Apple: Einmal so sein wie die Jungs von Jobs

Apple
Einmal so sein wie die Jungs von Jobs

Jeder, der auf die größte Verbraucherelektronikmesse der Welt in Las Vegas drängt, möchte den Erfolg und die hohen Gewinnspannen von Apple nachahmen. Vom Wagniskapitalgeber bis zu Technologie-Unternehmen wie HP wollen deshalb alle Geräte und dazu die digitalen Inhalte verkaufen, die auf diesen Geräten laufen sollen. Das ist leichter gesagt als getan.

Jede Consumer Electronics Show (CES), diese üppige Extravaganz, die in Las Vegas stattfindet und fast jede Technologie-Firma der Welt anzieht, bringt ein paar Ideen hervor, die den Zeitgeist einfangen. In diesem Jahr besteht die zündende Idee darin, dass ein Unternehmen sowohl ein Gerät verkauft und dazu gleichzeitig einen Service, der an das Gerät gekoppelt ist.

Alle – vom Wagniskapitalgeber bis zu Technologie-Riesen wie Hewlett-Packard – fahren auf diese Idee ab. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Und das Unternehmen, das damit den größten Erfolg hat, nämlich Apple, der Hersteller von iPod und iPhone, weigert sich, auf der CES zu erscheinen.

Es gibt gute Gründe dafür, sowohl das Gerät als auch den dazugehörigen Dienst verkaufen zu wollen. Mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung verfügt jetzt über einen superschnellen Breitbandzugang. Damit können die Unternehmen alle erdenklichen digitalen Inhalte losschlagen – von der Musik, die man herunterladen kann, über Videos bis hin zu persönlichen Avataren zum Online-Einsatz bei Multiplayer-Videospielen.

Dies eröffnet nicht nur neue Märkte, es schafft auch die Verlockung einer höheren Rentabilität. Die Betriebsgewinnspanne bei Elektronikgeräten sinkt oft unter fünf Prozent. Bei Apple ist sie weiterhin rund viermal höher. Der Grund ist einfach: Der Wettbewerb bei der Verbraucherelektronik ist mörderisch. Wenn man den Kunden auf eine Plattform festlegen kann, kann man höhere Preise verlangen – sowohl für Ersatzgeräte als auch für die Inhalte, die auf ihnen laufen.

Darüber hinaus sind viele Kunden schon mit einem reichen Sortiment an Geräten und elektronischem Schnickschnack gesegnet. Technikfreaks stellen sich vielleicht für den letzten Schrei an, aber es kann viel schwieriger werden, dem Durchschnittsverbraucher die allerneuste Ausrüstung anzudrehen. Da helfen niedrigere Preise. Deshalb denken viele Unternehmen, dass sie, wenn sie kostspielige Dienste verkaufen können, die Anschaffungskosten für den Kunden senken können. Kurz gesagt, wollen sie das Geschäftmodell von Rasiergriff und Rasierklinge auf die Technologie übertragen.

Doch nur wenige Unternehmen haben sich als Meister sowohl des Geräts als auch des dazu gehörenden Service erwiesen. Als ein enthusiastischer Wagniskapitalgeber auf der CES gefragt wurde, wie viele seiner zahlreichen Firmen prozentual diese Aufgabe erfolgreich bewältigt hätten, antwortete er unverblümt: „Null“. Die technischen Anforderungen, Produktzyklen und das Marketing dieser beiden Felder sind unterschiedlich. Der Neid auf Apple sitzt bei den Verbraucherelektronikfirmen genau deshalb so tief, weil das Unternehmen bis jetzt dort Erfolg hat, wo so viele andere versagt haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%