Marken-Zeichen
Familienurlaub mit dem iPapa

Meine Frau ist eifersüchtig auf das neue iPhone 3 G, meine Tochter nennt alles, was sie klasse findet "i" - Apple hat gezeigt, wie es geht: Wer vorn das mutige Hirnschmalz in die Entwicklung steckt, braucht hinten beim Marketing weniger nachzudenken.
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WITTEN/HERDECKE. Meine Gespielin war mit in Familienurlaub. Sie ist schlank, hübsch, gut verdrahtet und reagiert auf jeden Fingerzeig - was sie offenbar zur angsteinflößenden Konkurrenz für die Frau an meiner Seite macht.

Nun, "sie" ist nur teilweise richtig, denn die Gespielin versammelt auch alle guten Eigenschaften meiner männlichen Freunde in sich: hält auf Anweisung den Mund, versteht was von Sport, weist mir beim Autofahren den Weg, ohne mich anzuschnauzen, kennt die Börsenkurse und säuft mein Bier nicht weg. "Noch nicht", sagt die Frau an meiner Seite, "aber dieses Feature hat Apple sicher schon in Arbeit!"

Die Lady ist eifersüchtig auf mein neues iPhone 3G und daher nicht ganz zurechnungsfähig.

Dabei habe ich im Restaurant doch bloß mit dem Kellner die iPhone-Schönheit diskutiert. Nachdem ich mir beim Rasieren die E-Mails runtergeladen und beim Frühstück online die Zeitung gelesen hatte, schlug Madame vor, ich solle das Ding doch gleich mit unter die Dusche nehmen. Alle Argumente, dass uns das schöne Gerät mit allen Infos versorgt, wenn wir einen neuen Ort besuchen, Landkarten auf den Bildschirm zaubert, Telefonnummern herausfindet, Rat geben und überdies herrliche Urlaubsfotos machen kann, ließen die Zerstörungslust nicht aus ihren Augen verschwinden. Als ich dann den Fehler machte zu bemerken, perfekt gestaltete Produkte seien nicht nur herzerwärmend, sondern auch wichtig, weil sie unsere Kinder gegen die sich überall verbreitende Neigung zum Kitsch immunisieren, beschloss sie, mein iPhone zu ignorieren.

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