Josef Ackermann

Ende des Euros würde Chaos bedeuten

Der Euro wird nicht zusammenbrechen. Dafür werden die Staats- und Regierungschefs alles tun. Jetzt fehlt nur noch jemand, der die Rettung auch den Bürgern vermitteln kann.
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Josef Ackermann ist ehemaliger Chef der Deutschen Bank und Verwaltungsrats-Präsident der Zurich Financial Insurance Group. Quelle: dpa

Josef Ackermann ist ehemaliger Chef der Deutschen Bank und Verwaltungsrats-Präsident der Zurich Financial Insurance Group.

(Foto: dpa)

Vielleicht bin ich zu optimistisch. Aber wenn wir die heutige Krise erfolgreich bewältigen, dann wird das vielleicht das erste Mal sein, dass Europa gemeinsam ein Problem löst und später stolz auf diese Leistung sein kann. Deshalb dürfen wir diese Gelegenheit, das Richtige zu tun, nicht versäumen.

Aber was ist zu tun? Da gibt es die große Debatte: Zuerst sparen und dann Wachstum oder erst Wachstum und dann ein bisschen sparen? Ich glaube, dass wir beides zugleich brauchen. Wir müssen in den Ländern Europas die Defizite senken und die Schulden abbauen. Aber natürlich brauchen wir parallel auch Anreize für ein höheres Wachstum, etwa einen völlig geöffneten Binnenmarkt und mehr Innovation. Auch, um die Arbeitslosigkeit zu verringern, denn die ist erschreckend hoch in manchen Ländern, vor allem bei den jungen Menschen unter 25 Jahren.

Sehr stark diskutiert wird auch die Frage: Sollte Deutschland sich finanziell stärker für den Erhalt der Euro-Zone einsetzen? Der Druck auf die Regierung in Berlin wächst, er kommt nicht nur aus anderen europäischen Ländern, sondern auch aus den USA.

Hierzu zunächst zwei Zahlen. In den 90er-Jahren entsprach die Hilfe der USA für Mexiko, auf die Amerika damals sehr stolz war, 1,3 Prozent des Bundeshaushalts. Die Garantien und Kredite für all die verschiedenen Rettungsmechanismen, die Deutschland bereits zugesagt hat, entsprechen aber 70 Prozent des Bundeshaushalts. Den Steuerzahlern zu erklären, dass sie noch mehr Risiken übernehmen müssen, wäre sehr schwierig.

Dazu kommt, dass viele in Deutschland das Gefühl haben, dass andere Länder sich nicht genug bemühen, wenn sie wissen, dass Deutschland und Frankreich - aber hauptsächlich Deutschland - alles garantieren und immer weitere Mittel zur Verfügung stellen.

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38 Kommentare zu "Josef Ackermann: Ende des Euros würde Chaos bedeuten"

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  • Welche "Krise" denn - Ackermännchen? Das klingt wie eine Art Krankheit, die "bewältigt" wird, und dann ist alles wie früher! Nein, mein Freundchen, so geht das nicht, und das weißt DU genau! Solange die Wahnsinnsschulden der Staaten und der Banken (und damit zwingend die Guthaben, gerade auch der kleinen Leute!) nicht um ein paar Nullen vermindert sind, geht gar nichts!
    Wir erleben den Todeskampf des bestehenden Geldsystems und nicht eine "Krise"!

  • dem selben "Moral Hazard" durchsetzt,

    Genau, es ist wieder dasselbe in grün, wenn D nicht zahlt, dann geht die EU den Bach runter, war oder nicht war, Hauptsache, es wird mal gesagt.

  • zumal das Geld verprasst worden ist ohne jegliche Werte zu schaffen

    ...also da wäre ich mir nicht so sicher...ich glaube, dass da sehr wohl Geld in Anlagen etc. geflossen ist. Das will man vielleicht so darstellen.....

  • Man achte auf die implzite Schuldzuweisung, weil der Eindruck erweckt wird, dass D alle könnte, was ja Unsinn ist.

  • Richtig - und Ackermanns Sehnsucht nach "charismatischer" Führung verrät, dass er genau weiß, dass unter den vorgegebenen (rest-)demokratischen Verhältnissen ein solcher Kurs der Enteignung der deutschen Steuerzahler bzw. Sparer nicht durchzusetzen ist. Wer wird sich diesmal gegen ein entsprechendes "Ermächtigungsgesetz" stellen, wer es durchwinken?

  • Vielleicht sind auch nur die Superreichen für den Erhalt des Euro, weil sonst eventuell zuviel Schwarzgeld wieder in aktuelle Währung getauscht werden muss. Das könnte problematisch werden.Deshalb sträubt sich die Politik so dagegen, den Euro abzuschaffen. Wie wir nach und nach erfahren, leben immens viele schwarze Schafe unter den Politikern....zuletzt wurde versuchte ein gewisser Dirk Niebel seinem Namen Ehre zu machen und ganz n(i)ebulös einen Teppich an Zoll und Steuer vorbeizuschmuggeln. Das Merkel ihn nicht sofort gefeuert hat, bestärkt mich nur in meinen Befürchtungen.Ich denke, da gibt es noch mehr Sachen, die nur noch nicht aufgefallen sind....auch bei anderen. Wer traut schon einem Politiker?
    So...jetzt wissen (dank Akkermann) alle warum wir den EURO unbedingt behalten sollten.

  • Ich kann ja Ihre Wut auf diese kriminellen Subjekte, die uns diese Suppe eingebrockt haben, gut nachvollziehen. Auch ich hege wirklich keine Sympathien für sie. Aber das Kind ist nun einmal in den Brunnen gefallen, die Schulden sind da und keiner kann sie zurück zahlen (zumal das Geld verprasst worden ist ohne jegliche Werte zu schaffen). Daher nochmals meine Frage. Was sollte man tun?

  • Was hat denn meine Statement mit "Angst" zu tun? Sie wollen also "mutig" Inflation zulassen? Ersetzen Sie "mutig" durch "dumm" und dann wird ein Schuh daraus! Es gibt keinen leichten Weg aus dieser Misere. Immer mehr Geld drucken und damit Erhöhung der Inflation löst die Ursachen der Krise nicht und bedeutet nichts anderes als die kriminelle Enteignung des Sparers. Ich jedenfalls bin nicht bereit, mit meinem Geld die zu finanzieren, die jahrelang in Saus und Braus gelebt haben anstatt Werte zu schaffen. Wenn Sie das tun wollen, bitteschön! Aber gefälligst mit Ihrem Geld und nicht mit meinem!

  • "Ich habe keine Lust, mich für ein "politisches Projekt" versklaven zu lassen. Das hatten wir schon im Sozialismus und Nationalsozialismus."

    reicht ihnen das nicht als argument?

  • chaos ist doch gut. daraus entsteht wieder eine neue ordnung. so wie der phönix aus der asche.
    die verbrecher, die auf unsere kosten leben habem doch nur angst, dass das jetzige system zusammenbricht.

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