Außerparlamentarische Opposition: Ich kann das selbst entscheiden!

 
T. Wirth
(Piraten)
B. Lucke
(AfD)
N. Beer
(FDP)
C. Lindner
(FDP)
W. Kubicki
(FDP)
C. Mahn-Gauseweg
(Piraten)

Außerparlamentarische Opposition
Ich kann das selbst entscheiden!

Sterbehilfe ist Anerkennung des letzten Willens eines Erkrankten, schreibt der Chef der Jungen Liberalen. Er fordert eine gesetzliche Grundlage, die jedem die Möglichkeit gibt, über den eigenen Tod zu entscheiden.
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Jeder Mensch hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und menschenwürdiges Sterben. Sterbehilfe ist deshalb kein Akt großzügiger Fürsorglichkeit, sie ist vielmehr Anerkennung des letzten Willens eines Erkrankten. Diesem letzten Willen hat das Belgische Parlament Respekt gezollt und eine wegweisende Entscheidung getroffen: Nachdem bei Erwachsenen die aktive Sterbehilfe bereits erlaubt war, dürfen nun auch todkranke Kinder und Jugendliche selbst über ihren Tod entscheiden.

Fakt ist: Wer eine solche Entscheidung für sich trifft, tut dies weder voreilig noch grundlos. Das gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche. Schließlich wissen sie alle, dass die autonom getroffene Entscheidung zur Selbsttötung für nahestehende Verwandte und Bekannte meist ebenso schwer zu akzeptieren ist, wie das Miterleben permanenten Leidens.

Noch schlimmer sind da vermutlich nur jene Situationen, in denen die Angehörigen selbst über die lebenserhaltenden Maßnahmen für einen geliebten Menschen entscheiden müssen. Situationen, zu denen es aus meiner Sicht heute nicht mehr kommen darf oder kommen muss. Schließlich sollte die Entscheidung über Leben und Tod allein dem Betroffenen obliegen und von allen anderen respektiert werden.

Gerade deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft den Umgang mit einer solchen, selbstbestimmten Entscheidung nicht länger zum Spielball politischer Mehrheiten und Interessen machen darf. Denn das wird den Betroffenen in keiner Weise gerecht. Wer in dieser Frage lediglich auf den Fortschritt der Palliativmedizin verweist, Todkranken aber die freie Entscheidung über das Ende ihres Lebens verwehrt, drückt sich aus meiner Sicht um eine zentrale ethische Frage unserer Zeit.

Ich selbst werde auf jeden Fall in einer Patientenverfügung sehr klar regeln, wie im tragischen Falle eines Unfalls mit mir umzugehen ist. Dabei lehne ich jede lebenserhaltende Maßnahme ab, sofern es keine medizinische Aussicht auf Genesung gibt. Sollte ich unheilbar erkranken und sollte ein leidvoller Tod absehbar unabdingbar sein, möchte ich für mich in Anspruch nehmen können, selbst und frei über mein Lebensende zu entscheiden – Palliativmedizin hin oder her. Das ist mein Wille und meiner festen Überzeugung nach auch meine ganz persönliche Entscheidung.

Kommentare zu " Außerparlamentarische Opposition: Ich kann das selbst entscheiden!"

Alle Kommentare

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  • @OttoCunz Qualvoller Tod, das kann Ihnen passieren, wenn "alles abgestellt" wird.
    Eine Agonie kann sehr lange dauern u.qualvoll sein, bis der Patient, verhungert, schlimmer verdurstet ist. Es ist nicht einfach alle Roehrchen weg, alle Schlaeuche weg, und der Mensch ist tot! So schnell geht das nicht, alle verlassen den Raum und der "Erloeste" bleibt allein, bis zum, vielleicht, qualvollen Ende.
    Mit Religion hat das nichts zu tun. Wer ist bereit Kind, Ehepartner, Vater, Mutter die fatale Spritze oder das Glas zu verabreichen? und dann den "Leichenschmaus" organisieren!

  • Den Paffen, die gegen Sterbehilfe wettern, sollte man eigentlich einen langsamen, qualvollen Tod wünschen.

    Ich sage das nicht aus Gehässigkeit, sondern weil sie sich anmaßen für andere Menschen - die noch nicht mal ihrem Religions-Club angehören - zutiefst persönliche Entscheidungen zu treffen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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