BAA
Rudd ist mein Co-Pilot

Seitdem Sir Nigel Rudd das Ruder bei BAA übernommen hat, hat sich das Durcheinander in Heathrow gebessert. Aber die Finanzen des Flughafenbetreibers nicht. Gerade wurde die Bonitätseinstufung von BAA auf „Junk“-Status heruntergesetzt – und die geplante neue Startbahn wird nicht billig. Hier ist der Entwurf eines Briefes, den Sir Nigel seinem Chef Rafael del Pino bei der spanischen Baugruppe Ferrovial so oder so ähnlich schreiben könnte.

Lieber Rafael,

puh, das waren wirklich drei heftige Monate, seitdem Du mich an die Spitze von BAA gehievt hast. Ich habe hart daran gearbeitet, das Durcheinander in Heathrow und Gatwick in den Griff zu kriegen, die Schlangen bei der Sicherheitskontrolle (fast) auf ein Normalmaß zu reduzieren und uns die Presse vom Hals zu halten. Allerdings musste ich bemerken, dass die Dinge in Madrid nicht ganz so laufen wie sie sollten.

Es ist der Geldaspekt, der mir Sorge macht. Besonders dieser Berg an Krediten über zwölf Mrd. Pfund, auf dem BAA sitzt. Jetzt, wo die Zinsen nach oben und unsere von der Branchenaufsicht erlaubten Renditen nach unten gehen und die Investitionen in die Höhe schießen, fragen sich manche Leute schon besorgt, ob Du, wenn Du die Kredite nicht refinanzieren kannst, nicht in die Klemme gerätst.

Natürlich weiß ich, dass es Dir nicht möglich war, diesen Engpass kommen zu sehen. Vor achtzehn Monaten sah ja alles noch ganz anders aus: niedrige Anleihe-Renditen, Investoren, die mit Vermögenswerten besicherte, verbriefte Papiere förmlich aufgesaugt haben und Banken, die alles dafür getan haben, um Dir einen Kredit einzuräumen. Wer konnte schon ahnen, dass die Aufsichtsbehörden am Ende der Party Deiner Zinsquittung so ablehnend gegenüber stehen werden?

Aber ich wollte nur sicher gehen, dass sich dadurch nichts zwischen uns ändert. Schließlich scheint die Regierung ganz versessen auf die dritte Startbahn für Heathrow zu sein, die uns wahrscheinlich rund neun Mrd. Pfund kosten wird. Wir geben in den kommenden zehn Jahren schon neun Mrd. Pfund aus. Allerdings sorgen sich einige Analysten darum, dass wir bei diesem Tempo bis Mitte 2009 keine liquiden Mittel mehr haben werden.

Wir wissen ja beide, dass Du hier langfristig engagiert bist. Also, warum sollte man das dann nicht auch beweisen? Schließlich hast Du ja nur Eigenkapital über 600 Mill. Pfund investiert, als Du BAA für 16 Mrd. Pfund gekauft hast. Noch einmal vielleicht eine Mrd. Pfund locker zu machen, würde unserer Bonitätsbewertung schon ein bisschen aufhelfen. Und es könnte auch der Wettbewerbskommission gefallen. Sie entscheidet im kommenden Jahr, ob sie BAA aufspalten soll. Und Du kennst ja ihre Ansichten zu Fremdkapital.

Und das Beste: Es wäre auch noch gut für die Kunden. Du weißt, welche Hassliebe die Briten mit Heathrow verbindet. Wenn die Leute der Meinung wären, dass BAA in Konkurs gehen könnte, wäre das eine Katastrophe für den Ruf Londons, Deinen und meinen gar nicht zu nennen. Ein solches Resultat wäre natürlich absurd – und zutiefst peinlich für uns beide. Ich weiß, dass ich Dir vertrauen kann, dass du es nicht so weit kommen lassen wirst.

Dein Freund, Nigel

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