Bain/3Com
Unter keinem guten Stern

Die Beteiligungsgesellschaft Bain hat sich mit einer Technologiegruppe zusammen getan, die von einem ehemaligen General der chinesischen Volksbefreiungsarmee gegründet wurde. Zusammen wollten sie 3Com übernehmen. Die Technologie von 3Com unterstützt die Absicherung von Computersystemen. Bain hätte wissen müssen, dass die von Sicherheitsaspekten besessene US-Regierung Einwände haben würde.

In Washington steht Bain Capital derzeit unter keinem guten Stern. Vor gerade einmal zwei Wochen hat sich der Mitbegründer des Private-Equity-Hauses, Mitt Romney, aus dem Rennen der US-Präsidentschaftskandidaten verabschiedet. Und jetzt ist die Offerte der Firma für die US-Technologiegesellschaft 3Com bei den mit der Sicherheit des Landes betrauten Aufsichtsbehörden durchgefallen.

Bains Fehltritt bestand darin, dass die Beteiligungsgesellschaft die chinesische Technologiefirma Huawei Technologies als Minderheitsaktionär mit ins Spiel gebracht hatte. Der Gründer von Huawei ist ein ehemaliger General der Volksbefreiungsarmee. Und 3Com stellt Sicherheitssoftware für Computer-Netzwerke her. Bei dieser Zusammensetzung und zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Mitglieder des US-Verteidigungsapparats mit nichts anderem als der Spionage aus dem Cyberspace zu beschäftigen scheinen, hätte Bain mit Schwierigkeiten rechnen müssen.

Die Gruppe ist auf den Widerstand des Komitees für Auslandsinvestitionen in den USA, kurz CFIUS, gestoßen, das sich aus zwölf Regierungsbehörden zusammensetzt und ausländische Akquisitionen überprüft. Das Verteidigungsministerium und das Ministerium für Heimatschutz gehören dem Gremium ebenfalls an, das sich gegen Abschlüsse ausspricht, die zum Technologietransfer bei militärischen oder Spionage-Anwendungen führen könnten.

Es ist keine große Überraschung, dass das Komitee Anstoß an dem 3Com-Deal genommen hat. Ein Teil der von der Firma entwickelten Technologie unterstützt die Absicherung von Computer-Netzwerken, darunter auch für jene Systeme, die von den Regierungsbehörden genutzt werden. Die 3Com-Transaktion, die darauf abzielte, Synergien aus der Fusion der beiden Technologiefirmen zu erschließen, hätte Huawei vermutlich Zugang zu dieser Technologie verschafft.

CFIUS steht nicht in dem Ruf, sich aus einer Laune heraus gegen Akquisitionen auszusprechen. Das Gremium hatte zum Beispiel 2006 dem politisch kontrovers diskutierten Plan von Dubai Ports World grünes Licht gegeben, den Hafenbetreiber P&O zu erwerben, wobei die Opposition im US-Kongress dieses Vorhaben letztendlich doch zu Fall gebracht hat.

Und doch war die Begründung für die Entscheidung des CFIUS im Fall von 3Com nicht hundertprozentig wasserdicht. Denn Huawei hätte weniger als 20 Prozent an 3Com gehalten und Bain hatte angeboten, TippingPoint, den umstrittenen Bereich für die Sicherheitssoftware, abzuspalten.

Allerdings hat Bain auch kein besonderes Feingefühl für die politischen Empfindlichkeiten gegenüber dem geistigen Eigentum von 3Com an den Tag gelegt. Wenn sich die Firma jetzt auf die Suche nach anderen Partnerschaften in China und anderswo macht, wird sie deren politische Auswirkungen zu Hause sorgfältiger abwägen müssen.

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