Anleihemärkte
Ein Bond-Boom?

Es ist die beste Woche seit Mai, um Anleihen zu verkaufen. Die Kosten fallen und die Investoren kommen zurück. Aber bei den meisten Transaktionen handelt es sich um Abschlüsse vor der Berichtssaison für defensive Unternehmen aus den Bereichen Getränke und Energie. Sie sind gut beraten, sich frühzeitig Geld zu beschaffen. Doch Unternehmen aus dem Finanzbereich, die einst das Rückgrat des Marktes bildeten, brauchen immer noch staatliche Unterstützung.

Es regt sich wieder etwas auf dem US-Markt für Unternehmensanleihen. Nachdem die wöchentlichen Emissionen sechs Monate lang kaum je den zweistelligen Bereich erreichten, haben erstklassig eingestufte Unternehmen bis Donnerstagmorgen bereits rund 20 Mrd. Dollar verkauft - das beste Wochenergebnis seit Mai und ein ermutigendes Signal dafür, dass sich die Schockstarre auf den Kreditmärkten langsam löst. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Die Märkte haben sich sicherlich von ihren in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres erreichten Tiefs erholt. Zunächst einmal sind die Spannen bereits bestehender Anleihen geschrumpft, so dass sich die Kosten für Abschlüsse verringern. Und mit 60 Basispunkten hat sich der durchschnittliche Aufschlag, den erstklassig bewertete Unternehmen auf das Niveau drauflegen, zu dem ihre ausstehenden Deals gehandelt werden, seit Oktober um rund 60 Prozent stark verringert, berichtet die Bank of Amerika. Einer der Verkäufer - Devon Energy - hat in dieser Woche überhaupt keinen Aufschlag zahlen müssen. Das ist alles Wasser auf die Emissionsmühle.

Darüber hinaus zeigen die Anleger wieder mehr Interesse an dem Markt. Die Verbesserung der Kurse ist ein gutes Zeichen dafür, dass nicht alle Märkte vor den Hund gehen, aber dass sie immer noch billig genug sind, um Renditen zu bieten, die Inhaber erstklassig bewerteter Anleihen seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben.

Ein einheitliches Spielfeld präsentiert sich allerdings nicht. Die meisten Abschlüsse in dieser Woche kamen aus dem defensiven Bereich - Getränkehersteller wie Brown Forman und Anheuser-Busch InBev sowie Energiegesellschaften wie Devon und TransCanada, die sich einer Rezession gegenüber als widerstandsfähiger erweisen sollten und die sich an den Markt werden, bevor wegen der Berichtssaison und den Jahresabschlussberichten an die Aufsichtbehörden erst einmal die Lichter wieder ausgehen. Es ist clever, sich frühzeitig um eine Emission zu bemühen. Wer weiß schon, ob es nicht anderswo zu Turbulenzen kommt, die die Märkte erneut vollständig zum Erliegen bringen.

Aber Unternehmen aus dem Finanzsektor - einst das Rückgrat des Markts für erstklassige Bonds, die in der Vergangenheit für bis zu 70 Prozent der Emissionen verantwortlich waren - bleiben weitgehend von einer Garantie des US-Einlagensicherungsinstituts FDIC abhängig, um die Bond-Märkte anzapfen zu können. GE Capital hat in dieser Woche den Versuch unternommen, mit 30jährigen Notes über vier Mrd. Dollar nicht garantierte Papiere zu verkaufen. Aber die Firma musste einen Aufschlag von vier Prozentpunkten über den US-Treasuries zahlen - eine üppige Summe für ein Unternehmen, das selbst mit einem Rating von "AAA" ausgestattet ist.

Damit dürfte anderen Finanzunternehmen der Appetit vergangen sein, es GE Capital gleich zu tun. Aber solange Anleiheinhaber in weniger riskanten Investitionen Werthaltiges finden können, werden sie sich diese wahrscheinlich nicht entgehen lassen.

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