Airline
Iberia in Not

Die spanische Sparkasse Caja Madrid hat sich einen Anteil von 23 Prozent an Iberia gesichert. Die Anleger haben daraufhin einen Sinkflug der Iberia-Aktien eingeleitet. Sie könnten vorschnell reagiert haben. Der Schritt riecht stark nach einem protektionistischen Manöver. Das ist schlecht für die Aktionäre, aber vielleicht nicht tödlich für den Abschluss.

Caja Madrid wird von der Regionalregierung beherrscht, die klar gemacht hat, dass die nationale Fluggesellschaft in ihren Augen für die Wirtschaft vor Ort von Ausschlag gebender Bedeutung ist. Caja, die vor der jüngsten Aufstockung bereits zehn Prozent an Iberia gehalten hatte, hatte sich im Vorfeld über die vorläufige Offerte der Beteiligungsgesellschaft TPG und British Airways, die mit zehn Prozent am spanischen Carrier beteiligt ist, beschwert. Der Preis von 3,60 Euro je Aktie sei zu niedrig, hatte die Sparkasse moniert. Aber das ist genau der Preis, den Caja für ihre jüngste Beteiligung gezahlt hat.

Nach Angaben der Bank will sie ihren Anteil nicht verkaufen. Gleichzeitig ist der Vorsitzende von Iberia aber vom Vorstand damit beauftragt worden, einen Käufer zu finden. Es ist auch schwer einzusehen, warum die Regierung in Madrid Einwände gegen das jüngste Übernahme-Angebot haben sollte, das die spanische Beteiligungsgesellschaft Gala Capital zusammen mit einer Gruppe spanischer Partner vorgelegt hat.

Zudem sind die Chancen gering, dass Iberia „entfremdet“ wird, denn die Verträge mit lateinamerikanischen Ländern sehen vor, dass Iberia ihren Status als nationale Fluglinie behalten muss, um weiter die rentablen transatlantischen Strecken bedienen zu können. Schon aus diesem Grund ist es sogar anderen europäischen Branchenkollegen wie etwa Air France, die ebenfalls ihr Interesse an Iberia bekundet hat, daran gelegen, dass die Fluggesellschaft unter spanischer Kontrolle bleibt.

Deshalb könnte Caja einer Offerte doch eigentlich offen gegenüber stehen – wenn sie nur spanisch genug und hoch genug ist. Gala Capital hat ihre Bereitschaft angedeutet, bis auf 3,90 Euro je Aktie hochgehen zu wollen.

Aber je höher der Kaufpreis ist, desto größere Synergien müssten für den Käufer herausspringen. Und das ist der Haken. Denn dieser politisch motivierte Aktionär wird einer tief greifenden Umstrukturierung vielleicht nicht zustimmen. Die Aufstockung der Anteile von Caja bedeutet vielleicht nicht das Ende aller Offerten für Iberia, aber die spanische Gesellschaft hat jetzt eindeutig an Attraktivität verloren.

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