Kommentar
Wir brauchen eine CO2-Abgabe

Wir sind in der Pflicht, den Klimawandel aufzuhalten. Niemand auf der Erde kann es sich leisten, Gewinne auf Kosten der heutigen und künftigen Weltbevölkerung zu erwirtschaften. Die Schwellenländer müssen mit einem neuen Wachstumsmodell auf den Klimawandel reagieren.
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Kein Zweifel, der Klimawandel ist da. Sicher, schon immer hat sich das Klima, hat sich das Gesicht der Erde verändert. Die große Bedrohung heute ist die radikale Umwälzung von Konstanten, die unserem Wirtschaften und unserem gesellschaftlichen Konsens bislang Halt gegeben haben. Wir sind deshalb in der Pflicht, den Klimawandel aufzuhalten. Niemand auf der Erde kann es sich leisten, durch massive Ausbeutung der Natur Gewinne auf Kosten der heutigen und künftigen Weltbevölkerung zu erwirtschaften.

Auf Platz eins der gefährlichen Klimakiller steht Kohlendioxid - der Schadstoff, der bei so vielem anfällt, was unser modernes Leben komfortabel macht. Heute ist die durchschnittliche weltweite Konzentration von CO2 in der Luft um über ein Drittel höher als 1950. Hauptursache des Problems ist der Energieverbrauch.

Über lange Zeit war Energie billig, und wir sind verschwenderisch mit Ressourcen wie Öl und Gas umgegangen. Doch diese Bedenkenlosigkeit hat ihren Preis. Denn so zerstören wir die Umwelt, und das ist ein äußerst kostspieliges Unterfangen. Die Auseinandersetzungen um die Energienutzung bergen wirtschaftlichen und sozialen Sprengstoff: Wie in den vergangenen Jahren erlebt, führen steigende Erdölpreise in zahlreichen Ländern zu Inflation, machen selbst der Mittelschicht wohlhabender Industrieländer finanziell zu schaffen und können über Nachfrageausfälle negative Kettenreaktionen auslösen.

Aus diesen Gründen müssen wir handeln. Ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Instrument zur Umsetzung eines nachhaltigen globalen Wirtschaftens kann die Einführung einer weltweiten CO2-Abgabe sein. Alle Länder sollten CO2-Emissionen finanziell sanktionieren und mit diesem Geld umweltschonende Technologien und den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Eine Abgabe auf Emissionen ist der stärkste Anreiz, verantwortlich mit Energie umzugehen.

Zuerst einmal müssen wir durch verbesserte Produktionsprozesse, sparsamere Autos und Flugzeuge sowie klimafreundliche Häuser Energie einsparen. Aber wenn wir den Klimawandel aufhalten und das Problem der Verknappung fossiler Brennstoffe lösen wollen, führt an erneuerbaren Energien kein Weg vorbei. Diese Energieträger erschöpfen sich nicht und sind weltweit verfügbar. Sowohl die Umstellung auf energiesparende Technologien als auch der Ausbau erneuerbarer Energien ist aber sehr kostenintensiv.

Eine CO2-Abgabe hätte einen doppelt positiven Effekt: Umweltverschmutzung würde unwirtschaftlicher gemacht und die Umstellung auf klimaschonende Technologien vorteilhafter. Konkret könnten alle Energieträger, die wie Öl, Gas und Kohle eine negative CO2-Bilanz aufweisen, mit der Abgabe belastet werden. Die Einnahmen aus der Abgabe könnten dann in den Ausbau von Technologien wie Wasser-, Solar- und Windkraft sowie in Technologien zur Reduzierung des Energieverbrauchs wie zum Beispiel Green Building investiert werden.

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