Apple/iPhone
Der neue Goldesel

Apple hat im ersten Monat seit der Eröffnung des App Stores iPhone-Anwendungen im Wert von 30 Mill. Dollar verkauft. Apple behält davon nur 30 Prozent, um die Kosten abzudecken. Das ist clever – im Moment geht es darum, den Absatz von iPhones zu maximieren. Wenn erst einmal genug Nutzer eingebunden sind, könnte die Software der neue große Goldesel von Apple werden.

Wird Apple mehr an der iPhone-Software verdienen als an den iPhones selbst? Die Vorstellung erscheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Das Unternehmen geht davon aus, 2008 rund zehn Millionen der teuren Smartphones zu verkaufen. Und von ihrem neuen 3G iPhone wurden im ersten Monat nach Erscheinen allein angeblich schon drei Millionen Geräte verkauft. Das lässt die Schätzung konservativ erscheinen. Dagegen arbeitet der App Store, der ebenfalls im Juli eröffnet wurden, kaum rentabel. Aber er könnte sogar ein noch größeres Potenzial bieten. Während Apple mehr Nutzer an das iPhone bindet, könnte das Unternehmen aus dem Software-Geschäft einen echten Goldesel machen.

Die mobile Software ist einer der Hauptgründe, warum die Käufer sich auf die iPhones stürzen. Das meiste davon ist kostenlos, darunter angesagte Programme wie Shazam, das Musiktitel über einen akustischen Abgleich erkennt. Aber andere Anwendungen, wie das für 9,99 Dollar erhältliche Spiel Super Monkey Ball, von dem bisher 300 000 Ausgaben verkauft wurden, haben im ersten Monat seit der Eröffnung des App Store rund 30 Mill. Dollar eingefahren.

Von dem Umsatz behält Apple nur rund 30 Prozent, wobei fast der gesamte Betrag in die Abdeckung der Kosten für den Betrieb des Online-Ladens fließt. Das ist vorerst ein cleverer Schritt. Billige Anwendungen werden die Kauflustigen dazu verführen, sich ein iPhone zuzulegen und Apple wird vom gestiegenen Handy-Absatz profitieren. Außerdem werden die Nutzer davon abgehalten, ihre Telefongeräte zu wechseln, weil dies bedeuten würde, dass sie ihre Software verlieren.

Wenn erst einmal genug Nutzer an die iPhone-Plattform gebunden sind, könnte Apple die Software-Gebühren erhöhen und so ernsthaft Geld verdienen. Der Chief Executive von Apple, Steve Jobs, schätzt, die iPhone-Software könnte sich zu einem Markt über eine Mrd. Dollar entwickeln. Wenn sich dies bewahrheitet, dann könnte sich der Software-Laden zu einer großen Gewinnquelle mausern. Angenommen, der Laden bringt einen jährlichen Gewinn von 300 Mill. Dollar ein, was relativ konservativ geschätzt ist. Dann würde das Geschäft, bei einem vom Markt zugestandenen 29fachen der Ergebnisse des kommenden Jahres den Apple-Aktionären einen Wert von rund 8,7 Mrd. Dollar einbringen.

Dies berücksichtigt nicht die iPhone-Software, die Apple selbst kreieren und für gutes Geld verkaufen könnte. Und mehr Software anzubieten, schafft einen positiven Kreislauf, der zu einem größeren Hardware-Absatz führen könnte. Apple dürfte also eine ganze Menge an seinem neuen App Store verdienen. Vielleicht sogar genug, um mit dem wilden Erfolg des iPhone selbst gleichzuziehen.

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