathematik, nichts mit Wirtschaftswissenschaft und schon gar nicht mit Vernunft zu tun.
    Die Butter wird ja geliefert alo nicht selbst behalten. Dies scheint Ihnen zu entgehen.
    Näher an der Wahrheit ist, dass die Südländer den gleichen Lebensstandart wie die Deutschen haben möchten, aber nicht bereit sind dafür auch gleichviel zu produzieren.

  • 11.09.2012, 19:53 UhrArminius

    @ Hannes-B,
    Z.Bsp. einfach in dem auf Importe in die EU aus Deutschland Zölle erhoben werden!

  • 11.09.2012, 14:24 UhrArminius

    Wenn dem so ist, warum exportiert Deutschland soviel anstelle mehr zu konsumieren und importieren damit die verschuldete Länder ihre Schulden abbauen können?
    Die Butter verkaufen, den Erlös kassieren und die Butter behalten, das ist was Deutschland möchte, das funktioniert aber nicvht.
    Wenn ein Land immer einen Überschuss erzeugt muss es irgendwann Probleme geben. Womit sollen die Käufer bezahlen wenn sie selbst nicht verkaufen?
    ASber dass ist doch einfache Mathematik, jeder müsste es wissen!

  • Kommentare
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