_

US-Wahlkampf: Obamas kugelsichere Weste

Die Rede zur Lage der Nation nutzte US-Präsident Obama als große Bühne für den Wahlkampf. Die Strategie des Präsidenten ist klar: Die Wahl soll sich an den Jobs entscheiden, die er schaffen will. Ein Gastkommentar

Klaus F. Zimmermann ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften der Universität Bonn. Quelle: dapd
Klaus F. Zimmermann ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften der Universität Bonn. Quelle: dapd

WashingtonAngesichts der immer noch sehr kränkelnden Wirtschaft steht Barack Obama vor den Wahlen im Herbst das Wasser bis zum Hals. In seiner Rede zur Lage der Nation in der vergangenen Nacht reagierte er auf die Herausforderungen des heraufziehenden Wahlkampfes mit einer primär politisch-taktischen Rede, die ihm gegenüber den republikanischen Scharf- und Heckenschützen eine kugelsichere Weste geben soll. Hat das geklappt?

Anzeige

Das Konzept ist klar. Zwar kann Obama auch außenpolitische Erfolge feiern - die Position der Vereinigten Staaten ist trotz diverser Kriege und einer ungeklärten Wirtschaftslage militärisch, politisch und wirtschaftlich gesichert, Osama Bin Laden tot, und die Amerikaner konnten sich trotz schmerzhafter Verluste ohne große Folgen aus dem Irak zurückziehen. Der Präsident pries diese Erfolge an, ohne allerdings Afghanistan mit einem Wort zu erwähnen. Aber die Achillesferse ist die heimische Wirtschaft und so versuchte Obama vor allem hier seine Punkte zu machen.

USA

Die Wahl soll sich nach dem Willen des Präsidenten an den Jobs entscheiden. So wurde er nicht müde zu betonen, dass unter seiner Regie in den vergangenen zwei Jahren 3,2 Millionen Jobs geschaffen wurden und zu signalisieren, dass er die richtige Strategie für eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Beschäftigungspolitik hat. Der amerikanische Mythos, ja das Versprechen, dass jeder, der hart arbeitet, auch eine faire Chance für wirtschaftlichen Erfolg und damit für Arbeit hat, zog sich wie ein kräftiger roter Bindfaden durch das Manuskript. Arbeit soll sich wieder für alle lohnen.

Nicht von ungefähr blendete die Nachrichtenagentur CNN in ihrer Liveübertragung der Präsidentenrede immer wieder Obamas neuen obersten Wirtschaftsberater Alan Krueger ein, den Arbeitsökonomen aus Princeton, der für das Jobkonzept steht. Seine smarte und konziliante Analytik in der Vermittlung der Wirtschaftspolitik soll die Schneise zur erfolgreichen Wiederwahl schlagen. Dabei ist Krueger klar, dass dafür kurzfristig tatsächlich wenig getan werden kann. Es geht vornehmlich um die richtige mediale Perspektive.

  • Kommentare
Kommentar: Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran ist bei den Atomgesprächen erneut auf Konfrontationskurs gegangen. Jetzt ist schnelles Handeln gefordert. Kommt es zum Konflikt, stürzt die Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise.

Kommentar: Was traurige Bilder nicht erzählen

Was traurige Bilder nicht erzählen

Die ARD nimmt in einer Dokumentationsreihe die Arbeitsbedingungen bei prominenten Konzernen aufs Korn. Damit steigt die Chance auf Besserung der Firmen. Gemachte Fortschritte bleiben oft verdeckt.

  • Kolumnen
Dutschke spricht: The War on Women

The War on Women

Frauen werden in den USA noch immer stark benachteiligt. Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen bis hin zur restriktiven Abtreibungsrichtlinien. Beim Schutz der Frauen hinken die Amerikaner uns hinterher.

Was vom Tage bleibt: Die Tage des „Bankjogs“ nahen

Die Tage des „Bankjogs“ nahen

In Spanien mehren sich Krisensymptome, sodass Banker über den gefürchteten „Bankrun“ nachdenken. Ganz so schlimm wird es nicht. Allerdings ist auch die Vatikanbank mit sich selbst nicht im Reinen. Der Tagesbericht.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Gastbeiträge
Essay Jürgen Fitschen: Die Sünden der Finanzwirtschaft

Die Sünden der Finanzwirtschaft

Die Finanzbranche hat massiv an Ansehen verloren. Ohne sie würde unser Wirtschaftssystem aber zusammenbrechen, sagt Jürgen Fitschen. Ein Essay des designierten Co-Chefs der Deutschen Bank über die Zukunft der Branche.

Gastbeitrag: Gut gemacht, Chefin!

Gut gemacht, Chefin!

Angela Merkel führt ihre Regierung, wie es in der Wirtschaft gang und gäbe ist. Und doch hagelt es Kritik. Dabei handelt Merkel nur wie ein Manager. Endlich mal - sagt einer der bekanntesten Headhunter Deutschlands.

Otmar Issing: Keine Experimente mit der Inflation

Keine Experimente mit der Inflation

Um zu überleben muss die Währungsunion zum Gleichgewicht zurückfinden. Von Deutschland zu fordern, die eigene Wettbewerbsstärke zu verwässern, ist aberwitzig. Aber es gibt andere Lösungen.

  • Presseschau
Presseschau: „Spaniens Tage sind gezählt“

„Spaniens Tage sind gezählt“

Die Verstaatlichung der spanischen Großsparkasse Bankia ist nach Medieneinschätzung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die entscheidende Frage sei, wie Spanien die Rettungsmaßnahmen bezahlen wolle. Die Presseschau.