Rheinland-Pfalz: Auf einen Riesling mit Kurt Beck

Rheinland-Pfalz
Auf einen Riesling mit Kurt Beck

Kurt Beck ist seit heute offiziell im Ruhestand. Auf Schloss Bellevue, bei Hausmacherwurst und im Fritz-Walter-Stadion: Ein Winzer verabschiedet sich im Gastbeitrag für Handelsblatt Online von einem echten Landesvater.

GodramsteinIch kenne Kurt Beck seit 1992, damals ein engagierter Landtagsabgeordneter, der sich um die Belange Aller im Wahlkreis und darüber hinaus einsetzte. Er war nah bei den Menschen, und damit nah in Bereichen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Bildung. Jetzt gibt er sein Landtagsmandat nach 33 Jahren und neun Monaten zurück - aber der Mensch Kurt Beck bleibt uns erhalten.

1994 habe ich mich gefreut, dass er als Fraktionsvorsitzender Rudolf Scharping als Ministerpräsident nachfolgte. Seitdem hat er nahezu 20 Jahre das Bundesland Rheinland-Pfalz regiert. Ich habe immer den Mensch Kurt Beck erlebt, nie den Ministerpräsidenten.

Bei seinen Sprechstunden am Sonntagmorgen hat Kurt Beck vielen Freunden und auch mir geholfen, bürokratische Hürden bei aufwendigen Genehmigungsverfahren zu überwinden und abzubauen. Das war sein Verständnis als Abgeordneter des Landtages. Diskutiert habe ich mit ihm über weinbaupolitische Themen, ich als Vizepräsident des Weinbauverbandes Pfalz, er als sich informierender Ministerpräsident, dabei nicht seinem Fachministerium vorgreifen wollend.

Ich erlebte ihn mit meiner ältesten Tochter Julia in Berlin, 1997, auf Schloss Bellevue, als er mit großer Begeisterung im Beisein von Gastgeber Bundespräsident Johannes Rau und Schauspieler Mario Adorf „seine“ rheinlandpfälzischen Weinbaugebiete präsentierte. Gut gelaunt, immer den richtigen Ton findend, und stolz auf sein Bundesland und seine Winzer mit Weinen internationaler Reputation. Es war eine gelungene Präsentation. Kurt Beck war bestens gelaunt.

Ich erlebte ihn mehrmals in der rheinlandpfälzischen Landesvertretung in Berlin. Einen Abend werde ich dort nicht vergessen: Nach der Gemälde-Ausstellung von Rolf Müller-Landau im dortigen Foyer saßen wir nach getaner Arbeit im Refugium der Weinstube. Im Beisein von zehn bis zwölf Gästen bei Pfälzer Hausmacherwurst und einem trockenen Riesling Kabinett resümierten wir kurz über die Kunst und diskutierten dann über die damalige Tagespolitik. Wir hatten uns alle auf das Abendessen gefreut. Wir hatten Hunger.

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Auf einen Riesling mit Kurt Beck

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Nur ein einziges Mal war Kurt Beck sprachlos

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