Abu Dhabi/Man City
Tor in Abu Dhabi für Manu City

Thailands ehemaliger Premierminister verkauft den kränkelnden Premier-League-Fußballclub an die liquideren Araber. Ein gutes Geschäft für die Blauen, weil das Emirat alles daran setzen wird, aus dem zweitklassigen Team eine Marke zu machen, die Man United Paroli bieten kann.

Es ist ein vielversprechendes Tor, das Manchester City da in Abu Dhabi gelandet hat. Nach Berichten der Zeitung Arabian Business verkauft Thaksin Shinawatra, der ins Exil verdrängte frühere Premierminister Thailands, den kränkelnden englischen Premier-League-Fußballklub an die hochliquide Abu Dhabi United Investment and Development Group. Finanzielle Einzelheiten wurden bisher nicht bekannt, aber das Schicksalsblatt von Man City hat sich über Nacht gewendet.

Thaksin musste verkaufen. Der ehemalige thailändische Premierminister, der 2006 bei einem Putsch entmachtet wurde und sich nun vor den thailändischen Behörden wegen Korruptionsvorwürfen verantworten soll, lebte schon im Exil, als er vor knapp zwölf Monaten 81 Millionen britische Pfund für den Verein auf den Tisch legte. Der Verfall seiner politischen und finanziellen Macht - gegenwärtig sind etwa zwei Milliarden Dollar seiner Vermögenswerte gesperrt - haben auch auf den Fußballclub abgefärbt und gefährden Manu Citys Zukunft.

Für die Blauen kommt das Geschäft wie gerufen. Das Emirat verspricht, die Schulden des Clubs zu begleichen und Manu an die Spitze der Premier League zu bringen. Manu City muss sich also nicht mehr länger auf riskante Finanzierungskonstruktionen einlassen, um seine Transferbörse aufzubessern - wie die jüngst begebene Anleihe im Wert von 25 Millionen Pfund, die durch unvorhersehbare Fernseheinnahmen besichert war. Durch den Deal steigt Manu City in die Liga der von Milliardären finanzierten Konkurrenten Liverpool, Chelsea und Man United auf.

Abu Dhabi setzt da schon auf eine erhebliche Wandlung - im vergangenen Jahr landete Man City in der Premier League auf Rang neun und seit 1976 gelang es dem Verein nicht mehr, eine bedeutende Trophäe nach Hause zu bringen. Aber Geld ist im Sport viel. Chelsea gewann die Premier League zweimal, nachdem der russische Oligarch Roman Abramovich vor fünf Jahren die Führung übernahm. Genauso erhielten die New York Yankees spürbaren Aufwind durch die Spendierfreude ihres Eigentümers, den Milliardär George Steinbrenner.

Vielleicht hätte es Abu Dhabi vorgezogen, in einen bereits erfolgreichen Klub einzusteigen, aber der Mangel an willigen Verkäufern zwingt die Araber ihr Midas-Händchen auszutesten. Gelingt es ihnen, Man City durch die Finanzspritze auf das Niveau von Man United zu heben, entsteht ein erheblicher PR-Effekt für Abu Dhabi, dessen große, junge Bevölkerung sich stärker für Fußball als die traditionellen Kamelrennen interessiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%