Anheuser-Busch Inbev
Kapitalklemme: Keiner wird verschont

Anheuser-Busch Inbev hat ihre Bezugsrechtsemission über acht Mrd. Dollar mit einem Abschlag von 69 Prozent versehen. Dazu kommt, dass die Aktien der Brauerei seit dem Sommer um fast 60 Prozent gefallen sind. Die Kapitalerhöhung ist dazu vorgesehen, Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Übernahme von Bud abzuzahlen. Selbst gut positionierte Unternehmen müssen in diesem Umfeld einen hohen Preis für die Aufnahme von Kapital zahlen.

Inbev hat die letzten Tropfen aus dem globalen Fass für Unternehmenskredite abgesaugt, um in der vergangenen Woche ihre 52 Mrd. Dollar schwere Übernahme von Anheuser-Busch abzuschließen. Jetzt kratzt der Biergigant den Bodensatz zusammen, um Kapital über acht Mrd. Dollar zu sammeln, um einen Teil der übernahmebedingten Schulden wieder abzuzahlen. Die Brauerei hat eine Bezugsrechtsemission eingeleitet, die sie im Oktober verschoben hatte, bei der sie Aktien zu einem Abschlag von erstaunlichen 69 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der vergangenen Woche verkauft. Zusammen mit einem Sturz der Inbev-Aktien um fast 60 Prozent seit dem Sommer zeigen diese finanziellen Stolpersteine, dass selbst gut positionierte Unternehmen im derzeitigen Umfeld einen hohen Preis für die Aufnahme von Kapital zahlen müssen.

Auch die Geschäfte von Anheuser-Busch Inbev - dies ist der neue Name für den Brauer von Stella Artois, Budweiser und Brahma - sind allerdings in letzter Zeit von einem bitteren Beigeschmack begleitet gewesen. Die jüngsten Quartalsergebnisse sind hinter den Erwartungen mancher Analysten zurückgeblieben. Inbev hatte zudem Mittel über 45 Mrd. Dollar aufgenommen, um die Übernahme von Anheuser-Busch zu finanzieren. Die neue Aktienofferte, bei der bestehenden Aktionären das Recht eingeräumt wird, acht neue Aktien für je fünf von ihnen gehaltene Titel zu erwerben, soll dafür eingesetzt werden, einen kurzfristigen Kredit zu bedienen. Das ist genau die Art von Kapitalerhöhung, die die Investoren derzeit als giftig empfinden. Es ist außerdem nicht besonders ermutigend, wenn man mit ansehen muss, wie einige der Mehrheitsaktionäre der Firma in Belgien es ablehnen, ihrem Geld zu folgen - sie werden den ihnen zustehenden proportionalen Anteil des Deals nicht vollständig übernehmen.

Doch selbst angesichts all dieser Mängel erscheint der Abschlag außerordentlich ausgeprägt. Abschläge bei Bezugsrechtsemissionen hängen sowohl vom Kurs der Aktien als auch von der Anzahl der neuen Aktien ab, die das Unternehmen anbietet. Wenn also jetzt die Aktionäre den Durchschnitt ihrer derzeitigen Bestände gegenüber den neuen diskontierten Aktien der Offerte ermittelten, dann würde Anheuser-Busch einen Abschlag um 46 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag anbieten. Zum Vergleich: Standard Chartered hatte bei ihrer Bezugsrechtsemission über 1,8 Mrd. Pfund Sterling einen Abschlag um 41 Prozent gezahlt. Es ist schwer zu verstehen, warum die Aktionäre einer Brauerei nervöser sein sollten als die einer Bank, besonders da die Gewinnaussichten für Anheuser-Busch Inbev immer noch relativ stark sind. Der enorme Abschlag zeigt, dass selbst solide Unternehmen draufzahlen müssen, wenn sie sich jetzt Bares besorgen müssen.

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