Gastbeiträge

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Politischer Gastkommentar: Energie gehört in das Ressort Umwelt

exklusivEnergie ist ein elementares Zukunftsthema. Ziel muss es sein, einen energiepolitischen Konsens in der Gesellschaft herzustellen. Das Umweltministerium stellt sich dieser Aufgabe. Der politische Gastkommentar von Katherina Reiche (CDU), Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

von Katherina Reiche (Staatssekretärin im B) und esumweltministerium ()
Katharina Reiche (CDU). Die Autorin ist Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: ap
Katharina Reiche (CDU). Die Autorin ist Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: ap

BERLIN. Das Bundesumweltministerium ist seit seiner Gründung vor über 20 Jahren von einer Außenposition ins Zentrum der Politik gerückt. Das Spektrum seiner Aufgaben ist deutlich erweitert und sein strategischer Stellenwert hat kontinuierlich zugenommen. Heute ist es das Ministerium, das sich mit dem Klimaschutz, den erneuerbaren Energien, einem nachhaltigen Ressourcenumgang und dem Natur- und Wasserschutz mit den zentralen globalen Zukunftsfragen befasst.

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Immer mehr werden diese Themen zu essentiellen Bestandteilen unseres Wirtschaftslebens. Unternehmen erkennen die Notwendigkeiten und die Chancen, die sich hieraus ergeben. Denn es handelt sich um Zukunftsfelder mit einem enormen ökonomischen Potenzial für unsere Volkswirtschaft. Die Rolle des Bundesumweltministeriums beschränkt sich deshalb längst nicht mehr allein auf die Vermeidung und Beseitigung von Umweltschäden. Vielmehr hat es auch eine wirtschafts- und industriepolitische Gestaltungsaufgabe, die sich über alle Wirtschaftszweig, vom Handwerk und produzierenden Gewerbe bis hin zur Energiewirtschaft erstreckt.

Diese Gestaltungsaufgabe wahrzunehmen und Impulsgeber für eine nachhaltige Wirtschaftsweise zu sein, ist wichtiger denn je. Denn Umwelt- und Klimaschutz prägen die Märkte von morgen und eröffnen enorme Innovations- und Wachstumsmöglichkeiten für unsere Volkswirtschaft. Sie sind der Schlüssel, unsere Industriegesellschaft zu modernisieren und zukunftsorientiert aufzustellen. Weltweit entstehen immer mehr Märkte für Umwelttechnologien mit enormen Wachstumspotenzialen. International verändern sich die Rahmenbedingungen zu ihren Gunsten, die ökologische Modernisierung steht im Mittelpunkt vieler Investitionsprogramme.

Hiervon profitieren auch traditionelle Industriezweige in immer größerem Ausmaß, beispielsweise der Maschinenbau, die Stahlindustrie und die chemische Industrie. Und durch weitere technische Entwicklungen werden Umwelttechnologien auf immer weitere Industriezweige ausstrahlen und helfen, neue Wachstumsfelder zu erschließen. Damit deutsche Unternehmen auch in Zukunft Vorreiter bleiben und sich auf dem stark wachsenden Weltmarkt hohe Marktanteile sichern können, wird es darauf ankommen, technologische Entwicklungen zu beschleunigen und Exportanstrengungen weiter zu intensivieren. Jetzt erst recht müssen technische Weiterentwicklungen und Neuerungen auf den Markt kommen, um die deutsche Spitzenposition weiter auszubauen. Diese Entwicklung zu forcieren und zu flankieren ist Aufgabe und Anspruch des Bundesumweltministeriums.

  • 24.11.2009, 10:03 UhrJoachim Hampel

    Sehr geehrte Frau Reiche,
    gemäß der Überschrift waren Sie angefragt worden, einen "Kommentar" zu schreiben: Unter einem "Kommentar" versteht man, zu einen bereits bekannten Sachverhalt eine eigene Meinung kund zu tun. Es reicht also nicht aus, die bereits bekannten inhalte zu dem Thema (in besonders gestelzter Ausdrucksform) noch einmal zu wiederholen.

    Aber ehrlich gesagt: So kenne ich Sie - ich habe noch nie eine pointierte Position von ihnen gehört. Von daher ist es vom Handelsblatt doch recht blauäugig gewesen, zu hoffen, von ihnen Aussagen mit einem Neuigkeitswert zu erhalten.

    Joachim Hampel
    Potsdam

  • 23.11.2009, 11:44 UhrElisabeth Mittenwalde

    Wirtschafts- und Umweltpolitik müssen endlich in einen Ressort vereinigt werden

    Das Umweltressort will immer mehr und das Wirtschaftressort weniger als beschlossen wird. So ist das meistens zwischen Wirtschafts- und Umweltministern, weil ein Wirtschaftsminister meist so kurzfristig denkt wie die meisten Ökonomen.

    Ein beispiel: Die Ökonomen fragen immer zuerst: Was kostet Klimaschutz? Was kostet kein Klimaschutz? ist doch die alles entscheidende Zukunftsfrage!

    Die Antwort des Ökonomen Niclas Stern "Klimaschutz kostet etwa ein Zehntel dessen wie kein Klimaschutz."

    Einergie- und Umweltpolitik müssen endlich in einen Ressort vereinigt werden, sonst werden die entscheidenden Zukunftsfragen wieder ausgeklammert. Die Energie in das Ressort Umwelt zu verorten wäre vielleicht sogar ein historisches Zeichen.

    Die klassische Ökonomie ist erst dann auf der Höhe der Zeit, wenn sie begreift, dass die Ökologie die intelligentere Ökonomie im 21. Jahrhundert werden wird.

    in den althergebrachten Politikstrukturen der Trennung von Energie- und Umweltpolitik dürfte mehr Mut eine illusion bleiben.

  • 23.11.2009, 11:42 UhrElisabeth Mittenwalde

    Wirtschafts- und Umweltpolitik müssen endlich in einen Ressort vereinigt werden

    Das Umweltressort will immer mehr und das Wirtschaftressort weniger als beschlossen wird. So ist das meistens zwischen Wirtschafts- und Umweltministern, weil ein Wirtschaftsminister meist so kurzfristig denkt wie die meisten Ökonomen.

    Ein beispiel: Die Ökonomen fragen immer zuerst: Was kostet Klimaschutz? Was kostet kein Klimaschutz? ist doch die alles entscheidende Zukunftsfrage!

    Die Antwort des Ökonomen Niclas Stern "Klimaschutz kostet etwa ein Zehntel dessen wie kein Klimaschutz."

    Einergie- und Umweltpolitik müssen endlich in einen Ressort vereinigt werden, sonst werden die entscheidenden Zukunftsfragen wieder ausgeklammert. Die Energie in das Ressort Umwelt zu verorten wäre vielleicht sogar ein historisches Zeichen.

    Die klassische Ökonomie ist erst dann auf der Höhe der Zeit, wenn sie begreift, dass die Ökologie die intelligentere Ökonomie im 21. Jahrhundert werden wird.

    in den althergebrachten Politikstrukturen der Trennung von Energie- und Umweltpolitik dürfte mehr Mut eine illusion bleiben.

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