Stefan Mappus
„Mein Angebot an die Stuttgart-21-Gegner“

Das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ist längst zu einer Belastung für die schwarz-gelbe Koalition in Baden-Württemberg und Ministerpräsident Stefan Mappus geworden. Das harte Vorgehen gegen Demonstranten und rhetorische Fehlgriffe verschärfen die Gegensätze. Jetzt geht Mappus auf die Demonstranten zu. Ein Gastbeitrag .
  • 50

Auch einige Tage nach den Geschehnissen im Stuttgarter Schlossgarten sind wir alle nach wie vor tief betroffen über die Szenen, die sich dort abgespielt haben. Viele Menschen haben sich seither zu Wort gemeldet und haben die Schuld auf der einen oder der anderen Seite gesucht. Doch ein Wunsch eint Gegner, Projektträger und Befürworter: Niemand will, dass Menschen verletzt werden.

Besonnenheit und der Dialog zwischen allen Beteiligten sind in der gegenwärtigen Situation das einzig Richtige. Das Klima darf nicht zusätzlich durch Beleidigungen und Anfeindungen vergiftet werden. Wir brauchen in dieser schwierigen Situation Gesprächsbereitschaft und Gesprächsfähigkeit. Dass sie einen friedlichen Weg wählen möchten, haben am vergangenen Freitag erneut Zehntausende auf den Straßen Stuttgarts unter Beweis gestellt.

Die Versammlungsfreiheit und das Demonstrationsrecht sind wichtige Elemente unserer Demokratie. Ich habe Respekt vor allen, die friedlich und mit legalen Mitteln demonstrieren. Die überwältigende Mehrheit der Projektgegner macht, wie auch am vergangenen Freitag, friedlich vom Demonstrationsrecht Gebrauch, so wie es unser Rechtsstaat schützt. Unser Staat schützt die Rechte jedes Einzelnen, fordert aber auch die Pflicht ein, sich an das Gesetz zu halten. Das ist ein essenzieller Bestandteil unserer Demokratie. Niemand steht über dem Recht. Alle stehen unter ihm.

Der Bau von Stuttgart 21 ist demokratisch legitimiert und wurde über viele Jahre intensiv diskutiert. In komplexen Planfeststellungsverfahren wurden über 10 000 Einwendungen abgearbeitet, und Gerichte haben die Rechtmäßigkeit der Planungen bestätigt. Die Projektträger haben klar und transparent erläutert, warum diese 25 Bäume jetzt weichen mussten. Es ist kein Baum mehr als unbedingt notwendig gefällt worden. Über 5 000 Bäume sollen im Laufe des Gesamtverfahrens gepflanzt werden, um einen Ausgleich zu schaffen. Und im Schlossgarten werden bis zum Herbst 2011 keine weiteren Bäume fallen.

Diese Maßnahme war für den Baufortschritt zum jetzigen Zeitpunkt unerlässlich. Dass Polizisten diese Maßnahme schützen mussten, war bedauerlich, aber leider erforderlich. Die Baumfällarbeiten hätten ohne die Errichtung eines Bauzauns nicht durchgeführt werden können, da ansonsten Demonstranten und Arbeiter gefährdet worden wären.

Seite 1:

„Mein Angebot an die Stuttgart-21-Gegner“

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Stefan Mappus: „Mein Angebot an die Stuttgart-21-Gegner“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Oh, man wundert sich was schief gelaufen ist bei der Verschiebung der Steuergelder aller an die baulöwen?

    Klar! Und ist ja ganz einfach zu sehen, was da schief lief. Politiker im Selbstzweckwahn! Eine Demokratie, die nicht mehr mit der basis vorher kommuniziert (sondern erst damit anfängt, wenn die goldene Kugel schon in den brunnen gefallen ist).

    Rigoroses Sparen bei allen Sozialleistungen aber den Dauerflop Deutsche bahn mit Milliarden bedienen wollen. Herr Mappus, Herr Teufel, wo leben Sie denn?

  • Das ist doch das letzte so zu argumentieren herr Mappus, komme mir vor wie in einem Amerikanischen Kinofilm...unsere Kinder und unsere nachfahren werden es uns danken, meinen sie nicht das Sie es uns eher danken wenn wird das Geld in deren bildung inverstieren ?
    Dann würden Sie sagen, ja der Mappus war Klasse hat lieber das Geld in unsere bildung gesteckt anstatt es im bahnhof zu versenken und nun habet Deutschland auch wieder mehr eigene ingenieure und Facharbeiter ;)

  • Unabhaengig auf welcher seite man bezueglich dieses projektes steht, waere wuenschenswert vergleiche mit dem dritten reich (@weltenbummlerin) oder den montagsdemonstrationen zu unterlassen. der notwendige respekt vor den personen, die in den angesprochenen, historischen zusammenaengen zu schaden gekommen sind, waere wuenschenswert, und wuerde den ein oder anderen ggfs. daran erinnern, in seinen aeusserungen etwas gemaessigter zu agieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%