Axa/AMP/NAB
Draußen im Busch

Die Manager des asiatischen Vermögensverwalters haben dem 12 Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot durch die französische Muttergesellschaft Aax die kalte Schulter gezeigt und sich stattdessen dem höheren Konkurrenzangebot der australischen NAB zugewandt. Doch die Entscheidung ist schwierig.
  • 0

Axa Asia-Pacific hat sich für einen 13,3-Milliarden-Austral-Dollar schweren Vogel draußen im Busch und gegen einen vergleichbar großen in der Hand entschieden. Wenn der Deal durchgeht, werden die Minderheitsaktionäre der australischen Vermögensverwaltungsgruppe ihrer Konzernspitze dankbar sein. WENN großgeschrieben.

Bei den beiden Vögeln handelt es sich um konkurrierende Übernahmeangebote für die Minderheitsanteile an Axa AP. Angebot Nummer eins kommt von Axa SA, der französischen Versicherungsgruppe, die bereits mit 54 Prozent an dem asiatischen Unternehmen beteiligt ist. Axa hat sich mit dem australischen Finanzdienstleister AMP verbündet. Beide bieten zusammen 12 Milliarden Austral-Dollar für die Übernahme der Minderheitsanteile. Ihr Ziel ist es, die asiatischen Geschäfte nach erfolgreichem Abschluss untereinander aufzuteilen.

Am 17. Dezember legte dann die National Australia Bank überraschend ein freches Gegenangebot auf den Tisch. Beide Angebote liegen um die 50 Prozent über dem Axa-AP-Kurs vor Bekanntgabe des Übernahmeinteresses.

NABs Offerte ist einen Hauch höher und beinhaltet die Option einer reinen Bartransaktion. Axa SA und AMP bieten dagegen eine Mischung aus Barmitteln und Aktientausch. Allerdings ist das NAB-Angebot an eine Bedingung geknüpft - Axa SA muss die Seiten wechseln und sich bereit erklären, die Axa AP-Aufspaltung nicht mit AMP, sondern mit NAB zu vollziehen.

Was bedeutet das aber für die Axa-AP-Minderheitsaktionäre? Rein bewertungsmäßig ergibt sich kaum ein Unterschied. NABs Angebot liegt um etwa 4 Prozent höher, ist aber auch riskanter. Der Haken liegt darin, dass Axa SA sich nicht vor Februar auf die Seite von NAB schlagen kann, es sei denn, AMP stimmt zu. Schuld ist ein Exklusivabkommen mit AMP. Kippen die Märkte zwischen heute und Februar - zum Beispiel aufgrund eines neuen Dubai-Schocks - könnte Axa SA kalte Füße bekommen. Gegenwärtig bietet NAB noch die gleichen Konditionen für die Aufspaltung wie sie Axa SA auch mit AMP vereinbart hatte.

Axa APs Manager werden von der Aussicht auf eine reine Bartransaktion angezogen. Aber auf der anderen Seite ist auch die Sicherheit, dass der Deal tatsächlich vollzogen wird, etwa wert. Aus dieser Perspektive verliert das NAB-Angebot. Axa APs Manager haben sich vor dem Hintergrund dieses Dilemmas weit vorgewagt. Sie müssen nun hoffen, dass sich das Risiko lohnt, denn sonst könnten die Aktionäre leer ausgehen.

Kommentare zu " Axa/AMP/NAB: Draußen im Busch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%