Klimastrategie für Schwellenländer
Kulturelle Arroganz des Westens

In seinem Gastbeitrag fordert Klaus Engel eine angemessene Klimastrategie für Schwellenländer. Denn die Lebenswirklichkeit der Menschen habe man auf Klimagipfeln bisher konsequent ausgeblendet.
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Es klingt wie eine Erzählung aus einem Klimamärchenbuch: „... und dann verschwand das riesige Ozonloch wieder genauso rätselhaft, wie es ein Jahr zuvor aufgetaucht war ...“ Vor wenigen Tagen wurde das Märchen wahr: Nachdem Forscher im vergangenen Jahr ein Riesen-Ozonloch von etwa zwei Millionen Quadratkilometer Fläche über der Arktis vorgefunden hatten, überboten sich die Medien mit Schlagzeilen und Horrorszenarien. Die Entwarnung hingegen, dass sich die Ozonschicht in 20 Kilometer Höhe wieder erholt hat, wurde Anfang Juni nur mit einem Achselzucken in den vermischten Kurzmeldungen quittiert - das Phänomen war lediglich die Folge einer Temperaturschwankung gewesen.

Angesichts der Beliebigkeit und mangelhaften Relevanz mancher Ergebnisse der Klimaforschung brauchen wir mehr und bessere Klimadaten und ein besseres Verständnis der Zusammenhänge. Von der Weltpolitik und von der Bundesregierung fordere ich mehr und bessere Begründungen, bevor energiepolitische Weichenstellungen für die Zukunft von Generationen und Fahrpläne für ganze Volkswirtschaften vorgenommen werden. Hier ist der neue Bundesumweltminister durchaus ein Vorbild: Schonungslos legt er die wahren Kosten und Probleme der Energiewende auf den Tisch. Fakten statt Illusionen.

Die Bevölkerung der Welt wird weiter wachsen. Dieser Anstieg auf neun Milliarden Menschen bis 2050 diktiert bei gleichzeitiger Begrenzung unserer natürlichen Ressourcen die wahre Agenda der Weltgemeinschaft: Immer noch sterben täglich über 20.000 Menschen an Hunger. Auf der anderen Seite wollen viele endlich teilhaben am steigenden Wohlstand. Und sie haben ein Recht auf Bildung, Arbeit und Teilhabe statt Armut.

Was einst vor 20 Jahren auf dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro als gemeinsamer Aufbruch der Weltgesellschaft nach dem Ende des Kalten Krieges zu Recht gefeiert wurde, hat leider die Erwartungen kaum befriedigen können. Ein Klimagipfel jagte den nächsten, und die Weltklimapolitik entwickelte sich bis dato leider zu einem politischen Alptraum mangelnder Entscheidungen und Verbindlichkeiten. Doch die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung wird auf den Klimagipfeln konsequent ausgeblendet. Für die Klimastatistik ist sie nur eine Variable, die unbedingt herausgekürzt werden muss.

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Der Lebensstandard sinkt

Kommentare zu " Klimastrategie für Schwellenländer: Kulturelle Arroganz des Westens"

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  • Leider zieht er den falschen Schluß. Um der dritten Welt mehr Chancen auf ein gutes Leben einzuräumen, sollten wir bei uns mit technischem Fortschritt beginnen. Dazu müßte vorrangig die Klimalüge beerdigt werden. Weiterhin müßten Nahrungsmittel in unseren Automotoren verboten werden. Quecksilber gehört nicht in die Räume unserer Wohnungen. Strom sollte wieder effizient und sicher erzeugt werden, also weder mit Wind noch mit Sonnenollektoren. Die Liste ließe sich fortsetzen, aber unsere Politik hält mit Gewalt an Entscheidungen fest, die allen Ländern massiv schaden und keinem nützen.

  • Ist leider nur halbseiden und nicht zu Ende gedacht, weil es bleibt in der Unternehmersicht stecken (Nehmermentalität ist deutlich herauslesbar).

  • Kein Problem:
    Abschaffen der Subvention für die Agrawirtschaft -> sinkender Fleischverbrauch durch steigende Preise -> Weniger Abordnung von Regenwald für die Weiden von Rinderherden -> weniger schädlicher Methanausstoß durch das Vieh -> mehr Soja und Getreide für die restliche Weltbevölkerung verfügbar -> Lebensstandard steigt -> weniger bis keine Hungertoden und weniger Unterernährung der Schwellenländerbevölkerung. Generation Facebook -> wir Leben hier und in der Zukunft und haben genau einen Planeten!!!

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