Bank-Aktien
Spanisches Schnäppchen

Aus Angst vor dem Subprime-Virus und einer sich verlangsamenden Wirtschaftsentwicklung in Spanien haben Anleger die Aktien von Santander abgestraft. Dabei scheint die Wirkung beider Neagtivfaktoren auf die Bank begrenzt. Bei näherem Betrachten der Wachstumspläne des Instituts und seiner bisherigen Leistungen sehen die Santander-Aktien wie ein Schnäppchen auf dem europäischen Bankensektor aus.

Wie heutzutage bei jeder großen Bank herrscht auch bei Santander die Angst, es könnte jederzeit eine schreckliche Enthüllung ins Haus stehen. Aber Santander war nur minimal bei US-Hypothekentiteln zweitklassiger Bonität engagiert – über ihre 25-prozentige Beteiligung an dem US-Unternehmen Sovereign Bancorp. Wegen der Zweifel der vorsichtigen spanischen Aufsichtsbehörden hatte die Bank am Ende nur wenige risikoreiche Finanzprodukte in ihren Büchern. Die Bank musste, anders als viele ihrer Konkurrenten, auch kein neues Kapital einsammeln. Kapitalausstattung und Liquidität sind solide.

Natürlich ist auch Santander von dem wirtschaftlichen Tief, das sich über ganz Spanien ausbreitet, betroffen. Das Wirtschaftswachstum des Landes schwindet, obwohl das Bruttoinlandsprodukt nach Schätzungen von Beobachtern immer noch über dem anderer großer westeuropäischer Länder liegen dürfte. Sein Zuwachs wird für 2008 bei stabilen 2,7 Prozent gesehen nach plus 3,8 Prozent im vergangenen Jahr.

Aber selbst wenn die Landung härter ausfallen sollte – Santander hat ihre Abhängigkeit vom Heimatmarkt verringert. In diesem Jahr dürfte nur rund ein Drittel ihres Gewinns in Spanien erwirtschaftet werden gegenüber rund 45 Prozent im Jahr 2005. Und nur drei Prozent ihres 574 Mrd. Euro umfassenden Kreditbuchs entfallen auf die angeschlagenen spanischen Immobilienentwickler.

Die Investoren, die Wetten gegen Spanien abschließen wollen, scheinen diese mildernden Umstände zu ignorieren; vielleicht weil Santander in Spanien einer der wenigen großen, liquiden Kandidaten für eine Short-Position ist. In diesem Zusammenhang wären außerdem noch die Konkurrenzbank BBVA und der Einzelhändler Inditex zu nennen. Die meisten anderen notierten Gesellschaften aber sind entweder staatlich regulierte Versorger, die nicht stark in Mitleidenschaft gezogen würden, oder sie sind nicht liquide genug, um bei einer Baisse-Spekulation herzuhalten.

Santander geht für 2008 von einem Gewinnwachstum um 15 Prozent aus. Die bevorstehende Übernahme des brasilianischen Banco Real von ABN Amro über zwölf Mrd. Euro sollte zudem üppige Gelegenheiten für Kostenkürzungen bieten. Die Aktien von Santander sind laut Dresdner Kleinwort mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,4 günstig bewertet. Damit liegt ihr Vielfaches um 16 Prozent niedriger als der durchschnittliche Wert für europäische Banken. Zu diesem Kurs scheinen die Santander-Aktien ein echtes Schnäppchen zu sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%