Ambac-Aktie bricht ein
Düstere Botschaft

Nachdem Ambac seinen jüngsten großen Quartalsverlust veröffentlicht hat, sind die von starken Kursschwankungen geprägten Aktien des Kreditversicherers um fast 40 Prozent eingebrochen. Die Verantwortlichen räumen ein, nicht einschätzen zu können, ob das Schlimmste überstanden ist. Die Aktien werden daher mehr oder weniger wie eine Option gehandelt. Damit sich diese Wette auszahlt, müssten sich schon viele Sterne zu einer guten Konstellation zusammenfinden.

Auf jeden Verkäufer kommt ja bekanntlich ein Käufer. Aber warum sollte jemand jetzt die Aktien von Ambac kaufen? Nachdem der Kreditversicherer seinen jüngsten großen Verlust veröffentlicht hatte, sind die Titel um fast 40 Prozent eingebrochen. Sein Buch mit Kreditderivaten verliert drastisch an Wert und der Versicherer verzeichnet kaum Neugeschäft. Selbst Unternehmenschef Michael Callen gibt zu, dass man nicht wissen kann, ob das Schlimmste schon überstanden ist.

Und doch gibt es Anlass zu Optimismus. Zunächst einmal wird die Liquidität von Ambac nicht unmittelbar bedroht. Die Firma muss für ihre Credit Default Swaps zum Handeln von Ausfallrisiken von Krediten und Anleihen keine Sicherheiten aufbieten, so dass sie keinen vernichtenden Nachschussforderungen ausgesetzt ist. Bestehende Policen werden abgearbeitet und so das Kapital gestützt. Und Ambac hat genug neues Kapital gesammelt, um die Rating-Agenturen – vorerst – bei Laune zu halten.

Aber es müssten sich schon sehr viele Sterne zu einer günstigen Konstellation zusammenfinden, damit sich eine Wette auf den Kreditversicherer auszahlt. Die offenkundigste Bedrohung ist eine weitere deutliche Verschlechterung auf dem US-Immobilienmarkt. Ambac hat bereits den Wert ihrer am stärksten kontaminierten Engagements heruntergestuft, aber ein erneuter Rückgang könnte weitere Abschreibungen nach sich ziehen. Und er könnte, was noch beunruhigender wäre, die Rating-Agenturen dazu veranlassen, von den Monolines zu verlangen, sich weiteres frisches Kapital zu verschaffen. Das wäre bitter. Ambac hat im März Aktien verkauft, was bei den ohnehin stark in Mitleidenschaft gezogenen bestehenden Aktionären zu einer enormen Verwässerung geführt hat. Aber seitdem sind die Titel um fast die Hälfte gefallen.

Der Ruf von Ambac und seinen Konkurrenten ist beschädigt. Befürchtungen über den Wert von versicherten auktionsfähigen Wertpapieren hat die momentane Krise auf diesem 330 Mrd. Dollar schweren Markt ausgelöst. Und Investoren in Kommunalobligationen werten Bond-Versicherungen jetzt so stark ab, dass sie in vielen Fällen den Emittenten keinen Preisvorteil bieten. Große Darlehensnehmer von Kommunalobligationen verzichten zunehmend ganz darauf.

Und kleinere könnten bald in der Lage sein, es ihnen gleich zu tun. In Kalifornien bemüht man sich gerade um die Einrichtung eines Versicherungskollektivs für Kommunalobligationen. Und die Rating-Agenturen werden unter Druck gesetzt, Kommunalobligationen mehr nach Unternehmensstandards zu bewerten - also nicht mehr so streng -, wodurch sich die Notwendigkeit für eine Versicherung abschwächen würde. Ambac könnte seinen Vorstoß in die Sphären der strukturierten Kredite zwar überleben. Aber wenn die Krise nachlässt und der Staub sich legt, könnte der Kreditversicherer kaum noch ein Betätigungsfeld finden.

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