Abertis
Mit Gold gepflastert

Die spanische Baugruppe Abertis und Citigroup Infrastructure Investors sind bis an ihre Grenzen gegangen, um sich für 12,8 Mrd. Dollar den Betrieb der gebührenpflichtigen Autobahn Pennsylvania Turnpike zu sichern. Das Paar strebt Renditen im unteren zweistelligen Bereich an – ein Niveau, das für diese Art von Abschluss mager aussieht.

Amerika wird zum Mekka für auf Deals versessene Infrastrukturfonds. Ein Konsortium unter der Führung der spanischen Abertis hat 12,8 Mrd. Dollar geboten, um den Pennsylvania Turnpike für 75 Jahre zu betreiben. Damit hat die spanische Baugruppe Goldman Sachs in der zweiten Runde der Gebote aus dem Rennen gedrängt. Der endgültige Preis lag um 20 Prozent über der Offerte, die Abertis, ein Infrastruktur-Fonds von Citigroup und ein kleinerer spanischer Partner in der ersten Runde vorgelegt hatten, verlautete aus mit der Situation vertrauten Kreisen. Abertis und Citigroup Infrastructure Investors haben das Äußerste aus sich herausgeholt.

Die gesamten Kosten des Abschlusses, einen Puffer eingeschlossen, werden sich auf 14,5 Mrd. Dollar belaufen. Davon sollen rund 60 Prozent über Kredite finanziert werden. In einem weniger verstörten Marktumfeld hätte eine gebührenpflichtige Autobahn vermutlich einen größeren Fremdkapitaleinsatz ermöglicht - in einer Spanne von 70 bis 80 Prozent. Aber da sich die Kreditkrise negativ auswirkt, müssen Abertis und Citigroup möglicherweise mehrere Segmente der Kreditmärkte für die von ihnen angestrebten 8,5 Mrd. Dollar anzapfen.

Der hohe Preis und die moderate Kreditfinanzierung führen dazu, dass die erwartete Rendite auf das Eigenkapital der Partner über sechs Mrd. Dollar nicht gerade sehr aufregend erscheint. Abertis rechnet mit einer Jahresrendite im niedrigen zweistelligen Bereich, während einige Analysten sogar davon ausgehen, dass die Rendite unter zehn Prozent bleiben könnte. Die meisten Infrastruktur-Investoren erwarten zwölf bis 15 Prozent - das ist zwar weit weniger als etwa bei Private-Equity-Fonds, aber genug, um die Betriebsrisiken, einen langen Zeithorizont und Preiszwänge auszugleichen - in diesem speziellen Fall wird die Erhöhung der Autobahngebühren auf 25 Prozent im kommenden Jahr und in jedem nachfolgenden Jahr auf 2,5 Prozent oder auf die Inflationsrate - je nachdem, welche Zahl höher ausfällt, - begrenzt.

Abertis wollte in den USA Fuß fassen, wo eine Vielzahl von Investoren auf Infrastrukturwerte aus ist. Wenn der Deal von den Gesetzgebern in Pennsylvania abgesegnet wird, wird die Autobahn den Spaniern einen weiteren strategischen Vorteil bieten, da sich dann die durchschnittliche Dauer ihres Portfolios an Konzessionen für gebührenpflichtige Straßen von 18 auf 28 Jahre erhöht. Die Fondsmanager von Citigroup wollten wahrscheinlich eine große Portion des ihnen von den Investoren anvertrauten Geldes zum Einsatz bringen und ihren Anspruch auf zukünftige Abschlüsse geltend machen.

Das Gebot von Goldman hatte in der zweiten Runde um fünf Prozent zu kurz gegriffen. Die Investmentbank hätte beim ersten Mal eigentlich den Zuschlag gewonnen, musste aber noch einmal bieten, weil die Offerte von Abertis innerhalb einer Spanne von zehn Prozent ihres Angebots lag. Am Schluss übertrumpft worden zu sein, mag ein wenig unglücklich erscheinen. Aber da sich Abertis und Citigroup nun auf ziemlich magere Renditen einstellen müssen, mag sich Goldman vielleicht doch wie ein Glückspilz fühlen.

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