Wirtschaftspartnerschaft Eine transatlantische Allianz für das 21. Jahrhundert

Europa und die USA müssen ihre Partnerschaft erneuern: Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise zwingt beide dazu, eine integrierte transatlantische Strategie zu entwickeln. Nur gemeinsam ist eine Lösung möglich.
  • Daniel Hamilton
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Euromünzen auf einer Dollarnote: Die transatlantische Partnerschaft muss erneuert werden, sagt Daniel Hamilton. Quelle: dpa

Euromünzen auf einer Dollarnote: Die transatlantische Partnerschaft muss erneuert werden, sagt Daniel Hamilton.

(Foto: dpa)

Die Welt, die die transatlantische Allianz erst möglich machte, verändert sich zunehmend: wenn US-europäische Beziehungen in Zukunft eine fortschrittliche Kraft in der Welt sein sollen, müssen Amerikaner und Europäer stärker an einer strategischen Transatlantischen Partnerschaft arbeiten, die effektiver als bisher bei der Gestaltung wirtschaftlicher Möglichkeiten für ihre Bürger und Unternehmen ist, und die mit neuen Partner, besonders in Wachstumsmärkten, Beziehungen aufbauen und den Veränderungen unserer Zeit begegnen kann.

Das sich verschiebende Kräfteverhältnis im In- und Ausland zwingt uns dazu, unsere Partnerschaft zu erneuern und zu repositionieren, nicht nur um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen, sondern auch um die uns zur Verfügung stehenden strategischen und taktischen Mittel zu verbessern, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in Hinblick auf das internationale Handelssystem sowie die Welthandelsorganisation (WTO) und ihren Regeln zu begegnen.

Daniel Hamilton leitet das Center for Transatlantic Relations an der Johns Hopkins University. Foto: http://www.abf.ba/wbc/

Daniel Hamilton leitet das Center for Transatlantic Relations an der Johns Hopkins University.

Foto: http://www.abf.ba/wbc/

Dies ist nicht die Zeit für schrittweise Bemühungen, sondern für umfangreiches Handeln. Hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Förderung von Innovationen, der Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit, sowie der Sicherstellung langfristigen Wachstums und Wohlstands könnten die daraus entstehenden Vorteile erheblich sein. Es ist ein Moment der Chance – entweder wir nutzen oder wir vergeuden sie.

Um diese Chance zu nutzen müssen Unternehmen und andere Akteure aus der Wirtschaft mit politischen Entscheidungsträgern auf beiden Seiten des Atlantik zusammenarbeiten, mit dem Ziel eine gemeinsame Vision zu fördern, die auf grundlegenden Werten beruht, und das Potential unserer Partnerschaft auszuschöpfen, Arbeitsplätze zu schaffen, Wachstum zu generieren, und das multilaterale System zu stärken.

Viel steht auf dem Spiel. Auch wenn schnell wachsende Volkswirtschaften in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, haben die USA und Europa nach wie vor eine Ankerfunktion innerhalb der globalen Wirtschaft. Der transatlantische Wirtschaftsraum generiert ein Handelsvolumen in Höhe von fünf Billionen Dollar pro Jahr und beschäftigt bis zu 15 Millionen Menschen. Er ist der größte und prosperierendste Markt der Welt und stellt drei Viertel der globalen Finanzmärkte und über die Hälfte des Welthandelsvolumens und des weltweiten BIP. Keine andere kommerzielle Ader ist so integriert.

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6 Kommentare zu "Wirtschaftspartnerschaft: Eine transatlantische Allianz für das 21. Jahrhundert"

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  • "Europa und die USA müssen ihre Partnerschaft erneuern"

    Dieser Satz ist schon einmal grundsätzlich falsch, denn es gibt keine Partnerschaft zwischen Europa und den USA und zwar weil die USA schlicht und einfach nicht beziehungsfähig sind.

    Europas Zukunft liegt auf dem Kontinent und nicht jenseits des grossen Teiches. Russland ist ein unverzichtbarer Teil dieses zukünftigen Europas.

  • Weiter:

    Der Tenor ist doch, wie kann man die aufstrebenden Staaten gemeinsam unter Kuratell stellen, sie bevormunden.

    Aber solange man noch Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagern kann, profitieren bisher fast alle.
    Wenn aber nicht mehr, weil diese aufgeholt haben und auf unserem Standard angekommen sind, sieht es in den alten etablierten Staaten finster aus. Dann erst wird es ernst, wer bestimmt dann, wie es weiter geht?

    Dann sind wir an dem Punkt, wo das angedachte Ziel einer Weltwährung - bereits von Merkel angesprochen - ein Thema wird. Wer dann da wieder die beherrschende Rolle spielen wird, who knows.

    Jedenfalls sieht sich die USA so langsam ihrem Untergang entgegen laufen, die ewige Sucht nach stetigem Wachstum ist ausgeträumt (auch wenn Herr Stock vom HB da anderer Meinung ist), die Arbeitslosigkeit bekommen sie auch nicht in den Griff, entlassen lieber munter weiter, wenn es nicht so rund läuft, geben aber ständig gute Ratschläge für die EURO-Zone, "ihr müßt dies und das tun", schaffen es aber selbst überhaupt nicht trotz endlosem Geldfluten mit fast Null-Zins und wir sollen ja auch unsere Zinsen noch weiter senken, sollen auch mit in den Strudel gerissen werden, dann sind wir gemeinsam schwach.

    Sich mit USA zusammentun heißt: gemeinsam in den Untergang steuern, deren neoliberale Politik hat ausgedient, wenn auch der INSM Deutschland versucht, uns weiter in diese Schiene zu steuern und unsere Medien derem steuernden Einfluß leider nicht pari bieten.

    Was früher über Kriege erreicht wurde, findet heute wirtschaftspolitisch in einem Hauen und Stechen statt.
    Dazu werden immer neue Modelle ersonnen, nur umdenken will keiner.

    Wir befinden uns in dem animalischen Prinzip der Wildnis, die Finanzindustrie hat es uns bereits vorgelebt. Cui bono?

  • "Dabei gibt es noch einen zweiten Zwerg (Russland) den man nicht alleine lassen sollte."

    Sicherlich eine bessere Alternative, als die Vereinnahmung aus USA, die nichts anderes im Sinn hat, als was vor Jahren Noam Chomsky in "profit over people" beschrieben hat.

    "Jede Europäische Nation arbeitet tendenziell gegen den anderen Europäischen Nachbarn. "

    So arbeiten sie doch alle in sogen. Wirtschaftsgemeinschaften, die Globalisierung hat dies in Gang gesetzt, die moderne Form wirtschaftlicher Ausbeutung, quasi Wirtschaftskrieg zur Selbstbehauptung, weil sich Staaten nicht mehr schützen können vor Angriffen von außen (siehe Schutzzölle, das hat mal ganz gut funktioniert und wird in USA immer noch praktiziert - siehe Stahlsektor, wo sie marode sind-).
    Faire trade ist nichts anderes, als faire Preise zu bezahlen, weil es sonst Ausbeutung ist, aber das will man möglichst unterlaufen in den Modellen der Globalisierung.

  • Kleiner Hinweis:

    Die EU ist nur eine Organisation in Europa. Die Europäer gibt es zwar als Oberbegriff aber es gibt keine „Europäer“ wie es z. b. Deutsche gibt. Jede Europäische Nation arbeitet tendenziell gegen den anderen Europäischen Nachbarn.

    Die EU ist nur ein Club von Verlierern, eine Vorgartentruppe die den Zwerg in ihrer Runde noch ein Bein stellt.

    Diese Vorgartentruppe spielt schon längst keine Rolle mehr.

    Die USA orientiert sich mehr und mehr nach Asien und wird hoffentlich „Europa“ vergessen.

    Dann können wir endlich wieder „selbständig entscheiden“ derzeit sind wir nur ein Mittel zum Zweck.

    Wir sind derzeit weder in der Lage noch Willens wieder „selbständig und frei“ zu handeln.

    In Zukunft stehen die Gnome und der Zwerg alleine im Vorgarten und sollten uns dann unterhalten.

    Dabei gibt es noch einen zweiten Zwerg (Russland) den man nicht alleine lassen sollte.

  • kann ich alles unterschreiben, wenn dann mal die grundlagen, d.h. das vertrauen hergestellt werden. wenn wir uns nun wieder in einer "phase der finanziellen repression" a la 1948 befinden, sollte dies "nicht" mit hilfe der verursacher und beschleuniger der krise geschehen. siehe manipulationen von jpm und co. dies zerstört in einer ohnehin fragielen phase das vertrauen. die usa müssen da aufräumen. ansonsten fordere ich wie schon an anderer stelle ein "neues rapollo".
    ansonsten ist sicher richtig, dass die europäer den usa teils bei den fragen des handels mit landwirtschaftlichen produkten entgegenkommen müssen. eu hat da nach jahrzenten aufzuräumen. irgendwie müssen die usa ja ihr leistungsbilanzdefiziet angehen. hier wird die musik in den usa spielen (wie schon immer), wie ja auch die verlagerung bei der BASF zeigen.

  • Demnach scheint mir das, was wir zur ZEIT hier in diesem Lande abgeht, nur die Vorboten dessen zu sein, was die Hardliner aus "Bergern von Bildern" noch auf der Hand haben und demnach genüßlich anbiedern wollen.

    So gesehen, scheint mir, daß Rußland auf dem Wege zu einer lupenreinen Demokratie sich befindet. Sie lassen derzeit nicht erkennen, daß sie jemals andere Staaten noch beherrschen wollen.

    Wirtschaft über alles, Mammon zur Verteilung an die Geldsäcke, damit dort niemand umfallen muß. Money talks, bekommt genau die Art der Kultur, vor der so viele fliehen wollen. Nur wohin, wenn EUropa die Grenzen dicht machen will, damit niemand mehr hereinkommt. Die Absicht scheint schon lange klar.

    Und die Zu-"Arbeit" der Präsiden in der EU, jetzt läßt schon mal jemand die Katze aus dem Sack, erfüllen ihre Aufgaben in Treu und Glauben. Kein Wunder, die Mensch gewordene Freiheitsstatue hält sich vehement in der Hafeneinfahrt von New York. Bezahlt wird sie von hier. Ergo, jedem das Seine.

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