Bank of America: BofA: Sollte Ken Lewis gehen?

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BofA: Sollte Ken Lewis gehen?

Eigentlich müsste Ken Lewis den Chefsessel bei der Bank of America räumen, nachdem er zum zweiten Mal um Unterstützung aus dem US-Bankenrettungsprogramm Tarp gebeten hat. Seine hektische Betriebsamkeit bei Übernahmen hat dazu geführt, dass die Bank nur noch ein geringes Kapital vorzuweisen und Werte über 140 Mrd. Dollar vernichtet hat. Aber wenn ihn die Fed dazu angestachelt hat, trägt sie einen Teil der Verantwortung.

Eigentlich sollte Ken Lewis sein Amt als Chief Executive der Bank of America verlieren, nachdem er die US-Regierung zum zweiten Mal um Unterstützung aus dem Bankenrettungsfonds Troubled Asset Relief Programme (Tarp) gebeten hat. Seine hektische Betriebsamkeit, mit der er in den vergangenen Jahren einen Deal nach dem anderen abgeschlossen hat, hat dazu geführt, dass die Bank nur noch ein geringes Kapital vorzuweisen und den Aktionären zurechenbare Werte über 140 Mrd. Dollar vernichtet hat. Die Aktionäre müssen darüber sauer sein, dass der Architekt dieser Strategie immer noch im Chefsessel sitzt.

Sicher, Lewis kann argumentieren, dass er in den Deal um den belagerten Hypothekenfinanzierer Countrywide im vergangenen Jahr einen Puffer über rund 15 Mrd. Dollar gegen künftige Verluste eingebaut hat. Und im September letzten Jahres hatte es ganz so ausgesehen, als könnte die angeschlagene Merrill Lynch Lehman Brothers in den Abgrund folgen, wenn er sich nicht bereit erklärt hätte, sie zu kaufen.

Doch trotz des Gemetzels auf den Märkten hatte er damals einen happigen Aufschlag von 40 Prozent für die "Donnernde Herde" geboten. Vielleicht hatten in frühere Abschlüsse dazu ermutigt - eine ähnliche Prämie hatte er schon 2003 für FleetBoston und nur etwas weniger 2006 für die Kreditkartengesellschaft MBNA gezahlt. Trotz anfänglicher Skepsis der Investoren schienen die Deals gut zu funktionieren.

Aber diese waren auch in viel ruhigeren Märkten eingefädelt worden. Und er konnte mit den Zukäufen gar nicht mehr aufhören. Lewis hat, MBNA eingeschlossen, rund 80 Mrd. Dollar auf Akquisitionen verwendet, seitdem die Hausse 2006 ihre Spitze erreichte. Im vergangenen Jahr überhäufte er zwei seiner Einkäufe - US Trust und La Salle Bank - mit immer wertvoller werdenden liquiden Mittel über 24 Mrd. Dollar und erweiterte die Zahl der umlaufenden Aktien von BofA um 60 Prozent, um den Rest zu kaufen.

Damit steht die Bank viel schlechter da als ihre Konkurrentinnen JPMorgan und Wells Fargo - beide haben seit Anfang 2006 weniger ausgegeben, weniger Aktien begeben und weit weniger an Wert verloren. Nimmt man das Eigenlob der BofA dazu, dass ihr Anteil von 25 Prozent an den US-Kreditkartenmärkten ihr eine den meisten Konkurrenten überlegene Marktkenntnis verleihe, und ihre Entscheidung, seit dem Jahr 2005 Absicherungen gegenüber einem Marktabschwung über rund 20 Mrd. Dollar abzubauen, dann sollte Lewis? Schicksal eigentlich besiegelt sein.

Das Problem dabei ist, dass die US-Notenbank Federal Reserve und das US-Finanzministerium Lewis im vergangenen Jahr in die Rolle des Retters gedrängt haben könnten, besonders bei dem Merrill-Deal - auch wenn sie dabei wahrscheinlich nicht auf einem solch saftigen Aufschlag beharrt hätten. Aber wenn sie Lewis und die BofA tatsächlich dazu angestachelt haben, Merrill zum allgemeinen Wohl der Finanzmärkte zu übernehmen, dann dürfte es ihnen jetzt viel schwerer fallen, seinen Kopf im Gegenzug dafür zu verlangen, dass sie der Bank einen weiteren Rettungsring zuwerfen. Wenn sie ihn dennoch fordern, werden sie in Zukunft wohl kaum noch einen Bankchef dazu überreden können, den Nothelfer in der Krise zu spielen.

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