Alitalia
Rettung auf italienisch

Berlusconi hat sein Versprechen gehalten, eine italienische Lösung für Alitalia zu finden, auch wenn die italienische Airline sich schließlich mit einem europäischen Partner verbünden wird. Der neue Plan wird einige geschäftstüchtige Investoren bereichern, aber die Befürchtungen nicht besänftigen, dass die Politik die Handlung der Unternehmen bestimmt.

Silvio Berlusconi hat sein Wahlvesprechen gehalten, eine rein italienische Lösung für Alitalia zu finden. So gut wie. Aber der neue Plan des Premierministers trägt in keiner Weise dazu bei, das Image der italienischen Unternehmen aufzupolieren.

Unter der Vorgängerregierung war Alitalia, die pro Tag 2 Millionen Euro verliert, auf dem besten Weg, von Air-France-KLM übernommen zu werden. Die Beschäftigtenzahlen sollten drastisch reduziert werden. Die Gewerkschaften waren empört und Berlusconi versprach, es besser zu machen. Nach dem neuen Plan werden die Beschäftigtenzahlen drastisch zusammengestrichen und Air-France-KLM gilt als möglicher Fusionspartner.

Wo also liegt der Unterschied? Das Umfeld der Fluggesellschaften ist heute schlechter als zu den Zeiten als Air France Interesse signalisierte. Aber die Verzögerung hat es Berlusconi ermöglicht, zu betonen, dass er zu seinem Wort steht. Und die Nutznießer der finanziellen und industriellen Umstrukturierung sind aller Voraussicht nach die kleinere italienische Fluggesellschaft Air One und eine Gruppe von 16 italienischen Geschäftsleuten, darunter der Turnaround-Guru Roberto Colannino.

Die Details stehen noch nicht fest, aber Berlusconi will den Geschäftspartnern gestatten, die profitabelsten Teile von Alitalia für eine Summe von rund einer Milliarde Euro zu kaufen - Flugzeuge, Strecken, einen Teil des Personals - dagegen sollen die Schulden und anderen Verbindlichkeiten von Alitalia abgespalten und unter den Schutz des Insolvenzrechts gestellt werden. Die potenziell profitablen Teile von Alitalia sollen mit Air One kombiniert und in ein neues Unternehmen eingebracht werden, dass den Namen Compagnia Aerea Italiana erhalten soll. Die überzähligen Alitalia-Beschäftigten werden nach dem Plan bei anderen staatlichen Unternehmen untergebracht, wie zum Beispiel bei der Post. Zu gegebener Zeit wird die neue Fluglinie dann Unterstützung bei einer weiteren europäischen Luftverkehrsgesellschaft suchen müssen.

Noch könnte Brüssel den Plan im Keim ersticken, aber es scheint als ob Intesa Sanpaolo, die italienische Bank, die mit der Rettung Alitalias beauftragt war, in letzter Minute einen glaubhaften Verwertungsplan vorlegen konnte. Aber das komplizierte, stark verzögerte Arrangement ist kaum geeignet, die weit verbreitete Meinung zu zerstreuen, dass die italienische Regierung italienische Unternehmen als Spielbälle der Politik missbraucht.

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