Afghanistan: Im Netz kursieren Vorstellungen von neuen Menschenrechtskriegen. Statt Pazifismus blüht ein neuer Bellizismus, der als Retter der Menschenrechte daher kommt. Gutes gibt es nicht zu erwarten.

Kommentare

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  • Eine Intervention der Amerikaner in Uganda dient natürlich in erster Linie einer Sicherstellung der Explorationsrechte für Gas und Öl (größer als die von Saudi Arabien) und stoppt die Chinesen ihre Vormachtstellung in Afrika weiter auszubauen.

    Wie zuvor in Vietnam tummeln sich daher auch jetzt bereits die Militärberater rund um Yoweri Museveni und seine Anti-demokratische Regierung.

    Abgesehen einmal von den alten Themen um die sich die Welt dreht, ist doch der eigentliche Star des ganzen Kony 2012 hype das Internet, hier repräsentiert von 84 Millionen Stars die in ihrer Kurzsichtigkeit glauben, mit dem platzieren einer Symbolleiste auf dem Computer o.ä. jahrelange Konflikte per Mausklick lösen zu können.

    Es geht doch offensichtlich nur darum mit diesem Medium seine Macht zu zelebrieren, die um ein vielfaches höher eingeschätzt wird als die jahrelangen Bemühungen der UN-Friedenstruppen und all der NGO's denen dies bislang nicht möglich war.

    Diese neue Macht berauscht die Mächtigen so sehr, daß sie jegliche Sorgfaltspflicht vermissen lassen, die geboten ist wenn man sich in das Leben anderer Menschen einmischt.

    Mit ein paar weiteren Mausklicks wäre so zu erfahren, daß sich Joseph Kony schon seit 6 Jahren nicht mehr in Uganda aufhält sondern möglicher Weise im Kongo und all die Kinder die aus seinen Klauen befreit werden sollen mittlerweile erwachsen sind und in einem befriedeten Land auf den Feldern ihrer Familien arbeiten und versuchen so etwas wie ein normales Leben aufzubauen.

    Auch wäre durch das mächtige Internet zu erfahren, daß "Invisible Children" massiv von rechts-radikalen Gruppierungen unterstützt wird und bei einem Vermögen von rd. USD 6 Mio rd. USD 1,8 für ein Video aufgewendet hat mit dem einem 6-jährigen erklärt wird wie man weltweite Konflikte löst.

  • Der Autor ist so naive! Er glaubt wirklich, dass amerikanischen (westlichen)Kriege für Menschenrechte und Demokratie geführt werden. Erstaunlich, dass eine Supermacht mit High-Tech Waffen zehn Jahrelang nicht in der Lage war ein Paar verwahrlosten mit Kalaschnikov bewaffneten Taliban-Gruppen zu besiegen. Woher bekommen die Taliban überhaupt ihre Waffen? Das Märchen von Drogenhandel ist schon ausgedient. Für so was brauchen diese Gruppen straffe Organisation und Planung, die International agieren können. Nun die Taliban sind alles andere als straff organisiert. Es geht letztendlich, um die Rohstoffe und geopolitische Machtansprüche, der USA. Wenn die USA aus Afghanistan wegen der Finanzkrise und Staatsschulden raus müssen, sollten zumindest die Taliban für weitere Destabilisierung sorgen, damit China sich nicht am Hindukusch ausbreiten kann. Das selbe gilt für Irak.

  • @Neptun, scheinbar können bestimmte Kommentatoren nur im Rahmen ihrer ideologischen Schablonen denken. Jedes Thema muss so umgebogen werden, dass zum Schluss die USA als die Wurzel allen Übels dasteht.
    Mir scheint, das Fundament bestimmter Weltanschauungen ist der irrationale Hass auf Amerika.

  • Dem Autor kann ich voll zustimmen. Hinter dem von ihm "Bellizismus" genannten Einstellungen verbergen sich letztlich Kopf(fehl)geburten und Allmachtsphantasien. Demokratie oder allgemeiner die westliche Lebensart hat eben viel weniger mit dem Kopf als mit Kultur, Gefühl, Erfahrung und anderen schwer greifbaren Tatsachen zu tun, die man nicht verordnen oder (auswendig) lernen kann.

    Ein anderer Auswuchs dieser Allmachtsphantasien ist der Glaube, dauerhaft gegen den "Markt" handeln und z.B. eine politische Währung wie den Euro, koste es was es wolle am Leben erhalten zu können. Natürlich kann man "den" Markt (letztlich das Emotionale im Menschen- Instinkt, Bauchgefühl, Liebe, Gier, Wahnsinn) und seine Reifung beeinflussen und gewünschte Aspekte fördern und Auswüchse hemmen aber das ist eine Kunst, die keine Bazzokas sondern Verstand, Gefühl und Differenzierung erfordert.

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