
Was für ein Wechselbad der Gefühle: Vor zehn Jahren haben wir „Euro Starterkits“ unter die Christbäume gelegt und uns darauf gefreut, ohne lästiges Geldwechseln in Europa reisen und Geschäfte machen zu können. Wir haben einen historischen Moment erlebt, der unser Leben verändert hat: Der 1. Januar 2002 brachte uns nach einer gigantischen Umtauschaktion neue Münzen und Scheine – und löste in zunächst elf Ländern die nationalen Währungen ab. Europa hatte gemeinsames Geld – und wurde damit enger verbunden als je zuvor. Inzwischen nennen rund 330 Millionen Menschen in 17 europäischen Staaten den Euro ihr Geld, plus San Marino, Vatikan und Monaco. Zehn Jahre später ist der Euro gerade für junge Europäer nicht mehr wegzudenken.
Und doch ist das Jubiläum überschattet. Heute müssen wir um das Überleben der gemeinsamen Währung kämpfen. Wie konnte es dazu kommen? Bei nüchterner Betrachtung müssen wir leider feststellen: Der Euro kam mit erheblichen Geburtsfehlern auf die Welt, und als diese Fehler zum Vorschein kamen, wurden sie nicht richtig diagnostiziert – und daher mangelhaft therapiert. Notwendig sind jetzt Maßnahmen, die an den Wurzeln der Probleme ansetzen. Nur so werden uns die Vorzüge eines gemeinsamen Geldes erhalten bleiben.
Das Ziel Währungsunion wird im EG-Vertrag verankert.
Unterzeichnung des EU-Vertrages von Maastricht, der die Währungsunion bis 1999 vorsieht und Beitrittskriterien festlegt.
Ratifizierung des Maastricht-Vertrages. Aus den Europäischen Gemeinschaften (EG) wird die Europäische Union (EU). Dezember 1995: Als Einheiten der neuen Währung werden Euro und Cent festgelegt.
Verabschiedung des Stabilitäts- und Wachstumspakts in Amsterdam. Einigung auf die „europäische Seite“ für die Münzen.
Die EU-Kommission und das Europäische Währungsinstitut (EWI), Vorläufer der Europäischen Zentralbank (EZB) empfehlen elf Länder für den Start der Währungsunion. Außen vor bleiben aus freien Stücken Großbritannien, Dänemark, Schweden sowie Griechenland, das die Kriterien noch nicht erfüllt.
Ein Sondergipfel der EU-Gremien gibt in Brüssel grünes Licht für den Euro. Die Staats- und Regierungschefs bestimmen den 1. Januar 1999 als Start der Währungsunion.
Die Wirtschafts- und Finanzminister der EU legen den Umrechnungskurs des Euro zu den elf Teilnehmerwährungen endgültig fest. Danach ist ein Euro 1,95583 D-Mark wert.
Der Euro wird gemeinsame Währung der elf Länder. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte nationale Geld bleibt noch das allein gültige Zahlungsmittel.
Die Finanzmärkte nehmen den Handel mit Euro auf.
Die Herstellung des neuen Bargelds läuft an.
Griechenland wird nach Erfüllung der Beitrittskriterien zwölftes Euroland-Mitglied - allerdings mit frisierten Haushaltszahlen, wie sich später herausstellt.
Beginn der Ausgabe von Noten und Münzen an Banken und Handel.
Der Euro wird gesetzliches Zahlungsmittel.
Die D-Mark verliert ihre Gültigkeit, kann aber weiterhin gegen Euro eingetauscht werden.
Zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum werden neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen.
Als erster der neuen EU-Staaten wird Slowenien 13. Mitgliedsland der Euro-Zone. Ein Beitrittsgesuch Litauens wird hingegen von der EU-Kommission wegen überhöhter Inflation abgelehnt.
Malta und die Republik Zypern führen den Euro ein.
Die Slowakei führt den Euro ein.
Griechenland kommt in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euroland Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, die sich trotz neuer Milliarden-Hilfspakete auch für Irland und Portugal bis Ende 2011 dramatisch verschärft.
Zum Auftakt des schlimmsten Krisenjahres führt Estland den Euro ein - als erste frühere Sowjetrepublik. Damit leben gut 330 Millionen Menschen im Euro-Raum mit 17 Mitgliedsländern.
Der schwerwiegendste Geburtsfehler des Euro war, dass seine Gründerväter die Lehren aus der Theorie der optimalen Währungsräume ignoriert haben. Schon in den 60er-Jahren haben Robert Mundell und Peter Kenen darauf hingewiesen, dass in einem gemeinsamen Währungsraum ein hoher Grad an Mobilität der Arbeitskräfte oder zumindest an Flexibilität der Löhne bestehen sollte. Mangelt es daran, so sind interregionale Fiskaltransfers nötig, um die Stabilität des Währungsraums zu sichern.
Nichts davon wurde bei den Aufnahmekriterien zur Europäischen Währungsunion (EWU) berücksichtigt. Das Augenmerk lag auf der Angleichung von Inflation und Zinsen sowie auf der Stabilität der Wechselkurse und der Einhaltung von Höchstgrenzen für staatliche Budgetdefizite und Schulden. Vielleicht wäre ja eine nachhaltige Erfüllung dieser Kriterien mit den Voraussetzungen für einen gemeinsamen Währungsraum einhergegangen. Jedoch wurde darauf nicht geprüft. Es reichte eine näherungsweise Erfüllung im Stichjahr, und auch diese wurde teilweise nur oberflächlich festgestellt.
Dieses sture Festhalten an der Pseudowährung Euro ist schon mehr als eine Verzweiflungstat. Seit der Einführung dieser Währung sind die Preise geradezu explosionsartig angestiegen. Der Großteil der Menschen muß mit finanziellen Einbußen leben. Milchmädchenrechnungen von "Experten" versuchen dieses zu widerlegen (z.B. daß Silvesterböller günstiger wären als zu DM-Zeiten).Was soll dieser Schwachsinn, wie oft kauft man Silvesterböller?
Die Bürger sollen auch für dumm verkauft werden, mit der Suggestion, daß mit der DM der Export leiden würde. Japan hat den Yen und dieser ist zur Zeit eine sehr stabile Währung und der Export boomt. Und das Schlimmste: Der Eurobond wird uns mit in den Abgrund ziehen.
Der Euro ist nur für die Eurokraten von Wichtigkeit, Futternapf und Ruhekissen von Politiker, Bankster, verkommender Justiz und derren Rechtsverdreher.
Selbstversorgende Parasiten die sich ohne Gegenleistung am Volk bereichern, dieses unter dem Deckmantel der Justiz ausplündern.
Diese fetten Maden gehören an den Pranger, sind überflüssig wie ein Kropf am Hals.
Herr Wulf ist weder besser noch schlechter, spiegelt die Klasse der Volksvertreter eindrucksvoll wieder!
Wenn das Volk nicht handelt, diese Parasiten JETZT nicht deziemiert, hat es nichts besseres verdient, ist mit der Versklavung einverstanden!
@ Rapid,
wishful thinking, unrealistisch.
Ich kann mir nur wiederholen. Wir müssen vom heutigen Standpunkt aus nach einer realistischen Lösung suchen.
Die Verträge wurden so geschmiedet dass eine geregelte Abwicklung der Eurozone praktisch unmöglich ist. Der Wunsch vielen Deutschen und auch Franzosen nach einer Rückkehr zur Nationalwährung hat mit Nationalnostalgie zu tun. Wirtschaftlich kann der Euro nur Vorteile bringen wenn man die Gemeinschaftsinteresse vor den Interessen der einzelnen stellt.
Leider und wegen der deutsch-französische Achse ist das z.Z. nicht der Fall.
Eine geregelte Insolvenz der Währungsunion ist einfach unvorstellbar. Nur deren Zusammenbruch ist vorstellbar, so schrecklich wie das auch klingeln mag.
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