Allianz
Abschreibung beschleunigt Lösung im Investmentbanking

Die Abschreibungen der Allianz auf Ramschanlagen der Banksparte erschweren das Erreichen der Wachstumsziele. Das könnte aber zu verschmerzen sein, wenn es dabei hilft, die Investmentbank Dresdner Kleinwort zu sanieren. Die Zeit drängt, wenn die Allianz an der Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft teilnehmen will.

Die Allianz-Abschreibung von 900 Millionen Euro könnte nicht so schmerzhaft sein, wie es auf den ersten Blick erscheint. Sicherlich steht der Versicherer damit schlechter da als seine europäischen Wettbewerber, die in der Mehrzahl vergleichbare Subprime-Probleme vermieden. Und es verschlechtert die Chancen der Allianz-Gruppe, ihr Wachstumsziel für den operativen Gewinn von jährlich durchschnittlich zehn Prozent zwischen 2007 und 2009 zu erreichen. Doch das könnte ein kleiner Preis sein, wenn dafür Dresdner Kleinwort, die Investmentbank der Gruppe, auf ein besseres Fundament gestellt wird.

Die Sanierung von Dresdner Kleinwort ist wesentlich für die Allianz-Pläne zur Neustrukturierung ihres Bankenimperiums. Ob die 900-Millionen-Euro-Berichtigungen alleine ausreichen, um potenzielle Bieter wie die russischen Institute VTB und Sberbank zu überzeugen, ist unklar. Analysten haben die Investmentbank auf negative zwei Milliarden Euro taxiert.

Es wäre aber ein Fortschritt, wenn Dresdner Kleinwort wieder etwas besser auf den eigenen Füßen stehen könnte. Der Rest des Allianz-Bankengeschäftes, die Dresdner-Privatkundenbank, wird in der nächsten Runde der deutschen Bankenkonsolidierung ein wichtiger Faktor sein. Tatsächlich erwägt die Allianz nach Angaben mit der Situation vertrauter Quellen, die Dresdner im Gegenzug für einen großen Anteil in eine fusionierte Dresdner-Deutsche Postbank einzubringen. Dieses Geschäft könnte weniger attraktiv für die Postbank sein, wenn die problembeladene Investmentbanking-Sparte der Dresdner darin enthalten ist.

Zwei Gründe sprechen dafür, dass die Allianz bei Dresdner Kleinwort so schnell wie möglich die Initiative ergreift. Erstens wird der Mehrheitsaktionär der Postbank, die Deutsche Post, Berichten zufolge immer ungeduldiger, und die Post hat keinen Mangel an Alternativen. Mit der Deutschen Bank und der Commerzbank stehen zwei weitere deutsche Interessenten bereit, und auch eine Transaktion mit ausländischen Adressen wird erwogen.

Zweitens stehen die Anleger hinter der Allianz. Ihre Aktien stiegen um 17 Prozent, nachdem die Pläne zur Zerlegung der Banksparte im März bekannt wurden. Zum Vergleich: Die Wettbewerber legten im selben Zeitraum durchschnittlich nur um neun Prozent zu. Die Allianz wäre gut beraten, wenn sie die schlechten Nachrichten beseitigt, solange ihre Aktionäre dies vertragen können.

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