Apple
Ein Telefon für Jedermann

Das iPhone von Apple ist so populär, dass es die mehr auf die Geschäftswelt zugeschnittenen Angebote des Blackberry-Herstellers Research in Motion im Schnelltempo überholt. Zwar war es der Blackberry, der es der gehobenen Managerklasse zuerst ermöglichte, von unterwegs ihren E-Mail-Austausch abzuwickeln. Aber es hat Apple bedurft, um solche Annehmlichkeiten demokratisch auch der breiten Masse zugänglich zu machen.

Das Problem mit den Eliten liegt darin, dass es einfach nicht genug davon gibt. Zumindest ist das die Schwierigkeit, mit der sich Research in Motion (RIM) auseinander setzen muss. Seine Blackberries sind zwar in der Wall Street und unter anderen Berufsgruppen fast allgegenwärtig. Aber jetzt ist Apple dem Platzhirschen schnell zuvorgekommen, indem die Firma Anwendungen wie den mobilen E-Mail-Austausch, der zuerst nur auf Blackberries zu finden war, einem Demokratisierungsprozess unterzogen hat. Im Quartal per Ende September hat Apple 6,9 Mill. iPhones verkauft, während RIM nur 6,1 Mill. Geräte losschlagen konnte. Die Zahlen von Apple mögen vielleicht davon profitiert haben, dass das neue iPhone im Berichtsquartal auf den Markt kam, aber ihr Vorsprung dürfte fast sicher weiter zunehmen.

RIM ist nun nicht gleich in unmittelbarer Gefahr. Viele IT-Abteilungen seiner Unternehmenskunden springen immer noch nicht auf die Apple-Telefone an. Und diejenigen, die RIM-Server installiert haben, finden es wahrscheinlich einfacher, wenn sie bei den Blackberries bleiben. Aber die maßgeblichen Anhänger der Blackberries in der Wall Street werden sich mit Sicherheit auf härtere Zeiten einstellen müssen. Für alle anderen ist klar, dass die Musik, der Browser und die glänzende Touch Screen des iPhone erstrebenswerter und benutzerfreundlicher sind. Viele Berufstätige tragen jetzt schon einen Blackberry fürs Geschäftliche und ein iPhone für den privaten Gebrauch mit sich herum. Und obwohl Apple im Allgemeinen das Image anhaftet, der Spielgerätehersteller für den gehobenen Müßiggänger zu sein, ist sein Telefon auch für den Fabrikarbeiter ein modisches Muss.

Der Absatz der iPhones könnte sich in schwierigen Zeiten verlangsamen oder sogar einbrechen. Aber RIM sieht gleichermaßen - wenn nicht noch stärker - gefährdet aus. Es ist kaum wahrscheinlich, dass Unternehmen in Bedrängnis ausgerechnet Geld für neue Mitarbeitertelefone ausgeben, - ja, große Kunden, wie etwa die Investmentbanken, werden wahrscheinlich gar nicht mehr so viele Mitarbeiter haben, die sie ausstatten müssen. Daher ist es verwunderlich, dass die Aktien von Apple mit beträchtlichen Abschlägen bewertet werden. Rechnet man einmal den Bargeldberg des Unternehmens über fast 25 Mrd. Dollar heraus, dann werden die Titel mit dem Zwölffachen der geschätzten Ergebnisse gehandelt. Das sind 25 Prozent weniger als bei den vergleichbaren Kennzahlen von RIM. Angesichts des schnellen Wachstums des iPhone sieht es ganz so aus, als ob der Markt die Aufschläge den falschen Aktien zuerkennt.

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