Kapitalismus-Debatte
Die D-Mark für Europa

Nicht mehr Autos, Chemie und Maschinen sind das Beste, was Deutschland dem Ausland zu bieten hat – sondern seine besondere Form von Kapitalismus. Der Euro hat das Land dynamisch und erfolgreich gemacht.
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Wir bringen die D-Mark nach Europa: Mit diesem Motto wollte Theo Waigel 1991 als Bundesfinanzminister unter Helmut Kohl den Deutschen den Euro schmackhaft machen. Eine wahrheitsnähere Formulierung wäre gewesen: „Mit der Abschaffung der D-Mark bringen wir in Deutschland den Rheinland-Kapitalismus wieder zurück.“

Die Vorteile der neuen Währung ergaben sich vor allem für Deutschland und die damit eng verflochtenen Nachbarländer. Der Euro hat sich dort für den Konsens zwischen Regierung, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Banken als ideal erwiesen. Die anfänglichen hohen Realzinsen in Deutschland sowie eine tendenzielle Unterbewertung der neuen Währung spornten die Export-, Technologie- sowie Produktivitätsorientierung der deutschen Industrie an.

Die politische Zielsetzung in Europa war eine andere: einer Hegemonie des wiedervereinigten Deutschlands entgegenzutreten. Das Gegenteil ist eingetreten. Der damalige Bundesbankpräsident Axel Weber beschrieb bereits 2007 die Lage so: „In der Europäischen Union könnte es eine Tendenz zu einer Spezialisierung geben, bei der Deutschland sich auf die verarbeitende Industrie konzentriert und sich die anderen mehr in Richtung Dienstleistungen entwickeln.“

Die Ergebnisse erleben wir jetzt: Deutschland hat sich zur Job-Maschine entwickelt. Für an die „deutsche Krankheit“ gewöhnte Beobachter ein fast schockierender Befund. In den zwei Jahren seit dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2009 hat in Deutschland die Beschäftigung um 1,8 Millionen zugenommen, während in Großbritannien, den USA , Frankreich, Italien und Spanien sieben Millionen Arbeitsplätze verlorengegangen sind.

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Die D-Mark für Europa

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Ermutigende Zahlen

Kommentare zu " Kapitalismus-Debatte: Die D-Mark für Europa"

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  • Hier sind klar zu viele negativ eingestellte Trolls unterwegs.

    Die Eurokrise und die Rettungskosten sind bekannt. Kein Grund für überzogenen Negativismus.

    Grüße von Great Britain

  • Fakten sind schon was ekliges, wenn sie den eigenen Schmus vom nahenden Untergang pulverisieren. :-))))

  • au Weia! Was hat denn diesen Mann zu diesem Artikel gatrieben. Selten so einen naiven Schwachsinn in einem Wirtschaftsblatt gelesen. Der Artikel gehört in die Bäckerblume, in Fisch und Wurm oder sonst ein Blatt.

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