Apollo
Börsendebüt mit Abstrichen

Die Beteiligungsgesellschaft Apollo unter der Leitung von Leon Black will die schattige Enge der GSTrue gegen das Rampenlicht der Nyse tauschen. Damit könnte sich Black Zugang zu mehr Kapital und Liquidität verschaffen. Aber angesichts der Herausforderungen, denen Apollo gegenüber steht, muss er damit rechnen, schlechter bewertet zu werden als Henry Kravis und Steve Schwarzman mit ihren Firmen.
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Leon Black sollte sich auf ein lauwarmes Börsendebüt gefasst machen. Seine Beteiligungsgesellschaft Apollo plant, die schattige Enge der privaten Goldman Sachs-Börse GSTrue gegen das Rampenlicht der New York Stock Exchange (Nyse) zu tauschen. Damit könnte sich Black Zugang zu mehr Liquidität und Kapital verschaffen.

Doch angesichts der vielen Herausforderungen, denen Apollo gegenüber steht, sollte sich Black nicht wundern, wenn die Investoren ihn im Vergleich zu den Buyout-Konkurrenten Henry Kravis und Steve Schwarzman, den Gründern und Chefs von Kohlberg Kravis Roberts bzw. der Blackstone Group, wie einen Bürger dritter Klasse behandeln.

Apollo hatte sich ursprünglich im Jahr 2007 an externe Anleger gewandt, als sie an der GSTrue notiert wurde. Dabei hielt die Firma unbeirrt an ihrem Plan fest, zu einem späteren Zeitpunkt eine vollwertige Notierung zu erreichen. Dieses Vorhaben setzt Apollo jetzt am Big Board um, doch in der Zwischenzeit hat sich das Umfeld verändert. Die Bewertungen von Private Equity-Unternehmen wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Umfang der Deals ist weitaus geringer als früher und die Fondsinvestoren sind nicht mehr so großzügig.

Trotzdem könnte sich die Börsennotierung immer noch lohnen. Black wird dann über eine liquidere Währung verfügen, um seine Belegschaft zu bezahlen und möglicherweise Akquisitionen zu tätigen. Er und seine Partner könnten so vermutlich auch in den Genuss einer leicht höheren Liquidität für ihre Beteiligungen kommen, als die GSTrue versprochen hatte. Die Aktien von Apollo, die laut einem Bericht der "Financial Times" an der GSTrue mit 1,6 Mrd. Dollar bewertet werden, könnten sogar einen Sprung nach vorne schaffen, wenn sie erst einmal freier an der Nyse gehandelt werden.

Doch Apollo ist einigen spezifischen Herausforderungen ausgesetzt, die die Firma langfristig weniger attraktiv erscheinen lassen könnten als andere öffentlich notierte Buyout-Unternehmen. Darüber hinaus scheint die Gruppe sich weniger sorgfältig auf die Überprüfung, die mit einem vollständigen Börsengang einhergeht, vorbereitet zu haben als Blackstone und KKR. Der Firma fehlt ein internes PR-Team, selbst eine Web-Site sucht der Anleger vergebens.

Auch die Zukunft der Firma gibt Anlass zur Besorgnis. Drei der Apollo-Fonds neueren Datums verbuchen Rückgänge im zweistelligen Bereich. Auch wenn die Buyout-Werte oft fallen, bevor sie wieder steigen, könnte Apollo zu kämpfen haben. Fast zwei Drittel der Portfolio-Firmen von Apollo gelten als Not leidend oder sind mit den Zahlungen in Verzug geraten verglichen mit nur 15 Prozent bei KKR und 27 Prozent bei Blackstone, schreibt Moody?s in einem jüngsten Bericht.

Apollo hat zwar bei einigen von Moody?s besonders hervorgehobenen Unternehmen die Verbindlichkeiten gekürzt. Aber es gibt auch noch andere beunruhigende Aspekte. Calpers investierte seit 2006 mehr als 3,5 Mrd. Dollar in Apollo-Fonds und damit mehr als drei Mal so viel wie der Mega-Fonds bei KKR und Blackstone anlegte. Dieser Betrag entspricht fast einem Zehntel der Vermögenswerte von Apollo. Nun versucht der größte US-Pensionsfonds, bei einigen Vereinbarungen die Gebühren neu auszuhandeln. Wenn sich Calpers von Apollo - oder überhaupt von Buyouts - abwendet, würde dies die Ergebnisse von Apollo schwer treffen.

Wenigstens schafft es Black, in die oberen Ligen vorzustoßen. Aber bis Apollo nicht auf festerem Boden steht, muss er damit rechnen, zu einem Abschlag gegenüber den weniger belasteten Rivalen KKR und Blackstone gehandelt zu werden.

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