Analyse
Kreatives Finanzieren

Buyout-Finanzierung: Wer hat behauptet, Private Equity sei tot? Es ist zwar immer noch mühsam, eine Übernahmefinanzierung auf die Beine zu stellen. Doch dabei wird auch etwas anderes klar.
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Sowohl Cerberus als auch Bain haben in der vergangenen Woche fremdfinanzierte Firmenkäufe (LBOs) über mehrere Milliarden Dollar zu Wege gebracht. Diese Abschlüsse unterstreichen, dass die Buyout-Könige immer kreativere Methoden anwenden müssen, um ihre Gebühren-Motoren am Laufen zu halten.

Nehmen wir die Übernahme von 3Com durch Bain über 2,2 Mrd. Dollar. Sicher, Bain und 3Com sind beide in Boston ansässig - aber eigentlich handelt es sich hier um einen durch und durch chinesischen Deal. In einem cleveren Schachzug hat Bain nämlich Huawei Technologies als Partner mit ins Spiel gebracht. Asiatische Banken überschlagen sich im Moment förmlich, um mit der chinesischen Technologiefirma ins Geschäft zu kommen. Folglich haben HSBC, die Bank of China und die Citibank Hong Kong die Finanzierung der Transaktion übernommen.

Auch Cerberus hat auf unkonventionelle Mittel zurückgegriffen, um die daniederliegenden Finanzierungsmärkte zu umgehen. Die Beteiligungsgesellschaft hat 2,5 Mrd. Dollar für den Bereich Papierherstellung der schwedischen Stora Enso gezahlt. Statt nun in der traditionellen Vorgehensweise der Private Equity-Häuser für den Kauf ein neues Vehikel zu gründen, hat Cerberus die Firma New Page dafür eingesetzt - ein Unternehmen, das sich bereits in den Portfolios eines ihrer Fonds befindet.

Und nicht nur das: Cerberus hat Stora Enso sogar so weit gebracht, mit der Ausgabe von Schuldtiteln über rund 200 Mill. Dollar auch gleich einen Teil der Rechnung zu zahlen. Gleichzeitig bietet Cerberus den Schweden als Vergütung einen Anteil von 20 Prozent an New Page an. Das Leben ohne billige Schulden mag für die Beteiligungsbranche schwieriger geworden sein. Aber für jene Firmen, die bereit sind, ein wenig umzudenken, bedeutet das noch lange nicht, dass sie gleich das Licht ausmachen müssen.

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