Apple
Spielt der iPod noch eine Rolle?

Das Technologieunternehmen steht vor der Enthüllung seines neuesten Produkts. Viel spricht dafür, dass es ein neuer iPod sein könnte. Das schwächelnde Umsatzwachstum des Music-Players könnte einen Wachstumsimpuls brauchen. Aber heutzutage ist der iPod weit entfernt davon, in die Regionen des größtem Umsatzgenerators von Apple vorzudringen. Aktionäre sollten daher vor allem die Umsätze der Mac-Computer im Auge behalten.

Apple-Chef Steve Jobs ruft in der nächsten Woche voraussichtlich wieder auf zum "Let?s Rock", der neuesten Produktvorstellung von Apple. Unter diesem Slogan wird der Star der Show mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder iPod heißen. Die neue Version des Music-Players könnte dem schleppenden Umsatzwachstum in dieser Sparte erneut auf die Sprünge helfen. Aber der iPod ist nicht mehr der größte Umsatzgenerator Apples. Aktionäre sollten lieber nach dem Umsatzwachstum der Mac-Computer fragen.

Es gibt viele Gründe für Apple, den allgegenwärtigen iPod zu verbessern. Das Umsatzwachstum des Musikrekorders hat in den vergangenen zwei Jahren nachgelassen. Im Dezember 2006 stieg der iPod-Absatz mit einer jährlichen Rate von 50 Prozent. Im letzten Quartal waren es nur noch 12 Prozent. Ohne die deutlichen Preissenkungen beim iPod Shuffle, Apples billigstem Modell, hätte diese Kennzahl auch deutlich niedriger ausfallen können. Ein Großteil der Wachstumsabschwächung kann auf die Sättigung des Marktes zurückgeführt werden: Apple besitzt bei portablen Music-Playern schon einen Marktanteil von über 70 Prozent in den USA.

Das Unternehmen konnte nach Angaben von Piper-Jaffray-Analysten dennoch im vergangenen Quartal über 11 Millionen iPods absetzen. Und eine neue Generation dürfte die Freaks beeindrucken. Aber der Musikrecorder ist für Apple nicht mehr so wichtig wie noch vor 18 Monaten. Damals gingen fast die Hälfte der Apple-Umsätze auf sein Konto. Im vergangenen Quartal entsprachen die iPod-Umsätze von 1,68 Milliarden Dollar nur noch einem Umsatzanteil von etwas über 20 Prozent.

Trotz des beeindruckenden iPhone-Profils sind die Mac-Computer das Pfund, mit dem Apple wuchert, um die Erwartungen an Wall Street zu übertreffen. Das Unternehmen konnte im vergangenen Quartal 2,5 Millionen Exemplare des schlanken Computers verkaufen, mehr als je zuvor in der Firmengeschichte und 41 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahresperiode. Auf die Rechner gingen fast zwei Drittel der Apple-Umsätze von 7,46 Milliarden Dollar.

Hinzu kommt, dass Apple - anders als bei den iPods - noch erheblichen Wachstumsspielraum auf dem Computermarkt hat. Gegenwärtig beträgt der Anteil des Unternehmens am globalen Computermarkt lediglich etwa 3 Prozent. Und jedes Prozent, das das Unternehmen an Marktwert hinzugewinnen kann, entspricht einem jährlichen Umsatz von 6 Milliarden Dollar. Während also die Augen der Audiophilen und Tech-Junkies bei iPods und iPhones leuchten, sollten sich Aktionäre lieber auf die neuesten Mac-Nachrichten konzentrieren.

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