Ambac
Rettungsplan mit Rissen

Entgegen den Hoffnungen der Ambac-Aktionäre werden die Banken den Kreditversicherer nun doch nicht retten. Nachdem bekannt geworden war, dass Ambac mit der Emission von Stammaktien insgesamt 1,5 Mrd. Dollar einsammeln will, stürzten die Aktien des Monoliners ab. Das frische Kapital räume nicht das Risiko einer Rating-Herabstufung aus, gibt Ambac zu. Die Banken waren gut beraten, sich nicht noch stärker zu engagieren.

Diese Retter können gestrichen werden. Die Banken, die zusammen 70 Mrd. Dollar mit den Wertpapieren in ihren Beständen, die von Monolinern versichert werden, verlieren könnten, falls die Bonitätsbewertung der Kreditversicherer abgestuft wird, haben sich schließlich doch gegen eine Rettung von Ambac entschieden. Sicher, es hätte nur einiger weniger Milliarden bedurft, um den zweitgrößten Kreditversicherer aus der Gefahrenzone zu manövrieren. Aber die Kreditinstitute sind selbst schon in einer angespannten Lage. Und Ambac hatte eingeräumt, dass seine Ratings selbst mit dem Kapital über 1,5 Mrd. Dollar, das der Monoliner mit der Emission von Aktien und Equity Units, die im wesentlichen wie Schuldtitel mit einer Wandlungspflicht fungieren, einsammeln will, nicht aus der Schusslinie gebracht werden können. Die Banken waren gut beraten, sich nicht noch stärker zu engagieren.

Die Investoren von Ambac konnten diesen Neuigkeiten allerdings nichts Positives abgewinnen, der Aktienkurs brach um fast 19 Prozent ein. Aber eigentlich hätten sie nicht überrascht sein sollen. Schon am Anfang des Jahres musste die Firma eine geplante Emission von Kapitalschuldverschreibungen absagen, nachdem ein ähnlicher Deal des Branchenkollegen MBIA auf dem Sekundärmarkt umfangreiche Abschläge verbucht hatte. Von den Streitigkeiten um die Lebensfähigkeit des Geschäftsmodells von Ambac einmal ganz abgesehen, ist es klar, dass die Banken, selbst wenn sie das Geld aufgebracht hätten, für ihr Engagement auch etwas zurückgefordert hätten. Und die Kapitalverwässerung für die bestehenden Aktionäre wäre immer noch beträchtlich gewesen.

Zumindest hat Ambac offiziell den fehlgeleiteten Plan aufgegeben, das Versicherungsportfolio für Kommunalobligationen von den Policen abzutrennen, die Abschlüsse mit strukturierten Finanzprodukten abdecken. Dies hatte wie ein Patentrezept für eine wahre Prozessflut ausgesehen, die in einer Katastrophe hätte enden können. Wenn Ambac in der Lage ist, das gewünschte Kapital einzusammeln, dann ist eine Erholung am besten dadurch zu erreichen, dass der Kreditversicherer sein Portfolio zusammen hält und der Versicherung strukturierter Produkte abschwört.

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