Spitzensteuersatz
Abschreckung für Leistungsträger

Auch wenn die Schere von arm und reich in Deutschland immer weiter auseinander geht, warnt Wolfgang Clement vor einer Anhebung der Spitzensteuersätze. Leistungsträger könnten so abgeschreckt werden.
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In Deutschland ist die Staatsquote, also die Gesamtheit aller dem Staat zuzurechnenden Ausgaben im Verhältnis zur gesamtwirtschaftlichen Leistung, in den Jahren 2003 bis 2007 um fast fünf Prozent auf deutlich unter 45 Prozent abgesunken. Unser Land platzierte sich damit erstmals klar unter dem Durchschnitt aller EU-Mitgliedstaaten. Dass dies so gelang, hatte vor allem mit massiven Steuerentlastungen für Bürger und Unternehmen zu tun.

Flankiert von einer aktivierenden statt passiven, fürsorgenden Arbeitsmarktpolitik und einer zurückhaltenden Lohnpolitik, hat es dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit inzwischen um rund zwei Millionen zurückgegangen ist und die Beschäftigung die 40-Millionen-Marke weit überschritten hat. Es scheint wichtig, daran zu erinnern, um nicht wieder in Fehler von vordem zu verfallen. Denn die Situation ist heute eher komplizierter als damals: Europa durchläuft eine Phase der Rezession, und die Weltkonjunktur droht nachzugeben.

Daran gemessen steht unser Land zwar erstaunlich gut da - aber nichts sollte uns verleiten, dies und die Rolle Deutschlands als wichtigster Wachstumsmotor Europas aufs Spiel zu setzen. So ist auch die jetzt wieder aufflammende Diskussion um höhere Spitzensteuern mit Vorsicht zu genießen. Natürlich, Spitzeneinkommen von Dax-Stars wie Martin Winterkorn wirken provozierend, und die Tonlage zwischen oben und unten klingt entsprechend gereizt. Und es ist ja auch wahr: Es war vor nicht allzu langer Zeit, dass sich die Vorstände der größten deutschen Unternehmen mit dem 20- bis 25-fachen Einkommen ihrer Facharbeiter begnügten.

Gibt es eigentlich irgendeinen triftigen Grund, sich heute ins 100- bis 200-Fache zu steigern, statt - wie Ludwig Erhard empfohlen hätte - Maß zu halten? Doch die vor zehn Jahren eingeleitete Absenkung der zuvor 53-prozentigen Belastung von Spitzeneinkommen auf 42 bzw. per „Reichensteuer“ auf 45 Prozent hat nicht etwa jene paar Dax-Manager im Sinn, sondern ganz handfeste Gründe. Sie will Fach- und Führungskräfte in unserer Wirtschaft zu Spitzenleistungen motivieren und die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft namentlich mittelständischer Unternehmer stärken.

Kommentare zu " Spitzensteuersatz: Abschreckung für Leistungsträger"

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  • Diesen Schwachsinns-Artikel von Clement zu lesen, ist schon schwer genug. Aber dass dieser Mann sich immer noch traut, seinen Müll zu verbreiten, ist noch schlimmer
    Die wahren Leistungsträger in unserem Land sind nicht die Nichtskönner von Managern, sondern die ganz normalen Mitarbeiter. Ohne Mitarbeiter würde es gar keine Betriebe geben. Diese Dummschwätzer von Managern glauben doch, mit dem Laptop, ein paar Controllerzahlen und hin und wieder dümmlichen Power-Point-Präsentationen könne man einen Betrieb leiten.
    Wie ein z. B. Auto zusammegeschraubt wird unten in der Fertigungshalle, was da alles dranhängt um ein gutes Auto zu werden, das wissen die gar nicht. Nur gut, dass die heuter Manager heißten, denn den guten alten Namen Chef verdienen die gar nicht. Die alten Chefs die noch Wissen und Anstand hatten, verschwanden in den 80iger Jahren als die Gier aufkam

  • @Lesefuchs
    Bravo! Bestens gesagt.
    Denn genau so ist es

  • Der hatte schon als SPD-Mitglied solche Ansichten
    Denken wir an NRW wo er kurz MP war. Kungeln mit der West LB etc.
    Das sind die alten 68er, die nur eines können: den Staat und die Bürger aussaugen. All das was sie früher als 68er bekämpft haben, nehmen sie heute für sich selber
    Es sind die schlimmsten Kapitalisten und größten Absahner
    Die ganazen 68er sind meist in den Staatsdienst gegangen und nehmen ohne rot zu werden, das Geld vom Steuerzahler um sich ihrem Luxusleben hinzugeben

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